Zulassung für Biontech Jetzt kommt die Kinderimpfung ab fünf

Die Corona-Zahlen steigen und steigen. Viele Eltern warten auf einen Impfstoff für Kinder. Jetzt ist es soweit. Die Experten der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) machen den Weg frei. Doch wann es in Deutschland losgeht, ist noch unklar.

Arzt füllt Spritze mit COVID-19-Impfstoff für Jungen im Hintergrund in einer Klinik
Die EMA hat Biontech/Pfizer die Zulassung für einen Impfstoff für Kinder ab fünf erteilt. (Themenbild) Bildrechte: imago images/Westend61

Die EMA hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab fünf Jahren gegeben. Das teilte die EMA am Donnerstag (25.11.) mit. Es wird der erste Corona-Impfstoff, der in der EU für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen wird. Offiziell muss die EU-Kommission nun noch zustimmen - doch davon ist auszugehen.

Geringere Dosis für jüngere Kinder

Kinder ab fünf Jahre sollen von dem Biontech/Pfizer-Impfstoff nur ein Drittel der Erwachsenen-Dosis erhalten und zwei Dosen im Abstand von drei Wochen. Die EMA betonte, dass das Vakzin nach Studien sicher und effektiv sei. Bisher seien keine schweren Nebenwirkungen festgestellt worden, allenfalls milde Reaktionen wie Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Die Experten hatten seit Oktober Studien der Hersteller geprüft.

Kinder-Impfstoff ab Ende Dezember verfügbar

In Deutschland stehen nach Angaben des geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab dem 20. Dezember 2,4 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs für Kinder zur Verfügung. Weitere Lieferungen seien in den ersten Monaten des neuen Jahres zu erwarten. Kinder erkranken zwar nur höchst selten schwer an Covid-19, doch, so sagen die EMA-Experten, auch sie könnten kritische Verläufe haben. Die Vorzüge der Impfung seien daher höher zu bewerten als mögliche Risiken.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, dass 2,4 Mio. Dosen für Kinder ab 20.12. zur Verfügung stehen werden. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

Warten auf die Stiko-Empfehlung

Die Entscheidung der EMA heißt nicht, dass nun auch die Impfung von Kindern empfohlen wird. Das müssten nationale Regierungen beziehungsweise Gesundheitsbehörden entscheiden, so die EMA. In Deutschland wird zunächst ein Gutachten der Ständigen Impfkommission (Stiko) erwartet. Sie will ihre Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder von fünf bis elf Jahren vor Jahresende abgeben.

Verständnis für Sorge der Eltern

Der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, äußerte Verständnis für Eltern, die skeptisch sind. "Das kann ich sehr gut verstehen, und es entspricht im Grunde auch dem Problem, vor dem die Stiko mit ihrer Empfehlung steht - nämlich dem Abwägen von Nutzen und möglichen 'Restrisiken' bei den Kindern in dieser Altersgruppe", so Mertens. In einer Zulassungsstudie der Firma Biontech/Pfizer seien aber keine schwerwiegenden Impfreaktionen oder Nebenwirkungen dokumentiert worden, sagte Mertens weiter.

(BRISANT/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. November 2021 | 17:15 Uhr

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