Krankenhausbelegung Neuer Corona-Indikator: Hospitalisierungsrate - Was ist das?

Künftig soll die Sieben-Tage-Inzidenz nicht mehr der alleinige Richtwert in der Corona-Pandemie sein. Jetzt kommt die Hospitalisierungsrate ins Spiel. Doch was ist das und ab wann gilt dieser Wert?

Ärzte und Intensivpfleger auf einer Covid-Intensivstation
Künftig soll die Belegung der Krankenhausbetten mit Covid-19-Patienten mehr Berücksichtigung finden. Bildrechte: imago images/Max Stein

Gesundheitsminister Spahn will die Corona-Pandemie anhand neuer Kriterien bewerten. Denn nur auf die Sieben-Tage-Inzidenz zu gucken, greife zu kurz. Zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind bereits geimpft. Und obwohl auch sie sich mit der Delta-Variante anstecken können, erkranken sie nicht mehr so schwer, dass sie auf Intensivstationen behandelt werden müssten.

Daher hat das Kabinett am 31. August Spahns Vorschlag einer Neuregelung auf den Weg gebracht, der vor allem die Hospitalisierungsrate in den Mittelpunkt rückt. Anfang September berät der Bundesrat.

Was ist die Hospitalisierungsrate?

Die Hospitalisierungsrate bildet die Auslastung der Krankenhäuser mit Covid-Patienten innerhalb von sieben Tagen ab. Und zwar Einweisungen auf alle Stationen, nicht nur auf Intensivstationen. Ein Grenzwert, ab wann Kliniken als überlastet gelten, steht aber noch nicht fest.

Entscheiden sollen dann die Länder. Sie sollen laut Vorschlag von Jens Spahn die Schwellenwerte für alle künftigen Indikatoren selbst festlegen. Weitere Kriterien neben der Hospitalisierung sollen die bewährte Sieben-Tage-Inzidenz sein (allerdings nach Altersstufen gestaffelt), die freien Intensivbetten und die Zahl der Geimpften.

Woher stammen die Zahlen für die Hospitalisierungsrate?

Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht täglich Zahlen zu Covid-Patienten in Krankenhäusern. Am 31. August lag der Hospitalisierungswert deutschlandweit bei 1,38. Im vergangenen Winter lag der Wert in der Weihnachtswoche bei über 12.

Laut Statista liegen derzeit rund 1.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen, um Weihnachten 2020 herum waren es mehr als 5.000. Deutschland verfügt über rund 25.000 Intensivbetten, die noch aufgestockt werden können.

Im Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin ("Divi") ist zudem die Belegung der Intensivbetten nach Landkreisen aufgeschlüsselt. Das "Divi" erfasst auch die Bettenkapazitäten.

Seit dem 13. Juli 2021 müssen alle Krankenhäuser ihre aufgenommenen Covid-19-Patienten an die Gesundheitsämter der Landkreise melden. Das bedeutet, dass regional immer aktuelle Zahlen vorliegen und die Bundesländer schnell reagieren können - zum Beispiel mit Verschärfungen der Corona-Regeln

Quelle: AFP/tagesschau

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 31. August 2021 | 17:15 Uhr

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