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Auch mit positivem Test gilt in einigen Bundesländern künftig keine Isolationspflicht mehr. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

Mehr EigenverantwortungPositiver Coronatest? - Diese Bundesländer haben die Isolationspflicht aufgehoben

Stand: 12. Januar 2023, 16:43 Uhr

Lange galten bei einem positiven Coronatest deutschlandweit die gleichen Pflichten: Man musste sich mindestens fünf Tage in Isolation begeben. Im November 2022 sind die ersten Bundesländer davon abgerückt. Mittlerweile haben andere nachgezogen - oder planen, genau das zu tun. Was gilt wo?

Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein waren die ersten Bundesländer, die entschieden haben, die Corona-Isolationspflicht für positiv getestete Menschen aufzuheben. Es bedürfe "einer neuen Phase im Umgang mit der Pandemie", die sich "am Übergang zu einer Endemie" befinde, hieß es zur Begründung.

Masken statt Isolation

In Bayern gibt es bereits seit dem 16. November keine Isolationspflicht mehr. Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, dürfe künftig seine eigene Wohnung verlassen, müsse außerhalb aber eine Maske aufsetzen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Es gelte aber weiter der Grundsatz: "Wer krank ist, bleibt zu Hause."

Kurz danach haben auch Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein die Isolationspflicht aufgehoben. Seit dem 26. November gibt es die auch in Rheinland-Pfalz nicht mehr. Anfang Dezember hat das Saarland nachgezogen.

Wer in diesen Bundesländern positiv getestet ist, muss außerhalb der eigenen Wohnung und bei Kontakt zu anderen Menschen eine medizinische Gesichtsmaske (Mund-Nasen-Schutz) oder FFP2-Maske tragen.

Coronamasken werden ohne Isolation zum entscheidenden Werkzeug. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Diese Bundesländer kippen die Isolationspflicht im Januar und Februar

Wer in Niedersachsen lebt und sich mit dem Coronavirus infiziert, muss ab dem 1. Februar nicht mehr verpflichtend in häusliche Isolation. In Bremen endet die Isolationspflicht am gleichen Tag, in Thüringen am 3. Februar. Mecklenburg-Vorpommern will erst Anfang März folgen.

Weniger Vorgaben, mehr Eigenverantwortung

Die Länder begründen ihre Entscheidung unter anderem mit zurückgehenden Infektionszahlen, einer wirksamen Impfung, einer Basisimmunität innerhalb der Bevölkerung von mehr als 90 Prozent, sehr seltenen schweren Krankheitsverläufen sowie wirksamen antiviralen Medikamenten. "Es ist Zeit, den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung zu übertragen", erklärte Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne).

Vulnerable Personengruppen, die keinen ausreichenden Immunschutz aufbauen könnten, würden auch weiterhin geschützt, heißt es von den Ländern. So blieben Tätigkeits- und Betretungsverbote für Corona-Infizierte weiterhin dort bestehen, wo sich vulnerable Gruppen befinden, wie etwa auf onkologischen Stationen im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen.

Vulnerable Gruppen sollen weiterhin einen hohen Schutz erhalten. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Länder gegen RKI-Empfehlung

Ungeachtet dessen lautet die Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI) weiterhin, für Infizierte fünf Tage Isolation anzuordnen. Das RKI empfiehlt außerdem, die Selbstisolation erst dann zu beenden, wenn ein (Selbst-)Test negativ ausfällt.

Isolationspflicht - ja oder nein? Das planen die anderen Bundesländer

Berlin

Noch hält Berlin die Isolation coronainfizierter Personen für ein geeignetes Mittel, um Infektionen zu verhindern. Man sehe aber, "dass es auch gute Argumente dafür gibt, dass infizierte Menschen ohne Symptome nicht zwangsläufig in die Isolation gehen müssen", sagte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit. Man will weiter beobachten - und dann entscheiden.

Brandenburg

Brandenburg will an der Isolationspflicht festhalten. Hier setzt man auf ein einheitliches Vorgehen und orientiert sich deshalb an den Vorgaben des Bundes.

Hamburg

Gäbe es entsprechende Empfehlungen seitens der Wissenschaft, würde man auch in Hamburg die Isolationspflicht kippen. Wichtig sei jedoch eine bundesweit einheitliche Regelung - insbesondere in Hinblick auf die höheren Krankenstände im Winter.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr ist in Mecklenburg-Vorpommern ab Anfang Februar Geschichte. Vier Wochen nach diesem Termin soll auch die Isolationspflicht nach einem positiven Coronatest fallen.

Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen hält man die Isolationspflicht nach wie vor für notwendig. Grund dafür ist die Empfehlung des RKI.

Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt gibt es aktuell keine Pläne, die Isolationspflicht abzuschaffen. Maßgebend sollen weiterhin die Empfehlungen des RKI sein.

Sachsen

In Sachsen ist man zwar offen dafür, die Isolationspflicht zu überdenken und auf die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen, möchte jedoch keinen Alleingang. Die Maskenpflicht soll dennoch am 16. Januar fallen.


BRISANT/dpa/afp/Bundesregierung

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