Vermisste (tote) Tiere Würdiger Abschied vom Haustier - die "Pink Ladies" machen's möglich

Wird im Allgäu ein totes Haustier am Straßenrand entdeckt, ist das ein Fall für die "Pink Ladies". Ein Netzwerk aus Tierfreundinnen, das sich ehrenamtlich darum bemüht, tote Vierbeiner ihren Besitzern zurückzubringen - und dadurch einen würdigen Abschied möglich zu machen. Keine leichte Aufgabe.

Die "Pink Ladies" Erika Uhrig (l-r), Susi Bauer, Christiane Schrade und Petra Zech präsentieren gemeinsam ein Chip-Lesegerät
Die "Pink Ladies" sorgen dafür, dass tote Tiere nicht auf der Strecke bleiben, sondern für einen würdigen Abschied zu ihren Besitzern zurückkehren können. Bildrechte: dpa

Egal ob Hund oder Katze - ist der geliebte Vierbeiner nicht mehr da, ist mit ihm ein vollwertiges Familienmitglied verschwunden. Ein Gefühl, das Christiane Schrade aus Irsee im Allgäu nur zu gut kennt. Seit 2015 fehlt von zwei ihrer Katzen jede Spur.

Deshalb hat sie mit anderen Tierfreundinnen die "Pink Ladies" ins Leben gerufen. Eine Initiative, die im Straßenverkehr ums Leben gekommene Haustiere ihren Besitzern zurückbringt - und damit einen Abschied in Würde möglich macht.

Damit Hund und Katze nicht für immer verschwunden bleiben

Kein einfacher Job für die ehrenamtlich tätigen Frauen. Denn schön ist der Anblick eines überfahrenen Haustiers nicht - und die Übergabe an die Besitzer meist mit vielen Tränen verbunden.

Ihre Meldungen erhalten die mittlerweile 17 ehrenamtlich tätigen "Pink Ladies" über regionale Facebook-Gruppen oder Messenger-Dienste. Dann heißt es schnell sein. Denn üblicherweise werden überfahrene Haustiere durch städtische Bauhöfe oder Straßenmeistereien einfach "entsorgt". Passiert das, bleiben sie für ihre Besitzer für immer verschwunden.

Hotline der "Pink Ladies": 0178 1262792

Eine überfahrene Katze liegt am Straßenrand.
Ist ein Tier gechipt UND registriert, können seine Besitzer ausfindig gemacht werden. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Wichtig: Haustiere chippen und registrieren lassen!

Die sind übrigens auch für die "Pink Ladies" nicht ganz so einfach zu finden. Zwar ist es seit 2011 verpflichtend, seinem Hund oder seiner Katze einen Chip einsetzen zu lassen, doch das Registrieren in einer Datenbank vergessen viele Haustier-Besitzer.

Haben die Frauen mit ihrem Chip-Lesegerät keinen Erfolg, durchforsten sie Datenbanken und Internet-Seiten, die sich dem Thema vermisste Tiere widmen. Oder sie stoßen mit etwas Glück auf eine tierärztliche Tätowierung des Vierbeiners und können darüber seine Herkunft entschlüsseln.

Eine Mühe, die sich lohnt. Im vergangenen Jahr konnten die "Pink Ladies" die Besitzer von 178 Tieren ausfindig machen. Die müssen nun nicht mehr vergebens auf die Rückkehr des geliebten Vierbeiners warten. Ihre Gewissheit ist den "Pink Ladies" ausreichend Motivation für ihre täglichen Mühen.

Tierhilfe Team und TotFundHund

Gruppen, die tote Haustiere identifizieren, gibt es nicht nur im Allgäu. Die 2011 gegründete Initiative "Tierhilfe Team & TotFundHund" ist mit rund 190 Helfern in ganz Deutschland aktiv. Ebenfalls deutschlandweit agiert der Verein "Tote Hunde e.V.". In Sachsen-Anhalt kümmert sich das "Tierbergungsteam" um verstorbene Fundtiere. Alternativ kann man sich auch an die 24-Stunden-Notruf-Hotline für vermisste Tiere von Tasso e.V. wenden: 061 90937300.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 31. Oktober 2020 | 17:10 Uhr

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