Corona-Vakzin Wirklich "sicher und wirksam"? Impfstoff von Astrazeneca weiter auf dem Prüfstand

Die Überprüfung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA geht weiter. Die Ergebnisse sollen zwischen dem 6. und 9. April veröffentlicht werden. Während das Vakzin in Deutschland bereits wieder verimpft wird, zeigen sich die skandinavischen Länder skeptischer.

Corona-Impfstoff des Schwedisch-Britischen Herstellers AstraZeneca
Die Überprüfung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA geht weiter. Bildrechte: dpa

EMA überprüft weiter seltene Thrombosefälle nach Astrazeneca-Impfung

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA setzt ihre Überprüfung sehr seltener Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca fort. Dafür soll u.a. eine Expertengruppe zu ihrer Bewertung des Impfstoffs befragt werden. Eine aktualisierte Empfehlung zu dem Impfstoff kündigt die EMA für den 6. bis 9. April an.

EMA: Vorteile des Vakzins überwiegen Risiken

In der vergangenen Woche hatte die EU-Behörde ihre vorläufige Überprüfung mit der Einschätzung abgeschlossen, dass das Vakzin "wirksam und sicher" sei. Der Impfstoff sei nicht mit einem Anstieg des Gesamtrisikos von Blutgerinnseln verbunden. Zwar könne ein Zusammenhang zwischen einer Impfung und sehr seltenen Blutgerinnseln im Gehirn nicht definitiv ausgeschlossen werden. Man sei jedoch weiter der Ansicht, dass die Vorteile des Vakzins die Risiken überwögen.

Nach Berichten über Blutgerinnsel: Impfstopp in Deutschland

Nach Berichten über Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen hatten Deutschland und zahlreiche andere Länder die Impfungen mit dem Vakzin Mitte März vorübergehend ausgesetzt. Erst nachdem die EMA ihre Einschätzung des Impfstoffs bekräftigt hatte, nahmen die meisten Länder die Impfungen wieder auf.

Skandinavische Länder bleiben skeptisch

Die skandinavischen Länder haben die Impfungen mit dem Astrazeneca-Mittel bislang noch nicht wieder fortgesetzt. Finnland, Island und Schweden haben jedoch angekündigt, das in Kürze zu tun. Allerdings sollen dann nur ältere Menschen ab 65 bzw. 70 Jahren mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft werden, da für sie kein erhöhtes Risiko der sehr seltenen Blutgerinnsel besteht.

Weil es in den jüngeren Altersgruppen überall in Europa ernste Fälle gebe, werde man für diese Gruppe den Impfstoff weiter aussetzen, bis man mehr Erkenntnisse habe, heißt es aus Schweden.

Dänemark verlängert Astrazeneca-Impfstopp

Dänemark will den Astrazeneca-Impfstopp für alle Altersgruppen verlängern. Die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns würden um drei weitere Wochen ausgesetzt, berichtet der Sender TV 2 unter Berufung auf Insider. Die dänische Arzneimittelaufsicht hatte kürzlich zwei weitere schwere Fälle von Blutgerinnseln nach einer Impfung gemeldet.

Astrazeneca korrigiert Angaben zu Wirksamkeit nach unten

Für das Pharmaunternehmen Astrazeneca reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach Zweifeln an einer großangelegten US-Studie zur Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs hat Astrazeneca seine Angaben jetzt nach unten korrigiert. Der Impfstoff schütze zu 76 statt 79 Prozent vor einer Corona-Infektion mit Symptomen, teilte das Unternehmen mit. Bei über 65-Jährigen läge der Schutz bei 85 Prozent. Gegen schwere Covid-19-Erkrankungen sei der Impfstoff aber weiterhin zu 100 Prozent wirksam.

Die Zweifel an den Studiendaten waren für den Pharmakonzern ein weiterer herber Schlag. Nach der EU-weiten Zulassung des Impfstoffs Ende Dezember hatten Deutschland und andere Mitgliedsländer die Nutzung zunächst auf Menschen bis 64 Jahre eingeschränkt, weil für ältere Menschen nicht genügend Daten vorlagen. Erst Anfang März gaben sie das Mittel auf Grundlage neuer Forschungsdaten auch für ältere Menschen frei.

Reuters/AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. März 2021 | 17:15 Uhr

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