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Das eigene Haustier groß rausbringen: Das ist das Ziel zahlreicher Petfluencer. Bildrechte: dpa

Umstrittene InternetstarsSo verdienen Petfluencer mit dem Haustier Geld

Stand: 17. November 2022, 15:19 Uhr

Vierbeiner sind heute beliebte Werbeträger in sozialen Medien. Petfluencer wissen daraus Kapital zu schlagen - die Stars der Szene werden selbst zum Produkt oder zum Markenbotschafter. Mit einer entsprechenden Follower-Zahl lässt das die Kassen der Halter gewaltig klingeln. Mittlerweile haben die Newcomer unter den Internet-Profis sogar einen eigenen Award: Am Sonntag wurden die besten Petfluencer Deutschlands gekürt.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Industrieverbands Heimtierbedarf rund 35 Millionen Haustiere, darunter fast elf Millionen Hunde und 16 Millionen Katzen. Insgesamt gibt es in 47 Prozent und somit fast der Hälfte aller Haushalte mindestens ein Haustier. Die Nachfrage nach Produkten für Fiffi und Minka ist logischerweise enorm. So wurden im Jahr 2021 4,8 Milliarden Euro mit Heimtier-Bedarf umgesetzt - ohne den wichtigen Online-Handel. Die Zielgruppe ist riesig und Unternehmen versuchen, ihre Produkte auch per Social Media entsprechend zu platzieren. Hier kommen die sogenannten Petfluencer ins Spiel.

Lukrativer Markt in Deutschland

Zur Erklärung: Petfluencer ist eine Wortschöpfung aus Influencer und Pet, dem englischen Wort für Haustier. Influencer sind Menschen, die über soziale Netze Fans an ihrem Leben teilhaben lassen und dabei über Nahrungsergänzungsmittel bis Lockenstäbe allerhand Dinge bewerben. Und, ganz wichtig, dafür Geld bekommen.

Petfluencer machen dasselbe - aber eben als Haustiere durch ihre Frauchen und Herrchen. Daher setzen sie vor allem Produkte in Szene, die Tieren das Leben angenehmer machen sollen. Der Markt ist lukrativ, denn für ihr Haustier greifen die Deutschen gern mal tiefer in die Tasche.

Das Tier ist immer dabei - ganz wichtig für immer mehr Posts. Bildrechte: IMAGO / Cavan Images

German Petfluencer Awards

Roter Teppich für Vierbeiner: Petfluencer sind ein Hebel, um Produkte bekannt zu machen und letztlich in die Wohnungen von Frauchen und Herrchen zu bringen. Und Tiere funktionieren im Internet schon immer - macht eine Katze Schabernack und wird dabei gefilmt, kann das Video auf millionenfache Klicks hoffen. Bei den German Petfluencer Awards, die jedes Jahr Ende September verliehen wurden, hechelten 2022 rund 400 Tiere mit mehr als 11 Millionen Followern umher.

Posieren für das perfekte Foto - aber vorab muss die Location ausgeleuchtet werden. Bildrechte: dpa

Was verdienen deutsche Petfluencer?

Am Ende räumte die fünf Jahre alte Husky-Dame Cookie (TikTok @cookiethehuskyy) am Sonntag (25.09.22) den begehrten Titel als "Petfluencer des Jahres" ab. Der Husky ist somit Deutschlands einflussreichster Hund im Worldwideweb. Cookie hat mehr als eine halbe Millionen TikTok-Follower. Ganz schön ordentlich für einen Vierbeiner.

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Die meisten Halter verdienen sich durch die Accounts etwas dazu. Davon leben können nur die wenigsten. Schätzungen zufolge gilt in Sachen Verdienst die Faustformel: Zehn Euro pro 1.000 Follower für einen Post und etwa die Hälfte für eine Story. Oft bieten Firmen und Startups ihre Produkte als Gegenwert aber auch kostenfrei an, um sich den Werbe-Effekt zu nutze zu machen.

Jiffpom das Petfluencer-Maß der Dinge

International sieht das anders aus. Dort machen hohe Follower-Zahlen die Tiere als Werbeträger extrem begehrt. Petfluencer im US-amerikanischen Markt sind dabei die Superstars der internationalen Szene. Allen voran Zwergspitz Jiffpom, der mit seinen knapp zehn Millionen Followern alles in den Schatten stellt. Wie bei einigen anderen auch, gibt es von Jiffpom eine eigene Merchandising-Kollektion. Der Vierbeiner steht im Guinnessbuch der Rekorde und trat sogar schon ein einem Musikvideo von Katy Perry auf. Das alles zahlt sich aus. Schätzungen zufolge kann sein Frauchen mit jedem Instagram-Post bis zu 150.000 US-Dollar (135.000 Euro) umsetzen.

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Einzigartig in der Welt der Petfluencer: Füchsin Juniper (2,9 Millionen Follower). Sie wurde von ihrem Herrchen von einer Pelzfarm gerettet. Von Juniper können Fans nicht nur Fanartikel wie T-Shirts und Anstecknadeln kaufen, für Werbe-Postings müssen Kunden mindestens 14.000 Dollar abdrücken.

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Kritik von Tierschützern

Kritiker bemängeln, dass die Fotos und Videos der Tiere nicht immer artgerecht sind. "Es ist eine Grenze erreicht, wenn man Tiere vermenschlicht, wenn man sie verkleidet und das auch zur Belustigung macht“, sagt Tierärztin Moira Gerlach vom Tierschutzbund. In vielen Fällen seien Qualzuchten und vergleichsweise hässliche Tiere bei Instagram erfolgreich: "Diese Tiere leiden unter vorstehenden Zähnen oder starren Blicken, sie kriegen schlecht Luft und normal kauen können sie auch nicht", so Gerlach weiter.


BRISANT/dpa/rnd

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