Für Tagestouristen Bürgermeister will "Eintrittsgeld" für Venedig einführen

BRISANT | 05.02.2019 | 17:15 Uhr

Tagestouristen sollen nach Plänen des Bürgermeisters von Venedig ab Mai Eintritt für die beliebte Lagunenstadt bezahlen. Bei drei Euro pro Personen soll es losgehen, kündigte Luigi Brugnaro in Venedig an.

Canale Grande in Venedig.
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Ab kommendem Jahr soll der Betrag auf sechs Euro steigen und kann je nach Touristen-Ansturm bis auf zehn Euro angehoben werden. Besucher, die in Herbergen in der Stadt unterkommen, sind von der Zahlung befreit. Hotelgäste müssen schon jetzt eine Ortstaxe bezahlen.

Pläne noch nicht abgesegnet

Der Bürgermeister will schließlich erreichen, dass Touristen von 2022 an nicht nur Hotels und Unterkünfte, sondern auch Tagesausflüge in die Stadt buchen müssen. Niemandem werde der Zugang zu der Stadt verwehrt, so Brugnaro. Allerdings werde es für diejenigen, die einen Besuch nicht buchen, komplizierter. Die Pläne müssen noch vom Kommunalrat abgesegnet werden.

Stadt will Massen-Tourismus Herr werden

"Wir sind nicht daran interessiert, Kasse zu machen", versicherte Brugnaro. Vielmehr seien die Instandhaltung und die Sauberkeit der historischen Stadt teuer. "Wir müssen der ganzen Welt davon erzählen, wie schwierig es ist, einen so besonderen Ort zu verwalten." Venedig kämpft seit Jahren gegen den Touristenansturm und versucht immer wieder mit verschiedenen Strategien, die Massen in Schach zu halten.

Auf der BRISANT-Facebook-Seite gehen die Meinungen zum geplanten "Eintrittsgeld" auseinander. Einige User äußern Verständnis, andere schreiben von Abzocke.

Viele Millionen Besucher pro Jahr

Nach Angaben der Regionalregierung kamen im Jahr 2017 rund 9,5 Millionen Besucher, die in der Stadt übernachtet haben. Hinzu kamen noch einmal rund 18 Millionen Tagestouristen. Um die Umwelt und die Kulturgüter zu schützen will die Stadt zudem große Kreuzfahrtschiffe aus der beliebten Altstadt verbannen. Sie dürfen künftig nicht mehr im historischen Zentrum der Lagunenstadt anlegen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Februar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2019, 18:15 Uhr

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