Bislang keine Zulassung Corona-Impfung: Wann sind Kinder und Jugendliche dran?

Für Kinder und Jugendliche gibt es bislang keinen zugelassenen Corona-Impfstoff. Doch es gibt Hoffnung: Biontech/Pfizer will sein Präparat künftig auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren einsetzen.

Ein Junge bekommt eine Spritze in den Arm
Für Kinder und Jugendliche gibt es bislang keinen zugelassenen Corona-Impfstoff. (Archiv) Bildrechte: IMAGO / Westend61

Ein Antrag auf die Erweiterung der bestehenden Notfallzulassung für den Impfstoff sei bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht worden, erklärte Pfizer. Ähnliche Anträge sollten in den kommenden Tagen weltweit auch bei anderen Zulassungsbehörden gestellt werden. Bislang ist der Einsatz des Impfstoffs in den USA erst ab 16 Jahren zugelassen.

Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren habe eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt, heißt es unter Berufung auf Ende März veröffentlichte Ergebnisse. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erklärten die Unternehmen.

Die Gesundheit der knapp 2.300 Teilnehmer der Studie in den USA würde aus Sicherheitsgründen noch bis zu zwei Jahre nach dem Erhalt der ersten Impfdosis beobachtet, heißt es weiter. Bei den Jugendlichen, die im Rahmen der Studie eine Placebo-Impfung erhielten, wurden demnach 18 Corona-Erkrankungen festgestellt, aber keine einzige bei den 1.131 mit dem Biontech/Pfizer-Präparat geimpften Personen.

Impfstoff des Herstellers Pfizer-BioNTech ist in einem Kühlschrank vom Impfzentrum der Stadt zu sehen.
Biontech/Pfizer hat in den USA die Notfallzulassung für Kinder ab 12 Jahren beantragt. (Archiv) Bildrechte: dpa

Dominante Virusvariante bevorzugt unter Kindern verbreitet

Die Hersteller haben auch bereits eine klinische Studie für Babys ab sechs Monaten und jüngere Kinder begonnen. US-Experten rechnen jedoch nicht vor Anfang nächsten Jahres mit der Zulassung eines Impfstoffs für diese Altersgruppe. Die in den USA ebenfalls eingesetzten Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson sind bislang nur für Erwachsene zugelassen.

Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass die zuerst in Großbritannien aufgetretene Corona-Mutante B.1.1.7 ansteckender und gefährlicher ist als das ursprüngliche Sars-Cov-2-Virus. Zugleich verdichten sich die Hinweise, dass die mittlerweile dominante Virusvariante vor allem Kinder und Jugendliche befällt. "Der Spiegel" berichtet von einer Analyse aus Großbritannien, die zeigt, dass die Mutante sich wohl tatsächlich bevorzugt unter Kindern verbreitet. Ähnliche Ergebnisse habe es auch in Belgien gegeben.

Zwei Kinder spielen in einem Kindergarten auf dem Fußboden
Die dominanten Virusvarianten scheinen sich bevorzugt unter Kindern zu verbreiten. (Archiv) Bildrechte: dpa

Anstieg der Fallzahlen unter Kindern und Jugendlichen

Auch in Deutschland werden seit Februar zunehmend Kinder bis zum einem Alter von 14 Jahren positiv auf das Coronavirus getestet. Das berichtet "Der Spiegel". Demnach würden die Fallzahlen unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen sprunghaft ansteigen. Das bestätigt das Robert Koch-Institut: "Besonders stark steigen die Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen, von denen auch zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen ausgehen."

Während Corona-Infektionen bei Kindern oft symptomlos ablaufen, wird von möglichen Spätfolgen bei Minderjährigen berichtet. In der Fachsprache ist dann von "Long Covid" oder "Post Covid" die Rede. In dem Zusammenhang rückte zuletzt das Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) in den Fokus.

Eines von 1.000 Kindern wird dabei Wochen nach einer Corona-Infektion plötzlich krank und entwickelt Symptome wie hohes Fieber oder Probleme an Herz und Darm, die dann zum Teil lange andauern. Bislang wurden nach Angaben des Deutschlandfunks 245 Kinder mit PIMS bei der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie registriert.

Ein Kinderarzt impft in seiner Praxis in Kaufbeuren einen Jungen zum Schutz gegen Masern.
Auch Kinder können von "Long Covid" betroffen sein. (Archiv) Bildrechte: dpa

Impfung als Ausweg

Einen nachhaltigen Ausweg bietet deshalb wohl nur der Impfstoff, denn nur wenn auch Kinder geimpft werden, lässt sich eine Herdenimmunität erreichen. Aktuell laufen mehrere klinische Studien zur Impfung von Kindern. Auch der US-Hersteller Moderna ist nach Angaben der "Tagesschau" bereits in die klinischen Studien eingestiegen. Moderna wolle bis zum Sommer erste Ergebnisse vorlegen. Ebenfalls bis zum Sommer rechnete das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca mit Ergebnissen. Auch der vierte in der EU zugelassene Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson werde bereits in Studien auf die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern geprüft.

ten/dpa/dlf/afp

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 15. April 2021 | 17:15 Uhr

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