Moderna-Vakzin Zweiter Impfstoff kurz vor Zulassung in Deutschland

Gesundheitsminister Jens Spahn erwartet für die kommende Woche die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffs - von der Firma Moderna. Großbritannen hat unterdessen einen zweiten Corona-Impfstoff genehmigt. Das Vakzin von AstraZeneca ist zwar weniger wirksam, dafür aber günstiger und kann im Kühlschrank gelagert werden. Wie unterscheiden sich die Impfstoffe? BRISANT.de klärt auf.

Kartons mit dem Corona-Impfstoff des US-Biotech-Unternehmens Moderna
Am 6. Januar könnte der Moderna-Impfstoff zugelassen werden. Bildrechte: dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn erwartet "für die kommende Woche" die Zulassung des Moderna-Vakzins mRNA-1273. Die Bundesregierung sei im Gespräch mit dem US-Konzern. Spahn geht davon aus, "dass im ersten Quartal 1,5 bis zwei Millionen Dosen" des Impfstoffs für Deutschland zur Verfügung stehen werden, sagte er am Mittwoch.

Dritter Impfstoff in den Startlöchern

Planmäßig soll die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) am 6. Januar über die Zulassung entscheiden. Im Falle eines dritten Impfstoffs - von AstraZeneca - gehe Spahn von einer "gründlichen und zügigen Bearbeitung eines Antrags" durch die EU-Behörden aus.

In Großbritannien bereits zugelassen

Großbritannen hat den AstraZeneca-Impfstoff unterdessen genehmigt. Es handelt sich um das Vakzin AZD1222, das gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt wurde. Großbritannien ist damit weltweit das erste Land, das dem Impfstoff eine Zulassung erteilt.

Seit dem 8. Dezember ist dort bereits der Biontech/Pfizer-Impfstoff Comirnaty (BNT162b2) im Einsatz.

AstraZeneca Impfdosen
Astrazeneca bringt nun seinen Impfstoff auf den Markt. Bildrechte: imago images / Sven Simon

Vorteil: im Kühlschrank lagerbar

AZD1222 weist in Studien zwar nur eine Wirksamkeit von 70 Prozent gegen das Coronavirus auf, ist im Vergleich zu Comirnaty (Schutz von über 90 Prozent) jedoch verhältnismäßig leicht zu handhaben. Statt bei minus 80 Grad kann der Impfstoff bei Kühlschranktemperaturen (2 bis 8 Grad) gelagert werden und ist zudem deutlich günstiger in der Herstellung. Beides ist wichtig für die Verteilung in ärmeren Ländern.

In Großbritannien sollen bereits vom 4. Januar an die ersten Impfungen mit diesem Vakzin stattfinden. AstraZeneca-Chef Pascal Soriot ist zuversichtlich, dass der Impfstoff auch gegen die Corona-Mutation wirkt, die kürzlich in Großbritannien entdeckt wurde und die nach Experteneinschätzungen offenbar ansteckender ist als die bisher bekannte Variante.

Wie funktioniert der Impfstoff von Astrazeneca?

Während Comirnaty (Biontech) und der Wirkstoff mRNA-1273 aus dem Hause Moderna auf die mRNA-Technologie setzen, ist AZD1222 ein sogenannter Vektor-Impfstoff. Die mRNA  (= Messenger-Ribonukleinsäure) enthält den "Bauplan" für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavirus SARS-CoV-2. Durch die Impfung werden körpereigene Zellen angeregt, dieses Eiweiß herzustellen. Dadurch wird wiederum das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen das Corona-Protein zu bilden.

AZD1222 enthält harmlose Schimpansen-Viren, deren Oberfläche so verändert wurde, dass sie ebenfalls den Bauplan für ein bestimmtes Eiweiß des SARS-CoV-2-Virus enthalten. Die volle Schutzwirkung entfaltet sich binnen 14 Tage nach der zweiten Dosis. Auch hier muss also zweimal geimpft werden.

Dosen des Covid-19 Impfstoffes von Biontech/Pfizer in einer Verpackung
Aufgetaute Dosen des Covid-19 Impfstoffes von Biontech/Pfizer. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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