Omikron-Vakzin Neuer Corona-Impfstoff soll im Oktober kommen

Neue Impfstoffe, die an die Omikron-Varianten angepasst sind – wann sie kommen, wurde bisher immer mehr schlecht als recht beantwortet. Doch die Zeit rennt, immerhin ist schon August. Nun nennt BioNTech erstmals einen konkreteren Zeitpunkt.

Impfstoff wird mit einer Spritze aus der Ampulle entnommen
Eine Impfung, die vor Omikron-Varianten schützt? Die könnte ab Oktober wirklich kommen. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Derzeit ist die Omikron-Variante in Deutschland vorherrschend, an welche die aktuellen Impfstoffe angepasst werden müssen. Große Pharma-Hersteller wie BioNTech tüftelten früh an neuen Impfstoffen, bereits Ende März konnten neue Vakzine produziert werden. Eigentlich sollte einer neuen Impfwelle also nichts mehr im Wege stehen. Eigentlich.

Das Problem: Die Zulassung der Impfstoffe ließ auf sich warten. Die Folge: Mittlerweile könnten die Vakzine schon wieder veraltet sein. Denn Omikron ist nicht mehr gleich Omikron. Inzwischen dominieren in Deutschland bereits die noch ansteckenderen Varianten BA.4 und BA.5, die in den Sommermonaten für einen rapiden Anstieg der Infektionszahlen gesorgt haben.

Neues Omikron-Vakzin soll im Oktober kommen

Wie BioNTech am Montag bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen mitteilte, bereitet sich das Unternehmen aktuell auf die Markteinführung von gleich zwei angepassten Omikron-Impfstoffen vor. Die Auslieferung der Vakzine könnte bereits ab Oktober 2022 beginnen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.

"Unsere Covid-19-Produktpipeline umfasst variantenangepasste Impfstoffkandidaten sowie Impfstoffkandidaten der nächsten Generation, die auf einen längeren und breiteren Schutz abzielen", so BioNTech-Chef Ugur Sahin. 

Ugur Sahin
Laut BioNTech-Chef Ugur Sahin kommen bald die neuen Corona-Impfstoffe. Bildrechte: IMAGO / Political-Moments

Das sind die zwei verschiedenen Booster gegen Omikron

Wie bereits erwähnt, wird der erste der beiden Booster bereits seit Frühjahr 2022 produziert. Er wurde vor allem für die ursprüngliche Omikron-Variante konzipiert. BioNTech hat hierfür mit seinem US-Partner Pfizer zusammengearbeitet. Der Impfstoff ist eine Kombination aus dem bereits bestehenden Impfstoff Comirnaty mit einem Impfstoffkandidaten, der das Spikeprotein der Omikron-Variante BA.1 adressiert. BionTech und Pfizer hatten kürzlich die Einreichung des Zulassungsantrags bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA abgeschlossen.

In den USA ist eine Zulassung für diesen Booster nicht geplant. Dort konzentrieren sich die Unternehmen nach den Empfehlungen der Gesundheitsbehörde FDA auf einen Booster, der sich gegen die vorherrschenden Varianten BA.4 und BA.5 richtet. Die Zulassungsbehörde FDA hat den US-Pharmaherstellern bereits im Juni nahegelegt, sich auf die neuen Varianten zu konzentrieren.

Impfstoff gegen Varianten BA.4 und BA.5 auch in EU geplant

Wie BioNTech nun mitteilte, ist neben dem hauseigenen Vakzin nun auch die Einsetzung des US-Boosters in Europa geplant.

Erste Dosen des US-Vakzins könnten ebenfalls bereits ab Oktober ausgeliefert werden – falls die zuständigen Behörden dies genehmigen. BioNTech teilte mit, dass eine Zulassung auch in der EU vorgesehen ist. Noch diesen Monat soll deshalb eine klinische Studie für den angepassten Impfstoff beginnen.

Auch Moderna entwickelt neuen Omikron-Impfstoff

Der US-Pharmakonzern Moderna teilte Ende Juli mit, dass er an einem Vakzin arbeitet, das an die Omikron-Varianten angepasst sei. Gerald Wiegand, Moderna-Deutschlandchef, sagte der "Wirtschaftswoche", dass der Impfstoff bereits im August bereitgestellt werden könne. Der weitere Zeitplan hänge "dann von den Zulassungsbehörden ab".

Karl Lauterbach setzt auf BA.4/5-Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbauch (SPD) ist der Meinung: Der neue Corona-Impfstoff sollte unbedingt auf den aktuell dominierenden Corona-Varianten BA.4 und BA.5 basieren. Dem "Spiegel" sagte Lauterbach: "Wir gehen in Deutschland davon aus, dass BA.4/5 bei der aktuellen Variante die bessere Impfstoff-Zusammensetzung ist."

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach (SPD)
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbauch (SPD) spricht sich für den neuen Omikron-Impfstoff aus. Bildrechte: IMAGO / snapshot

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. August 2022 | 17:15 Uhr

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