Köln: Umweltaktivisten und Braunkohlegegner stehen vor der Verhandlung zu drei Klagen des Umweltverbands BUND im Zusammenhang mit dem Hambacher Forst und Tagebau Hambach mit einem Transparent mit der Aufschrift «Hambacher Wald: retten statt roden» vor dem Verwaltungsgericht.
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Neuer Streit Haben Umweltschützer Bäume im Hambacher Forst gefällt?

BRISANT | 14.03.2019 | 17:15 Uhr

Köln: Umweltaktivisten und Braunkohlegegner stehen vor der Verhandlung zu drei Klagen des Umweltverbands BUND im Zusammenhang mit dem Hambacher Forst und Tagebau Hambach mit einem Transparent mit der Aufschrift «Hambacher Wald: retten statt roden» vor dem Verwaltungsgericht.
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Eigentlich wollte RWE den Hambacher Forst für einen Braunkohle-Tagebau abholzen. Umweltaktivisten liefen Sturm. Der Energie-Riese erklärte sich daraufhin bereit, vorerst darauf zu verzichten. Nun sind im Hambacher Forst dennoch Bäume gefällt worden - laut Polizei allerdings nicht von RWE.

RWE will Strafanzeige stellen

Polizisten entdeckten bei einer Waldbegehung neue Baumhäuser, für die teilweise Holzstämme mit frischen Schnittkanten verbaut worden seien. Gleichzeitig fanden die Polizisten etwa 50 Baumstümpfe frisch geschlagener Bäume. Diese seien nicht von RWE gefällt worden. Die Polizei schließt nicht aus, dass Umweltaktivisten am Werk waren. Der Energiekonzern wolle Strafanzeige stellen.

Gefällte Baumstämme im Hambacher Forst
Etwa 50 Bäume wurden seit Oktober vergangenen Jahres illegal gefällt. Bildrechte: Polizei Aachen /dpa

Umweltaktivist festgenommen

Fast fünf Stunden lang machten sich die Beamten ein Bild von der Lage vor Ort. Sie stellten im Wald auch Gegenstände sicher, die dem RWE Konzern gestohlen wurden - darunter Feuerlöscher. Als eine Gruppe versuchte, den Einsatz zu stören, wurde ein Umweltaktivist festgenommen. Umweltschützer halten den Hambacher Forst für dessen Erhalt nach wie vor besetzt.

Hambacher Forst: Wald mit einer 12.000 Jahre langen Geschichte Der Hambacher Forst hat nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) eine 12.000 Jahre lange Geschichte. Es gibt dort Vorkommen streng geschützter Arten wie Bechsteinfledermaus, Springfrosch und Haselmaus. Der Protest vor Ort richtet sich auch gegen den Abbau von Braunkohle allgemein.  

Das Foto der Polizei zeigt ein neu errichtetes Baumhaus im Hambacher Forst.
Mehrere neue Baumhäuser sind laut Polizeiangaben im Hambacher Forst entstanden. Einige der Hölzer haben frische Schnittkanten. Bildrechte: dpa

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. März 2019 | 17:05 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2019, 21:25 Uhr

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