Hochzeitspläne Heiraten in Corona-Zeiten - was ist erlaubt?

Katy Perry und Orlando Bloom haben ihre Hochzeit verschoben, die britische Prinzessin Beatrice hat sich für eine abgespeckte Variante entschieden. In Deutschland haben Stefan Mross und Anna-Carina Woitschack erstmal einen Rückzieher gemacht, mittlerweile aber doch geheiratet. Die Corona-Krise wirft die Hochzeitspläne etlicher deutscher Paare durcheinander. Trotzdem heiraten oder lieber verschieben? Was ist überhaupt möglich - und wie kann man den "schönsten Tag des Lebens" dennoch feiern?

Marlena und Sebastian Sternberg, die beide einen Mundschutz tragen, nach ihrer Hochzeit
In welchem Rahmen darf in Corona-Zeiten Hochzeit gefeiert werden? Bildrechte: Klaus Sternberg/Sternberg /dpa

Sind Trauungen auf den Standesämtern möglich?

Trauungen führen auch in der Corona-Krise fast alle Standesämter durch - zumindest, wenn es sich um einen bereits lange vereinbarten Termin handelt. In den meisten Bundesländern dürfen auch neue Termine vereinbart werden.

Unterschiedlich sind dagegen die Regelungen, wieviele Gäste Zeuge des Ja-Worts werden dürfen. Zwei befreundete Familien sind immer gestattet. Sprich: Die engste Verwandtschaft darf auf jeden Fall mit am Start sein. Ob's dann auch noch für zwei (familienfremde) Trauzeugen reicht, das sollte man vorab mit seinem Standesamt klären.

Der Bräutigam streift bei der Trauung seiner Braut den Ehering über den Finger.
Wieviele Freunde und Verwandte dürfen in Corona-Zeiten bei einer standesamtlichen Trauung dabei sein? Bildrechte: dpa

Kirchliche Trauung mit Mindestabstand und Mundschutz

Auch gemeinsam vor den Traualtar zu treten ist prinzipiell kein Problem. Gottesdienste sind mittlerweile in allen Bundesländern wieder erlaubt. Nur sich vor Rührung in die Arme fallen, das dürfen die Gottesdienstbesucher in diesem Fall nicht. Und wer nicht als Familie gemeinsam in der Kirche aufschlägt, der muss ausreichend Abstand zu seinen Banknachbarn halten.

Auch das Mitsingen wird im Gottesdienst untersagt sein. Aber was soll's: Engagieren Sie einfach einen Profi-Sänger fürs Ave Maria, dann bleiben Ihnen die schiefen Töne der Verwandtschaft erspart.

Schick zur Hochzeit? Kein Problem!

Für Modemuffel und Freunde des Langhaar-Looks gibt's keine Ausreden. Die Geschäfte sind geöffenet und beim Friseur muss man eher darum bangen, einen Termin für die Hochzeitsfrisur zu bekommen. Nach mehreren Wochen Lockdown sind die Coiffeure gut ausgebucht. Bereits seit Mitte Mai sorgen Kosmetik- und Nagelstudios wieder für einen gepflegten Auftritt - und mittlerweile ist auch ein Liebes-Tattoo wieder drin.

Brautpaar schneidet Hochzeitstorte an.
Schick vor den Altar zu treten ist jetzt kein Problem mehr. Bildrechte: imago images / Peter Widmann

Bedingt möglich: Kleine statt große Familienfeier

Recht unterschiedlich sind die Umsetzungen der einzelnen Länder in Sachen Feiern. Auf gutes Wetter muss man nicht mehr zwingend hoffen, denn mittlerweile sind Restaurants im Innen- wie Außenbereiche wieder geöffnet. Dort wird allerdings auf Sicherheitsabstand geachtet - und lässt dadurch den ein oder anderen Gast mehr zu. Man darf sich halt nur nicht zu nahe kommen.

Auf die große gemeinsame Tafel muss vielerorts noch verzichtet werden. Doch einheitlich gilt: Für Begegnungen mit allen anderen Menschen ist weiterhin ein Abstand von mindestens 1,50 m einzuhalten.

