Hoffnungsschimmer Zulassung oder Studie: Welche Corona-Impfstoffe kommen noch?

Alle Welt wartet auf die Zulassung weiterer Impfstoffe gegen das Coronavirus. Welche sind schon zugelassen, welche noch in der Entwicklungsphase? BRISANT mit einer Übersicht.

Eine Spritze ist vor den Logos der Unternehmen Sanofi, Biontech, Pfizer, AstraZeneca, Curevac, Johnson & Johnson, Sanofi und GlaxoSmithKline zu sehen. Alle Unternehmen stellen bereits Corona-Impfstoffe her, oder werden es in naher Zukunft tun.
Viele Impfstoffe sind noch in der Erprobungsphase. Bildrechte: dpa

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zählt derzeit 248 Impfstoff-Projekte (Stand 11.03.). Hier stellen wir diejenigen vor, die in Europa bereits verimpft werden oder auf dem Weg zur Zulassung sind:

Sinovac: CoronaVac

Das Vakzin CoronaVac des chinesischen Pharmakonzerns Sinovac wird bereits in Indonesien und China verimpft. CoronaVac basiert wie die Impfstoffe gegen Tetanus, Kinderlähmung oder Keuchhusten auf einem Totimpfstoff. In diesem Fall einem abgetöteten Coronavirus. Studienergebnisse schwankten von 50 Prozent Schutzwirkung in Brasilien bis zu über 90 Prozent in der Türkei. Am 4. Mai begann die EMA mit einem beschleunigten Zulassungsverfahren (= Rolling-Review-Verfahren).

Ein Mitarbeiter von SinoVac kontrolliert Spritzen mit SARS CoV-2-Impfstoff
Ein Mitarbeiter von SinoVac kontrolliert Spritzen mit SARS CoV-2-Impfstoff. Bildrechte: dpa

Sinopharm: Vero

Wie das Unternehmen Sinopharm Ende Dezember mitteilte, soll sein Impfstoff Vero einen annähernd 79-prozentigen Schutz  bieten. Eine wissenschaftliche Veröffentlichung der Daten aus den Studien gibt es bislang nicht. Vero basiert ebenfalls auf einem Totimpfstoff, einem abgetöteten Coronavirus.

Serbien setzt bei seiner Corona-Impfkampagne seit dem 19. Januar auch Sinopharm ein. Damit ist das Balkanland das erste europäische Land, das den chinesischen Impfstoff verimpft.

Anfang Mai erhielt Sinopharm eine Notfallzulassung der WHO. Damit können UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. China hat dem internationalen UN-Impfprogramm Covax, auf das sich viele ärmere Länder verlassen, bereits zehn Millionen Dosen versprochen.Die Wirksamkeit wird mit 79 Prozent angegeben.

Janssen/Johnson & Johnson: Ad26.COV2.S

Der Impfstoff von Janssen Pharmaceuticals, einem Tochterunternehmen des US-Konzerns Johnson & Johnson ist wie Astrazeneca ein Vektor-Impfstoff. Er schleust über harmlose Viren den Bauplan für ein bestimmtes Eiweiß des SARS-CoV-2-Virus in die Körperzellen. Die produzieren dann Antikörper.

Eine einzige Dosis reicht aus, um den vollen Impfschutz zu bekommen. Das macht diesen Impfstoff einzigartig unter allen anderen. Am 11. März hat die EMA das Vakzin für Europa zugelassen. Der Impfstoff, der im Kühlschrank gelagert werden kann, soll vorrangig in Hausarztpraxen verabreicht werden. Die Priorisierung ist zwar aufgehoben worden, der Einsatz wird dennoch nur für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Jüngere brauchen erst eine ärztliche Beratung.

Zwei Ampullen mit dem Corona-Impfstoffes Janssen des amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson werden präsentiert.
Einzigartig: Vom Impfstoff von Janssen/Johnson&Johnson reicht eine Dosis. Bildrechte: dpa

CureVac: CVnCoV

Der Impfstoff von CureVac ist neben dem Biontech-Impfstoff Comirnaty der zweite mRNA-Impfstoff, der in Deutschland entwickelt wurde. Das Unternehmens sitzt in Tübingen. CureVac hat jüngst einen Kooperationsvertrag mit dem Pharmariesen Bayer geschlossen. Er lässt in Wuppertal das Vakzin von den Bändern laufen.

Die Entwicklung befindet sich in der Endphase, das Unternehmen erwartet eine Zulassung im Sommer 2021. Laut Hersteller hält sich das Vakzin bei fünf Grad über drei Monate hinweg.

Sanofi

Der französische Pharmakonzern Sanofi hatte gemeinsam mit dem britischen Partner GlaxoSmithKline einen Impfstoff entwickelt, der Ende des Jahres auf den Markt kommen soll. Frankreich hatte sich von hauseigenen Impfstoff viel erhofft und bereits im vergangenen Sommer 45 Millionen Dosen bestellt.

Der zweite Versuch ist ein mRNA-Vakzin und wurde zusammen mit dem US-Unternehmen Translate Bio entwickelt. Dessen dritte Testphase soll im Herbst starten.

Ein Mann arbeitet in einem medizinischen Labor.
Arbeit im Sanofi-Labor. Bildrechte: dpa

Novavax: NVX-CoV2373

Auch der Impfstoff des US-amerikanischen Biotechnologie-Unternehmens Novavax basiert auf künstlich hergestellten Proteinen. Neueste Studienergebnisse zeigen eine Wirksamkeit von 91 Prozent gegen schwere Krankheitsverläufe von Covid-19.

Der Impfstoff kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden. Im Herbst ist ein Zulassungsantrag sowohl in den USA als auch in Europa geplant.

Gamaleya-Institut: Sputnik V

Sputnik V gilt nach eigenen Aussagen als russische "Wunderwaffe". Erste Studien zeigen, dass das Vakzin zu fast 91 Prozent wirksam ist. Es ist wie Astrazeneca ein Vektor-Impfstoff.

Als erstes Land in der EU hat Ungarn den Impfstoff zugelassen. Ein Zulassungsantrag für Europa ist gestellt. Laut EMA wird eine Kommission bis Ende Juni Studien durchführen.

Quellen: Dlf, spiegel, dpa, ärzteblatt, AFP, Wirtschaftswoche, Reuters

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. Juni 2021 | 17:15 Uhr

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