Corona Astrazeneca nur für Jüngere - neue Reihenfolge beim Impfen?

Weil der Impfstoff von Astrazeneca nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen ist, stellt das die Impfstrategie in Deutschland auf den Kopf. Eine neue Impf-Reihenfolge wäre die Lösung. Die Frage bei den knappen Vakzinen:
Wer kommt zuerst?

Impfung
Nach der Astrazeneca-Pleite: Rücken jetzt jüngere Impfwillige nach? Bildrechte: imago images/Political-Moments

Der neu zugelassene Impfstoff von Astrazeneca wird vermutlich die Impfreihenfolge ändern. Denn das Vakzin ist in Deutschland nur für Menschen unter 65 Jahren zugelassen. Für die beiden Risikogruppen der über 80-Jährigen und über 70-Jährigen fällt damit der Impfstoff aus.  

Doch davon könnten diejenigen profitieren, die jünger sind und dennoch hochgefährdet. Das medizinische Personal zum Beispiel.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will daher eine neue Impfverordnung auf den Weg bringen. Damit könnte sich auch die Reihenfolge ändern, wer als erstes welchen Impfstoff erhält - und wer noch warten muss.

Pfleger, Lehrer, Polizisten - Wer kommt zuerst?

Wie die "Bild" schreibt, könnten Klinikpersonal, ambulante Pfleger, Menschen mit Downsyndrom oder transplantierten Organen, Demenzkranke, geistig Behinderte, Polizisten und Angehörige von Schwangeren in die priorisierte Gruppe "nachrücken".

Laut einem Entwurf, das dem ARD Hauptstadtstudio vorlag, könnte sich vor allem die zweite Gruppe verändern. Diabetiker mit hohen Blutzuckerwerten und Menschen mit bestimmten Krebserkrankungen, chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen oder sehr starkem Übergewicht sollen in diese Gruppe aufgenommen werden. Schwerpunkt bilden aber auch weiterhin Menschen über 70.

Elternvertreter in Brandenburg fordern, auch Erzieher und Lehrer zu impfen, um die baldige Öffnung von Kitas und Schulen zu gewährleisten. Auch der Schulleitungsverband von Nordrhein-Westfalen unterstützt den Vorschlag.

Impfstoff Astrazeneca
Steht in der Kritik: der Impfstoff von Astrazeneca. Bildrechte: imago images/Martin Wagner

Astrazeneca will mehr Impfdosen liefern

Der Astrazeneca- Impfstoff bietet auch Vorteile: Er kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden und ist deshalb gut in mobilen Teams einsetzbar. Sogar ein Einsatz beim Hausarzt ist damit nicht ausgeschlossen.

Außerdem will der britisch-schwedische Hersteller nach EU-Angaben im ersten Quartal nun zusätzlich neun Millionen Dosen liefern. Macht insgesamt 40 Millionen. Wohlgemerkt: für die gesamte europäische Union. Wieviele Dosen nach Deutschland geliefert werden, ist nicht klar.

Zudem teilte der Hersteller Biontech mit, im zweiten Quartal knapp 14 Millionen zusätzliche Dosen seines Vakzins an Deutschland liefern zu können. Zudem kooperiert Biontech mit dem französischen Pharmaunternehmen Sanofi. In einem Werk in Höchst soll das Vakzin vom Band laufen.

Der Pharmariese Bayer steigt in die Impfstoff-Produktion ein und will 160 Millionen Dosen des Curevac-Impfstoffs produzieren - allerdings erst im kommenden Jahr! Die Zulassung des Vakzins wird für April erwartet. Johnson & Johnson haben die Zulassung ihres Impfstoffs für Juni anvisiert.  

Mehr zum Thema impfen

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 01. Februar 2021 | 17:15 Uhr

Das könnte sie auch interessieren