B.1.617 Großbritannien stuft indische Corona-Mutante als "besorgniserregend" ein

In Großbritannien breitet sich die indische Corona-Mutante B.1.617 aus. So schnell, dass die Behörden sie als "besorgniserregend" eingestuft haben. Ist diese Variante noch gefährlicher als andere? Kommt sie auch nach Deutschland? BRISANT mit Antworten.

Indische Virus-Mutation B.1.617
Die Virus-Mutante B.1.617 ist zuerst in Indien aufgetreten. Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Großbritannien macht vor, wie es gehen kann: Ein Großteil der Bevölkerung ist im Eiltempo geimpft, die Inzidenz sinkt stetig, Pubs machen wieder auf. Doch die indische Corona-Variante B.1.617 könnte den herbeigesehnten Lockerungen einen Strich durch die Rechnung machen.

Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) stuft sie mittlerweile als "besorgniserregend" ein, weil sich vor allem die Untervariante B.1.617.2. rasend schnell ausbreitet. Zuvor stand die Mutante nur "unter Beobachtung". Derzeit sind in Großbritannien 520 Fälle der Variante B.1.617.2 bekannt, in der vergangenen Woche waren es noch 202.

Die Gäste in der Kneipe Shakespeare's Head im Stadtviertel Holborn stoßen beim Essen mit ihren Getränken an.
Die Pubs sind wieder geöffnet - fragt sich, wie lange noch. Bildrechte: dpa

Von der indischen Corona-Variante B.1.617 existieren drei Untervarianten: B.1.617.1, B.1.617.2 und B.1.617.3. Die zweite scheint die gefährlichste zu sein.

Kommt die indische Variante nach Deutschland?

Wenn die indische Variante in Großbritannien zu einer erneuten Infektionswelle führen sollte, dürfte das auch in Deutschland bald der Fall sein. Denn ähnlich lief es bereits mit der britischen Variante B.1.1.7, die im Winter aus England kam und den "Ur-Stamm" hier komplett verdrängt hat. Heißt: 90 Prozent der Positiv-Getesteten in Deutschland stecken sich mit der britischen Variante an.

Wie gefährlich ist B.1.617?

Noch ist unklar, wie gefährlich die B.1.617 wirklich ist. In Deutschland ist die Variante bisher noch kaum vertreten, nicht einmal 70 Fälle sind bekannt. Hier gilt sie bislang weiter als "Variante unter Beobachtung".

Eine Frau wird geimpft.
Indien kommt mit dem Impfen nicht hinterher. Bildrechte: imago images/Hindustan Times

Was die indische Variante so gefährlich machen könnte, ist ihre "Doppelmutation", da sie gleich mehrere Genveränderungen aufweist und eine etwas andere Oberflächenstruktur besitzt. Inwieweit sie dadurch leichter an menschliche Zellen andocken kann oder gar die Immunabwehr aushebelt ist derzeit noch nicht erforscht. Mediziner beruhigen: Erste Daten deuten auf eine gute Wirksamkeit von Impfungen hin.

Briten wollen wieder reisen

Unterdessen forderte die britische Tourismusbranche die Regierung auf, weitere Ferienziele freizugeben. Derzeit stehen nur zwölf Länder auf einer "grünen Liste", darunter Israel und Portugal. Wer von anderen beliebten Urlaubsländern wie Spanien oder Italien ins Vereinigte Königreich einreist, muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben und auf eigene Kosten zwei Corona-Tests machen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. Mai 2021 | 17:10 Uhr

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