Polizisten stehen bei einer Hass-Demo gegen den Youtuber «Drachenlord».
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Wenn Online-Mobbing real wird Hass-Demo gegen Youtuber - Polizei muss eingreifen

BRISANT | 21.08.2018 | 17:15 Uhr

Viel Lärm um den "Drachenlord": Obwohl das Landratsamt es verboten hatte, kamen mehrere Hundert Menschen wegen des Youtubers ins kleine mittelfränkische 50-Einwohner-Dorf Emskirchen. Die Polizei war mit Dutzenden Beamten im Einsatz.

Polizisten stehen bei einer Hass-Demo gegen den Youtuber «Drachenlord».
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Die Polizei sprach 300 Platzverweise aus, wie ein Sprecher einen Tag nach dem Vorfall sagte: Trotz eines Versammlungsverbots sind Hunderte Menschen zu einer Hass-Demo gegen den Youtuber "DrachenLord1510" ins fränkische Emskirchen gekommen. Ein Polizist sei bespuckt und beleidigt worden. Einzelne Teilnehmer hätten Böller geworfen, sodass die Feuerwehr einen kleinen Wiesenbrand löschen musste. Zudem habe es Schmierereien an einem Bushäuschen gegeben.

Mehrere Dutzend Beamte im Einsatz

In sozialen Netzwerken hatten meist anonyme Nutzer für Montag zu der Veranstaltung gegen den Youtuber aufgerufen. "DrachenLord1510" seinerseits forderte seine Gegner in einem seiner Videos auf: "Traut euch, kommt zu mir". Er wolle die Sache von Angesicht zu Angesicht klären. Dabei nannte er auch seine vollständige Adresse. Im Laufe des Montags hätten sich daraufhin zwischen 600 und 800 meist jüngere Menschen in dem 50-Einwohner-Ort aufgehalten. Die Polizei war mit mehreren Dutzend Beamten im Einsatz.

Nach Provokationen seit Jahren das Ziel von Internet-Trollen

Seit mehreren Jahren gibt es zwischen dem Mann und seinen Kritikern immer wieder Streit. Der Mann veröffentlicht Videos über sein Leben und provoziert mit extremen Ansichten. Einmal bezeichnete er etwa den Holocaust als "nice Sache". Seine Kritiker beschimpfen ihn und machen sich unter anderem über sein Aussehen, sein Gewicht und seine Ansichten lustig.

Teilnehmer einer Hass-Demo gegen den Youtuber "Drachenlord". Trotz eines Versammlungsverbots waren mehrere Hundert Menschen zu der Demonstration gekommen. In den sozialen Medien hatten meist anonyme Nutzer für den Montag zu der Veranstaltung gegen den Youtuber aufgerufen. Zwischen dem Mann, der seit mehreren Jahren Videos über sein Leben veröffentlicht, und seinen Gegnern gibt es immer wieder Streit
Hass-Demo gegen den Youtuber "Drachenlord": Mehrere Hundert Menschen pilgerten trotz Verbotes nach Aufrufen im Internet in den kleinen fränkischen Ort Emskirchen. Bildrechte: dpa

Auseinandersetzung verlagert sich in die analoge Welt

Doch was als Internet-Phänomen begann, hat schon seit einer Weile reale Konsequenzen. Es kam auch schon zu Straftaten. So wurden Steine durch Fenster des Hauses geworfen, in dem der Mann wohnt. Er wurde bedroht und verletzt. "Drachenlord" ist zudem dafür bekannt, das erste deutsche Opfer von "Swatting" zu sein. So bezeichnet man einen falschen Notruf, mit dem Einsatzkräfte zum Haus eines anderen Menschen, oft eines Online-Streamers, geschickt werden. Im Fall von "Drachenlord" kam die Feuerwehr. Der Vorfall wurde aber hart bestraft: Der damals 24-jährige Täter wurde 2016 zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. August 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2018, 11:59 Uhr

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