Corona-Regeln Inzidenz bei Geimpften und Ungeimpften - Das sagen die Zahlen aus

Dass sich auch Geimpfte mit dem Coronavirus infizieren können, steht außer Frage. Aber wie hoch ist das Risiko für Ungeimpfte? Einige Bundesländer haben nun erste Inzidenzwerte vorgelegt. Doch die Berechnungen haben Schwächen.

Eine junge Frau wird geimpft.
Erstmals haben einige Bundesländer Inzidenzwerte zu Geimpften und Ungeimpften vorgelegt. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Einige Bundesländer haben Ende August erstmals Zahlen zu Impfstatus und Inzidenz der Bevölkerung veröffentlicht. Guckt man sich die Inzidenz-Werte der Ungeimpften an, dann sind sie zwölfmal höher als bei Geimpften.

So betrug die Sieben-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften in Schleswig-Holstein 104,2 - und war damit fast zwölfmal höher als unter den Geimpften. Bei ihnen lag der Wert bei 8,8.

Ähnliche Zahlen kamen aus Bayern. In der Gruppe der Ungeimpften lag die Sieben-Tage-Inzidenz am 29. August bei 110,6. Bei vollständig Geimpften lag der Wert dagegen nur bei 9,2. Auch hier lag das Verhältnis bei 12:1.

Hamburg meldete am 24. August einen Inzidenzwert von 3,36 bei Geimpften und von 78,13 bei Ungeimpften. Daraufhin führte Hamburg das umstrittene 2-G-Modell für Veranstalter und Gastronomen ein. Sie können entscheiden, ob sie künftig nur noch Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind. Für Ungeimpfte bleibt die Tür zu.

Kellnerin bedient Gäste im Freisitz
In Hamburg darf jeder Gastwirt entscheiden, ob er Ungeimpften Zutritt gewährt. Bildrechte: imago images/Westend61

Warum die Berechnung hakt

Allerdings haben die Berechnungen einen Haken, denn Hamburg bezieht die Inzidenzen auf die Gesamtbevölkerung seines Stadtstaates, nicht aber auf die einzelnen Gruppen (Geimpft und Ungeimpft). RTL.de kam mit dieser konkreteren Berechnung auf die viel höheren Inzidenzwerte von 5,25 für Geimpfte und 217,03 für Ungeimpfte.

Und es gibt laut tagesschau.de noch weitere Probleme bei der Berechnung der Werte: Bayern erfasst keine Neuinfektionen bei "Teil-Geimpften", also bei denjenigen, die erst eine Spritze bekommen haben. Als vollständig geimpft gilt, wer die letzte erforderliche Impfung vor 15 Tagen erhalten hat - Einmal-Immunisierung mit Johnson & Johnson ausgenommen.

Außerdem melden die Gesundheitsämter ihre Angaben über geimpfte und ungeimpfte Infizierte "in unterschiedlichen Betrachtungsweisen". Das Zahlenchaos ist somit vorprogrammiert. Andere Bundesländer berechnen die Inzidenzen für die jeweilige Gruppe daher (noch) nicht.

Nutzen der Corona-Impfung

Trotz Zweifeln an der richtigen Berechnung machen die Zahlen eines deutlich: Die Inzidenz ist unter Ungeimpften um ein Vielfaches höher ist als unter Geimpften.

Klar ist, dass die Corona-Schutzimpfung nicht davor bewahrt, überhaupt mit dem Coronavirus infiziert zu werden. Das schafft aber keine Impfung. Weder gegen die Grippe noch gegen Masern oder Keuchhusten. Dennoch schützt die Impfung vor schweren Covid-19-Verläufen, die auch eine Beatmung auf der Intensivstation notwendig machen würden.

Quelle: dpa/rtl/tagesschau/welt

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 02. September 2021 | 17:15 Uhr

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