Stimmen Sie ab! Wegen Corona im Homeoffice: Wie gerecht ist die Fünf-Euro-Pauschale?

Den heimischen Arbeitsplatz bei der Steuererklärung geltend zu machen - bislang ein äußerst schwieriges Unterfangen. Das soll sich im Corona-Jahr 2020 ändern. Geplant ist, Arbeitnehmer, die aufgrund der Corona-Pandemie von zu Hause aus arbeiten müssen, für die entstandenen Mehrkosten bei der Steuererklärung mit einer Pauschale von fünf Euro pro Tag zu entschädigen.

Homeoffice
Im Homeoffice zu arbeiten steigert die Kosten für die Privatwohnung. Deshalb sollen betroffene Arbeitnehmer bei ihrer Steuererklärung fünf Euro pro Arbeitstag geltend machen dürfen. Bildrechte: imago images/CTK Photo

Steuerliche Entlastung für Beschäftigte im Homeoffice

Die große Koalition hat sich auf eine Entlastung für Arbeitnehmer geeinigt, die aufgrund der Corona-Pandemie viel oder ganz von zu Hause aus arbeiten müssen. Sie sollen mit einer Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag entschädigt werden, jedoch maximal 600 Euro pro Jahr.

Ob die Pauschale zusätzlich zum sogenannten Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro gewährt werden soll, ist bislang unklar. Dieser Betrag wird bei der Steuerberechnung für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, pauschal vom Einkommen abgezogen: etwa für Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen.

Sollte die Homeoffice-Pauschale wie andere Werbungskosten behandelt werden, könnten nur diejenigen profitieren, die auf mehr als 1.000 Euro Werbungskosten kommen.

Mutter und Sohn sitzen an einem Tisch und machen Heimarbeit
Entschädigt werden sollen die betroffenen Arbeitnehmer für die entstandenen Mehrkosten, nicht für die mentale und physische Mehrbelastung. Bildrechte: imago images/MedienServiceMüller

Was halten Sie von der Homeoffice-Pauschale? Stimmen Sie ab!

Strom, Wasser, Heizung - das Homeoffice wird bei so manchem Arbeitnehmer in der Betriebskostenabrechnung 2020 deutlich zu Buche schlagen. Wird in vielen Haushalten erst nach der Arbeit geheizt, muss die private Wohnung jetzt den ganzen Tag über warm gehalten werden.

Jammern auf hohem Niveau, wird sich so Mancher denken, der sich seit Monaten mit Kurzarbeit und deutlich weniger Gehalt arrangieren muss. Das Personal in Kliniken und Seniorenheimen kann nicht geschützt im Homeoffice arbeiten - und muss deutlich mehr Arbeitsbelastung standhalten.

Recht auf Homeoffice - ein Modell für die Zukunft?

Nach einem neuen Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums sollen Arbeitnehmer künftig das Recht bekommen, einen Wunsch nach regelmäßigem mobilen Arbeiten mit ihrem Arbeitgeber zu erörtern. Der Arbeitgeber soll konkret auf die vom Beschäftigten gewünschte Ausgestaltung der mobilen Arbeit eingehen. Lehnt er den Wunsch des Arbeitnehmers ab, muss er die Begründung für seine Entscheidung spätestens nach zwei Monaten schriftlich mitteilen.

Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, hatte ursprünglich sogar geplant, dass jeder Beschäftigte 24 Tage im Jahr mobil oder im Homeoffice arbeiten darf, wenn keine betrieblichen Gründe dagegen sprechen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. November 2020 | 17:15 Uhr

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