Private Feiern - was gilt in welchem Bundesland? (Stand: 25.08.2020)

Wichtig: Zwar hat jedes Bundesland seine eigenen Regeln zum Umgang mit dem neuartigen Coronavirus, dennoch können für einzelne Landkreise und Städte (auch kurzfristig!) andere Vorschriften gelten. Deshalb die Feierlichkeit nicht zu langfristig planen und auf der offiziellen Webseite des Kreises, in der die Hochzeit stattfinden soll, noch einmal über die Möglichkeiten für eine Trauung informieren.

Baden-Württemberg

Seit dem 1. Juli dürfen an privaten Veranstaltungen und Feiern bis zu 100 Personen teilnehmen. 250 dürfen es sein, wenn es feste Sitzplätze gibt und die Veranstaltung einem vorab festgelegten Programm folgt. Treffen sich lediglich bis zu 20 Personen, darf auf Abstandsregeln und Hygienevorschriften offiziell verzichtet werden. Auch das Tanzen ist wieder erlaubt. Die konkreten Corona-Regeln für private Veranstaltungen in Baden-Württemberg finden sich auf der offiziellen Website des Landes.

Bayern

Hochzeiten sind in Bayern mit bis zu 100 Gästen in Innenräumen und bis zu 200 Gästen im Freien gestattet, Kinder sind dabei mit eingerechnet. Und: Zelte und Pavillons gelten als Innenräume. Rosenheim begrenzt die Zahlen auf 50 bzw. 100 Personen. Die Abstandsregeln sind jedoch in jedem Fall einzuhalten und eine bestimmte Raumgröße muss gegeben sein. An einem Tisch dürfen maximal 10 Personen sitzen, zu den anderen Tischen muss ein Abstand von mindestens 1,50 Metern gegeben sein. Verlässt man seinen Tisch oder tanzt man mit einem fremden Partner, ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Gibt es ein Büffet mit Selbstbedienung, müssen die Speisen verpackt sein, Geschirr und Besteck dürfen nicht von mehreren Personen berührt werden. Antworten auf weitere Detailfragen gibt die Website des Bayerischen Staatsministeriums.

Berlin

In Berlin darf bereits wieder groß gefeiert werden - zumindest wenn es sich um private und familiäre Veranstaltungen handelt. Derzeit dürfen es bis zu 500 Gäste sein. Ab dem 31. August gilt eine Obergrenze von 750 Personen. Bis zum 24. Oktober wird diese Zahl auf 1.000 erhöht. Draußen dürfen bei solchen Veranstaltungen momentan bis zu 1.000 und vom 1. September an bis zu 5.000 Menschen zusammenkommen.

Brandenburg

In Brandenburg dürfen öffentliche und private Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Menschen stattfinden. Es gelten Abstands- und Hygieneregeln, genügend Frischluft und das Erfassen von Personendaten.

Bremen

Veranstaltungen mit bis zu 250 Menschen in Innenräumen sind erlaubt. Unter freiem Himmel dürfen bis zu 400 Personen zusammenkommen. Der Mindestabstand muss dabei jedoch gewahrt werden. Außerdem ist der Gastgeber zu Vorhaltung eines Hygienekonzepts verpflichtet. Alle aktuell geltenden Corona-Regeln hat die Stadt Bremen auf ihrer Website veröffentlicht.

Hamburg

Mit deutlich mehr Einschränkungen müssen sich Brautpaare in Hamburg abfinden. Nach wie vor dürfen sich in den Trauzimmern der Hansestadt lediglich bis zu zehn Personen (inklusive dem Standesbeamten!) zusammen aufhalten. Und das auch nur dann, wenn die Abstandsregeln eingehalten werden können. Ob das der Fall ist, entscheidet das jeweilige Standesamt. Außerdem dürfen die Gäste aus maximal zwei Haushalten stammen.

Privatfeiern im Garten oder der Wohnung sind mit zu 25 Gästen erlaubt. Für Hochzeitsfeiern mit Alkoholausschank gilt eine maximale Gästezahl von 100 Personen im Freien oder 50 Personen in Räumen. Wird kein Alkohol ausgeschenkt, dürfen maximal 200 Personen im Freien oder 100 Personen in Räumen zusammen feiern. Jeder Gast muss in Innenräumen 10 Quadratmeter Fläche für sich haben. Ein Schutzkonzept muss erstellt, Personendaten erfasst werden. Tanzen ist nicht gestattet! Auch nicht der Eröffnungstanz des Brautpaares!

