Corona-Schutzimpfung Trotz Impfschutz: Wie ansteckend sind Geimpfte wirklich?

Die Zahlen aus Großbritannien und Israel zeigen: Auch Menschen die vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind, können sich mit dem Virus infizieren. Dennoch wird bereits darüber diskutiert, dass Geimpften und Genesenen künftig mehr Freiheiten eingeräumt werden könnten als "nur" getesteten Menschen. Sind Geimpfte weniger ansteckend als ungeimpfte Menschen, wenn sie sich trotz Impfschutz infiziert haben?

Ein Helfer nimmt bei Michelle Walther, Berufsschülerin, eine Probe für einen Corona-Schnelltest im Staatlichen Berufsbildenden Schulzentrum Hildburghausen.
Wieviel Sicherheit gibt ein Corona-Schnelltest? Bildrechte: dpa

Seit geraumer Zeit steht fest: Auch wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann sich dennoch damit infizieren. Das ist nicht sehr wahrscheinlich - aber durchaus möglich. Eine Rolle spielen dabei der Zeitpunkt der Impfung und die Virus-Variante, mit der ein Geimpfter in Kontakt kommt.

Untersuchungen von Ausbrüchen in Senioren- und Pflegeheimen haben gezeigt, dass in der Regel geimpfte Personen nur leichte Symptome einer COVID-19-Erkrankung aufweisen oder gänzlich ohne Krankheitssymptome bleiben.

Können vollständig Geimpfte das Virus übertragen?

Inwiefern die Corona-Schutzimpfung die Möglichkeit der Übertragung des Virus weiter reduziert, kann bislang noch nicht belegt werden. Allerdings kann man davon ausgehen, dass die Viruslast bei Menschen, die trotz Impfung mit SARS-CoV-2 infiziert werden, stark reduziert und die Ausscheidung des Virus verkürzt ist. Dadurch ist das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert.

Trotz Impfung AHA+C+L-Regel beachten!

Aber: ein Restrisiko bleibt. Deshalb sollten Infektionsschutzmaßnahmen wie die AHA+C+L-Formel auch von vollständig geimpften weiter eingehalten werden. Bei der Verbreitung von COVID-19 spielen geimpfte jedoch keine wesentliche Rolle.

Schnelltests erkennen Infektionen nicht zuverlässig

Bei durch Schnelltests auf das Coronavirus getesteten Menschen könnte das anders aussehen. Anlass für diese Vermutung gibt eine Studie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und des Universitätsklinikums Würzburg. Für die Studie wurden mehr als 5.000 Test-Ergebnisse von Menschen untersucht, die sowohl einen Schnell- als auch einen PCR-Test hatten durchführen lassen.

Das Ergebnis: Bei 42,6 Prozent aller Infizierten zeigten die Schnelltests ein positives Ergebnis an. Das bedeutet, dass nicht mal jede zweite Erkrankung festgestellt worden wäre.

Sind Geimpfte weniger ansteckend als Getestete?

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Viruslast der Getesteten zum Zeitpunkt des Schnelltests noch vergleichsweise gering war, da sie zu Beginn ihrer Corona-Infektion getestet worden waren. Je weiter die Infektion fortschreitet, desto größer wird die Viruslast - und desto größer die Wahrscheinlichkeit, andere anzustecken. Ein entscheidender Unterschied zu Menschen, die sich trotz vollständiger Corona-Schutzimpfung mit dem Virus infizieren oder bereits davon genesen sind.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Juli 2021 | 17:15 Uhr

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