Corona-Schutzimpfung Corona-Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff jetzt auch in Deutschland gestoppt

Österreich und Dänemark haben den Anfang gemacht. Jetzt hat auch Deutschland die Corona-Schutzimpfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca vorerst gestoppt. Wann es gegebenenfalls damit weitergehen soll, wird von der Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde abhängen.

Der Impfstoff Astrazeneca wurde am 15.3.2021 in einer Hausarzpraxis in Dippoldiswalde gespritzt.
Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca soll nun auch in Deutschland vorerst nicht mehr verimpft werden. Bildrechte: xcitepress

Astrazeneca-Impfstopp jetzt auch in Deutschland

Jetzt setzt auch Deutschland die Corona-Schutzimpfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca vorerst aus. Nach neuen Fällen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa hält das Paul-Ehrlich-Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Bislang hatte das Institut einen Impfstopp für nicht notwendig erachtet.

Wird Astrazeneca-Impfstoff später wieder eingesetzt?

Ob das Vakzin zu einem späteren Zeitpunkt wieder zum Einsatz kommen wird, darüber wird letztlich die Europäische Arzneimittelbehörde EMA entscheiden. Sie hatte dem Impfstoff die Zulassung für die Europäische Union erteilt.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die vorläufige Aussetzung der Corona-Schutzimpfungen mit dem Präparat von Astrazeneca als "reine Vorsichtsmaßnahme" bezeichnet. Für das Vertrauen in den Impfstoff sei es am wichtigsten, den fachlichen Empfehlungen zu folgen.

Bei Nebenwirkungen sofort Arzt aufsuchen

Zugleich wies Spahn auf einen Aufruf des Paul-Ehrlich-Instituts hin, dass Personen, die den Impfstoff bereits erhalten haben und sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, etwa mit starken, anhaltenden Kopfschmerzen oder Hautblutungen, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben sollten.

Wie häufig ist Astrazeneca-Vakzin bereits verimpft worden?

Derzeit werden in Deutschland die Impfstoffe von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Astrazeneca eingesetzt. Außerdem erteilte die EMA vergangene Woche die Zulassung für das Vakzin von Johnson & Johnson.

Bislang wurden laut Robert Koch-Institut in Deutschland rund 1,7 Millionen Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca verabreicht, bei rund 9,4 Millionen Erst- und Zweitimpfungen insgesamt.

Verzögerung der Corona-Schutzimpfungen?

Inwieweit der Stopp für Astrazeneca zu weiteren Verzögerungen bei der Impfkampagne führt, ist zunächst unklar. Zuletzt konnte das Unternehmen seine Impfstoff-Zusagen nicht halten.

Auch Frankreich und Italien setzen Impfungen aus

Die Bundesregierung hatte zunächst auf eine Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen verzichtet, nachdem Dänemark diesen Schritt in der vergangenen Woche als erstes Land gegangen war. Es folgten Norwegen, Island sowie die EU-Länder Bulgarien, Irland und die Niederlande. Österreich, Estland, Lettland, Litauen und Luxemburg setzten die Nutzung von einer bestimmten AstraZeneca-Charge aus. Rumänien stoppt die Nutzung einer anderen Charge.

Italien hatte zunächst Impfungen mit einer AstraZeneca-Charge ausgesetzt. Inzwischen sind Impfungen mit dem Präparat landesweit gestoppt. Ebenso in Frankreich. Auch hier will man die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA abwarten.

Hersteller hält an Präparat fest

Der britisch-schwedische Hersteller Astrazeneca betonte, die Analyse von mehr als zehn Millionen Fällen habe "keinerlei Beweis für ein erhöhtes Risiko für eine Lungenembolie oder Thrombose" ergeben. Bestes Beispiel sei Großbritannien, wo der Impfstoff nicht zu einer Zunahme von Blutgerinnseln geführt habe.

Astrazeneca veröffentlichte zuletzt eine Mitteilung, die erneut die Sicherheit des Vakzins "basierend auf klaren wissenschaftlichen Beweisen" betonte.

epd

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. März 2021 | 17:15 Uhr

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