40.000 Euro ergaunert Grünes Gewölbe fällt auf mutmaßlichen Betrüger rein

Der Einbruch ins Grüne Gewölbe in Dresden im Jahr 2019 sorgte auf der ganzen Welt für Schlagzeilen. Noch immer fehlt vom Diebesgut jede Spur. Einer, der den Ermittlern bei der Suche nach eigenen Aussage helfen wollte, sitzt nun in Haft.

Besucher schauen sich im Juwelenzimmer des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss um.
Die Polizei hat einen mutmaßlichen Betrüger festgenommen, der die Rückführung eines gestohlenen Objekts aus dem Grünen Gewölbe vortäuschte. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Im Zusammenhang mit dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden hat die Polizei einen Niederländer unter Betrugsverdacht festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte, wollte der 54-Jährige für die angebliche Rückführung von Diebesgut Geld kassieren. Der Beschuldigte gab sich demnach im Dezember 2021 gegenüber einem niederländischen Kunstdetektiv als Diamantenhändler aus und behauptete, ihm sei ein Teil der Beute aus dem Einbruch für 40.000 Euro zum Kauf angeboten worden.

Beschuldigter täuscht Rückführung vor

Der Beschuldigte gab demnach vor, das ihm angebotene Schmuckstück - den Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens - kaufen und an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zurückgeben zu wollen. Da der Kunstdetektiv bereits in der Vergangenheit in mehreren Fällen erfolgreich an der Rückführung von gestohlenen Kunstwerken mitgewirkt hatte und die Schilderungen des Beschuldigten den Angaben zufolge aus polizeilicher Sicht zunächst plausibel klangen, kam es kurz nach Weihnachten vergangenen Jahres zu einem Treffen mit Vertretern der Staatlichen Kunstsammlungen.

Diebesgut Grünes Gewölbe: Bruststern und Achselband
Vorgetäuschtes Rückführ-Objekt: Der Bruststern des polnischen Weißen Adler-Ordens (li.). Bildrechte: Collage MDR/Staatliche Kunstsammlungen Dresden (SKD)

Flucht mit dem Geld

Der Beschuldigte legte dabei den Ermittlern zufolge "einen außerordentlichen Kunstsachverstand an den Tag". Ihm wurde das Geld für den vermeintlichen Rückkauf des Schmucks überlassen, der 54-Jährige flüchtete allerdings mit dem Geld. Seine Identität wurde demnach schnell geklärt. Der Mann ist in den Niederlanden bereits erheblich und einschlägig vorbestraft.

Diebesgut nach wie vor verschollen

Bei dem Einbruch in das Grüne Gewölbe im November 2019 war kulturhistorisch wertvoller Juwelenschmuck aus dem 18. Jahrhundert gestohlen worden. Von der Beute fehlt bis heute jede Spur. Sechs Tatverdächtigen wird seit Januar vor dem Dresdner Landgericht der Prozess gemacht, gegen einen siebten Mann wird ermittelt.


BRISANT/afp/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 18. November 2022 | 17:15 Uhr

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