IKEA und Co. Diese Geschäfte haben am Wochenende einen Ansturm erlebt

Die Geschäfte öffnen wieder, aber die Kunden bleiben weitgehend aus. Nicht so bei IKEA. Auf das Möbelhaus hat ein wahrer Ansturm stattgefunden. Was wiederum eine Diskussion um die Lockerungen nach sich zieht.

Passanten mit Einkaufstüten sind auf dem Jungfernstieg unterwegs.
Noch shoppen die Deutschen nicht wie zu Vor-Corona-Zeiten. Bildrechte: dpa

Der erste Samstag im Monat, das Gehalt ist auf dem Konto und viele Läden haben wieder geöffnet. Nach Wochen des Locksdown hat man sich ja auch an den eigenen vier Wänden irgendwann mal satt gesehen. Die Konsequenz: Eine ellenlange Schlange von wartenden Kunden vor IKEA in Köln-Godorf. Die meisten ohne Mund-Nase-Schutz! Und mit minimalem Abstand zueinander. Festgehalten auf einem Twitter-Foto, das durch ganz Deutschlang ging.

Die User diskutieren über Sinn und Unsinn von Lockerungen. Und dass sich die Kunden angesichts eines neuen Regals kaum für Corona-Regeln zu interessieren scheinen. So schreibt ein User: "Die grenzenlose Dummheit eines Bevölkerungsteiles in einem Bild erklärt." Einige Kommentare haben wir herausgepickt:

Run auf Möbelhäuser ist enorm

Auch der Kundenandrang vor anderen Ikea-Geschäften in Nordrhein-Westfalen war groß. So teilte ein IKEA-Mitarbeiter vom Standort Kamen ein Video auf Twitter, auf dem er die zwei Kilometer lange Kundenschlange schilderte. Das Bundesland erlaubt als einziges die Öffnung von Möbelhäusern wie IKEA, Höffner, Roller oder XXX Lutz seit dem 22. April.

Bei der Anfahrt zu IKEA in Dortmund und Düsseldorf bildeten sich bereits auf der Autobahn ein kilometerlanger Rückstau. Und um ins Möbelhaus zu gelangen, warteten die Kunden bis zu zwei Stunden! Seit Montag gelten in Sachsen gelockerte Corona-Regeln. Auch in Sachsen durften am Montag Möbelhäuser wieder öffnen. Vor dem Ikea im Elbepark Dresden hatte sich am Vormittag eine lange Schlange gebildet.

Schlange vor Ikea
Alle wollen zu IKEA in Dresden. Bildrechte: Tino Plunert

Was shoppen die Deutschen jetzt?

Neben Möbelhäusern interessierten sich die Menschen am Samstag vor allem noch für Elektronikgeräte. Auf dem Alexanderplatz in Berlin bildete sich vor einem Elektronikgeschäft eine lange Schlange. Der Handel in Niedersachsen zieht eine positive Bilanz der ersten Shopping-Woche - doch viele Händler in den Innenstädten sind weit von der Normalität aus Vor-Corona-Zeiten entfernt. Es gilt, Sicherheitsvorschiften, Abstandregeln und Maskenpflicht einzuhalten. Der Handelsverband Niedersachsen-Bremen geht davon aus, dass derzeit vor allem Kleidungsgeschäfte von der Öffnung profitieren.

Auch im Saarland bleiben Stammkunden "ihren" Bekleidungsläden treu. Ihre Motivation wieder in den Geschäften und nicht online einzukaufen: Sie wollen den lokalen Einzelhandel unterstützen, damit er die Corona-Krise übersteht. Neben Sommergarderobe gehen auch Kinderschuhe gerade gut weg. Der Ansturm der Kunden auf die Geschäfte hält sich aber durchweg in Grenzen.

Corona-Regeln: Das gilt weiterhin bundesweit:

  • In ganz Deutschland muss beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.
  • ​Studierende sind in Deutschland digital ins Sommersemester gestartet, mit Vorlesungen und Seminaren per Videostream.
  • Arbeitnehmer mit Erkältungsbeschwerden können sich per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen. Die entsprechende Sonderregelung gilt bis 18. Mai.
  • Auf Reisen auch zu Verwandten soll weiterhin verzichtet werden. Für Auslandsreisen gilt weiterhin die weltweite Reisewarnung, sie wurde am Mittwoch bis Mitte Juni verlängert.
  • Alle Betriebe und besonders solche mit Publikumsverkehr sollen Hygienevorschriften einhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umsetzen.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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