Jahresrückblick Nicht alles schlecht: Ein Positiver Rückblick auf das Corona-Jahr 2020

Zugegeben, das Jahr 2020 war alles andere als einfach. Nach dem Frühjahrs-Lockdown fiel der Sommerurlaub zumindest teilweise ins Wasser. Dann stiegen die Zahlen der Neuinfektionen erneut - und zwar so stark wie nie zuvor. Und mit ihnen die Zahl der Corona-Toten. Dennoch: Eine Krise macht erfinderisch - und hat meist auch eine Kehrseite. Der Versuch eines positiven Jahres-Rückblicks.

Die Jahreszahl 2020 bunt gesetzt
Corona-Jahr 2020 - war wirklich ALLES schlecht? Bildrechte: MDR

Das war 2020 ...

Zugegeben, das Jahr 2020 war alles andere als einfach. Viele hatten gehofft, die Corona-Pandemie nach dem Frühjahrs-Lockdown und einem (teilweise) abgeblasenen Sommerurlaub überstanden zu haben, da ging die Misere wieder von vorne los. Nicht treffen zu dürfen, wen man will und nicht immer das Haus zu verlassen, wenn einem danach ist - für die meisten von uns eine komplett neue Erfahrung.

Ganz zu schweigen von den vielen Gastronomen, Einzelhändlern und anderen Gewerken, die ob der Schließungen in ihrer Existenz bedroht sind.

Und noch schlimmer: Einen Angehörigen oder Freund an die Pandemie zu verlieren, ohne sich verabschieden zu dürfen. Das können wohl nur diejenigen nachempfinden, die diese traurige Erfahrungen im "verflixten Corona-Jahr" 2020 machen mussten.

Dennoch: Nicht alles war schlecht im Jahr 2020. Deshalb wollen wir es wagen, nicht nur positiv in die Zukunft zu blicken, sondern auch die Kehrseite der Corona-Krise (zumindest ein bisschen) würdigen.

Tiere erobern sich ihren Lebensraum zurück

Zwar ist auch das Jahr 2020 nicht ohne das Aussterben seltener Arten verstrichen, doch die ausbleibenden Touristen- und Besucherströme haben der Tierwelt gut getan. Ein gutes Beispiel dafür ist Thailand. Wo sich normalerweise die Traveller tummeln, wurden in diesem Jahr wieder ganze Herden der mit den Seekühen verwandten Dugongs gesichtet. In Deutschland wurden gleich mehrere Hundert der bei uns vom Aussterben bedrohten Kegelrobben geboren.

Den heimischen Zoos und Tierparks haben die wegbleibenden Besucher durchaus zu schaffen gemacht - zumindest finanziell. Die Tiere scheinen die Ruhe genossen zu haben. Viele Zoos erfreuen sich derzeit eines Baby-Booms. Im Tierpark Hellabrunn und im Bergzoo Halle erblickten kleine Elefanten-Dickhäuter das Licht der Welt.

Bessere Luft- und Wasserqualität

Weniger Produktion, weniger Verkehr, weniger Schadstoffe: Durch die Corona-Krise haben Umweltbelastungen zwischenzeitlich abgenommen. Satellitendaten zeigen, dass sich die Luftqualität in einigen Ländern während der Lockdowns deutlich verbessert hat. Wenn das mal kein Anreiz ist, künftig auf den ein oder anderen Flug oder die Nutzung des privaten PKWs zu verzichten.

Auch die Wasserqualität ist aufgrund des eingeschränkten Kreuz- und Schifffahrtsverkehrs deutlich besser geworden. Nie waren Venedigs Kanäle so klar wie im Corona-Jahr 2020.

Nachbarschaftshilfe hoch im Kurs

Vom Nachbarn will man vor allem eines: nicht gestört werden. Insbesondere in den Städten steht nachbarschaftliches Miteinander eher selten auf der Tagesordnung. Das hat sich durch die Corona-Krise geändert. Vor allem ältere Menschen konnten bei Einkäufen und Besorgungen auf Unterstützung durch die Nachbarn setzen.

Wertschätzung der Pflegeberufe

Seit Jahren kämpfen sie um mehr Anerkennung und nicht zuletzt eine gerechtere Entlohung: Menschen, die in Pflegeberufen arbeiten. Die Corona-Krise hat mehr als deutlich gemacht, was diese Menschen tagtäglich leisten. Dass das nicht allein mit einem Beifall goutiert werden kann, dürfte angekommen sein.

Endlich! Die Schulen werden digital

In Sachen Digitalisierung hinken deutsche Schulen denen unserer nordeuropäischen Nachbarn deutlich hinterher. Jetzt nimmt die Digitalisierung der Schulen auch in Deutschland Fahrt auf, damit Homeschooling in Corona-Zeiten möglich wird.

Aufwertung von Homeoffice

Was früher für berufstätige Eltern ein Wunschtraum war, hat die Corona-Krise zur Notwendigkeit gemacht: das Arbeiten im Homeoffice. Zwar hat auch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden seine Tücken, doch immerhin 85% der Homeoffice-Nutzerinnen waren mit ihrer neuen Arbeitssituation zufrieden.

Mittlerweile gibt es sogar einen Gesetzentwurf, der ein Recht auf Homeoffice beinhaltet. Demnach soll der Arbeitgeber verpflichtet werden, auf den Wunsch des Arbeitnehmers, mobil zu arbeiten, einzugehen.

Recyceln, Reparieren, Brot backen

Was man nicht kaufen kann, muss man selber machen. Eine Erfahrung, die für viele von uns neu gewesen sein dürfte. Während DIY bis zuletzt ein hipper Trend war, ging's in der Corona-Krise im wahrsten Sinne des Wortes ans Eingemachte. Denn neben Up- und Recycling erlebte auch das Kochen und Backen einen neuen Hype. Haben Sie etwa noch kein Sauerteigbrot gebacken?

Zuletzt steigt auch noch der DAX ...

Kurz nach Weihnachten kann endlich auch die Wirtschaft aufatmen. Der Aktienindex DAX klettert auf einen historischen Höchststand - und lässt so manche Branchen zuversichtlich ins neue Jahr blicken. Das sah vor einigen Monaten noch ganz anders aus.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 28. Dezember 2020 | 17:15 Uhr

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