Hessen

Veranstaltungen sind mit bis zu 250 Personen erlaubt, egal ob Privatfeiern oder öffentliche Veranstaltungen. Der Mindestabstand muss eingehalten werden. Ein Hygienekonzept muss erstellt, Personendaten erfasst werden.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern sind Zusammenkünfte aus wichtigen familiären Anlässen in Privaträumen mit bis zu 75 Personen gestattet. Dabei sind die gestiegenen Hygieneanforderungen zu beachten. Tanzen ist nicht erlaubt! Personendaten werden erfasst.

Niedersachsen

In Niedersachsen dürfen bis zu 50 Personen an einer Hochzeitsfeier teilnehmen.

Nordrhein-Westfalen

Standesamtliche Trauungen einschließlich der Zusammenkunft vor Ort sind auch mit Gästen zulässig, die nicht zur Familie oder zu den Angehörigen zweier Haushalte gehören. Allerdings müssen sie einen Mindestabstand von 1,5 m einhalten und einen direkten Kontakt vermeiden. Gedrückt werden darf sich also nicht. Private Feste zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten sind mit maximal 150 Teilnehmern gestattet. Voraussetzung sind die Beachtung von Hygieneregeln und die Erfassung von Personendaten.

Rheinland-Pfalz

Familienfeste oder Hochzeiten mit bis zu 75 Gästen sind möglich. Es wird empfohlen, eine Maske zu tragen. Personendaten müssen erfasst werden.

Saarland

Veranstaltungen unter freiem Himmel sind mit bis zu 900 Menschen zugelassen, in geschlossenen Räumen mit bis zu 450. Bei mehr als 20 Gästen muss die Feier vorab der örtlichen Polizeibehörde gemeldet werden. Und man ist dazu verpflichtet, die Kontaktdaten der einzelnen Gäste zu dokumentieren. Darüber hinaus muss der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden.

Sachsen

In Sachsen sind seit dem 30. Juni Familienfeiern auch außerhalb des privaten Bereichs mit bis zu 100 Gästen gestattet. Für private Treffen und Feiern in der eigenen Wohnung oder im eigenen Garten gelten keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Teilnehmerzahl. Hier wird die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln empfohlen.

Sachsen-Anhalt

Zu privaten Feiern dürfen bis zu 50 Menschen kommen. Wenn eine private Feier "fachkundig organisiert" wird, dürfen maximal 250 Personen teilnehmen. Noch größere Veranstaltungen mit bis zu 500 Personen in geschlossenen Räumen werden ab dem 29. August erlaubt.

Schleswig-Holstein

Hochzeitsfeiern sind im Freien für bis zu 150 Teilnehmende erlaubt, in geschlossenen Räumen für bis zu 50. Das gilt auch für Veranstaltungen im privaten Wohnraum. Der Mindestabstand muss eingehalten, Personendaten erfasst werden.

Thüringen

Private Feiern sind wieder möglich. Ab einer bestimmten Personenzahl (mehr als 30 Personen in geschlossenen Räumen und mehr als 75 unter freiem Himmel) muss die Veranstaltung jedoch mindestens 48 Stunden im Voraus beim zuständigen Landkreis angemeldet werden. Außerdem ist der Gastgeber verpflichtet, geeignete Infektionsschutzvorkehrungen zu treffen und die Kontaktdaten seiner Gäste zu dokumentieren. Ab 30. August liegt die Grenze bei 50 Teilnehmern in Innenräumen und 100 im Freien.

Ein frisch verheiratetes Paar mit Verwandten nach der Hochzeitszeremonie in Moskau
In Corona-Zeiten sind kleine Feiern angesagt. Bildrechte: dpa

Schlechte Karten für den Junggesellenabschied?

Für einen großen Junggesellenabschied sieht es in manchen Bundesländern noch immer schlecht aus, in anderen darf man sich bereits mit mehreren Jungs im öffentlichen Raum treffen.Tanzen gehen ist fast nirgends drin, in die Kneipe kommt man dagegen überall. Die Frage ist nur, mit wie vielen Begleitern. Wer gar auf den Besuch einer Table-Dance-Bar oder eines Bordells spekuliert hat, der sollte umplanen. Gehen Sie lieber Kanufahren oder Tennisspielen - das macht Sie fit für den großen Tag und die Braut freut sich über den gestählten Körper.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 03. Juni 2020 | 17:15 Uhr

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