Alternatives Testverfahren Spuck- oder Gurgeltest: So funktioniert der neue Corona-Test

Wer sich regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen muss, könnte davon bald - im wahrsten Sinne des Wortes - die Nase voll haben. Denn angenehm ist es nicht, wenn das Teststäbchen tief in den Rachen- und Nasenraum eingeführt wird. Deutlich einfacher ist es, einen sogenannten Gurgeltest zu machen. Doch: Wo ist das möglich - und wie verlässlich sind die Ergebnisse?

Ein Mitarbeiter demonstriert einen Gurgeltest.
Für den sogenannten Gurgeltest wird eine kleine Menge Kochsalzlösung gegurgelt und anschließend in einen Becher gespuckt. Bildrechte: dpa

Ohne Rachen- oder Nasenabstrich: der Corona-Gurgeltest

Während beim klassischen Abstrich für einen Corona-PCR-Test ein Wattestäbchen tief in den Rachen oder die Nase der Testperson eingeführt wird, muss beim Gurgeltest lediglich für etwa 20 Sekunden kräftig mit keimfreiem Wasser (Kochsalzlösung) gegurgelt werden.

Anschließend wird das Gurgelwasser in einen kleinen Becher gespuckt und im Labor untersucht. Innerhalb von 24 Stunden können die Getesteten per App über das Ergebnis informiert werden.

Wie sicher ist der Gurgeltest im Vergleich zum klassischen PCR-Test?

Getestet wird auch beim Gurgeltest nach dem PCR-Verfahren. Das gilt allgemein als zuverlässig und deutlich sicherer als Schnelltests nach dem Antigen-Verfahren.

Angenehmer und kostengünstiger: die Vorteile des Gurgel-Testverfahrens

Lässt man sich in Deutschland per PCR-Verfahren auf das Coronavirus testen, nimmt dafür in der Regel eine medizinische Fachkraft per Wattestäbchen einen Abstrich aus Rachen und Nase. Die Patienten empfinden das häufig als unangenehm - vor allem Kinder.

Das Gurgeln ist nicht nur einfacher, sondern macht auch viel medizinisches Personal überflüssig. Ein weiterer Vorteil: Im Labor können bis zu 20 Gurgelproben auf einmal auf das Coronavirus getestet werden. Ist das gesamte Ergebnis negativ, hat man mit einem einzigen Test 20 Proben ausgewertet. Das spart Zeit und Geld. Nur wenn die Gesamtprobe positiv ausfällt, muss jedes einzelne Gurgelat ausgewertet werden.

Kleine Haken gibt's aber auch beim Gurgeltest: Beim Gurgeln werden mehr Aerosole ausgestoßen, als bei einem herkömmlichen Nasen-Rachenabstrich. Deshalb sollte nur mit Abstand gegurgelt werden. Und: Bei Kindern unter sechs Jahren oder älteren Menschen, die bettlägerig sind oder an Demenz leiden, ist die Rachenwasserspülung nicht anwendbar.

Corona-Gurgeltest steht auf einer Anwendungsanweisung.
Nach dem Gurgeln kommt die Probe ins Labor - und wird dort nach dem PCR-Verfahren auf das Coronavirus getestet. Bildrechte: dpa

Wo kann man einen Corona-Gurgeltest machen?

In Österreich kommen Gurgeltests bereits seit geraumer Zeit zum Einsatz. In Deutschland setzt sich das alternative Testverfahren in Sachen Coronavirus eher zögerlich durch, obgleich es für andere Testungen durchaus üblich ist.

Einige Hausarztpraxen und Krankenhäuser wie das Leipziger St. Georg Klinikum setzen bei Coronatests bereits aufs Gurgeln. Auch privat betriebene (und damit kostenpflichtige) Teststationen bieten das Verfahren für 25 bis 35 Euro pro Test an. In Bremen hat zu Beginn der Woche eine erste Drive-In-Station für Gurgeltests den Betrieb aufgenommen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis weitere folgen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 16. Februar 2021 | 17:15 Uhr