Von den Kanaren in die Karibik Franzose schippert in Sperrholz-Tonne über den Atlantik

BRISANT | 23.01.2019 | 17:15 Uhr

Die meisten Menschen nehmen das Flugzeug, andere fahren mit dem Schiff über den Atlantik. Nicht so Jean-Jacques Savin: Der 72-jährige Franzose hat für seine Reise von den Kanaren bis in die Karibik ein alternatives Beförderungsmittel gewählt.

Frankreich, Arès: Jean-Jacques Savin, früher Fallschirmjäger und Pilot, sitzt in seiner Sperrholztonne, mit der er den Atlantik überqueren will. Das orangefarbene Fass ist drei Meter lang und rund zwei Meter breit und soll nur mithilfe günstiger Winde und der Strömung bis in die Karibik treiben.
So sieht die Sperrholz-Tonne aus Bildrechte: dpa

Wein und Leberpastete auf hoher See

Savin ist seit Ende Dezember 2018 in einer knapp drei mal zwei Meter großen Sperrholz-Tonne in Richtung Westen unterwegs. Dabei muss er nicht auf jeden Komfort verzichten: Im Inneren des Gefährts befinden sich eine Schlafecke, eine Aufenthaltsecke, eine Küchenecke, ein Kartentisch und etwas Stauraum. Für seine Tour hat er sogar eine Solaranlage dabei und kann Wasser selbst destillieren. Wegen der starken Wellen muss Savin allerdings angeschnallt schlafen, kann in seiner Tonne aber immerhin aufrecht stehen. Für Abwechslung ist auch gesorgt, denn durch ein Bullauge im Boden lassen sich Fische beobachten. Auch einen echten Höhepunkt hat Savin bereits auf hoher See erlebt: Seinen 72. Geburtstag hat er am 14. Januar mit Leberpastete und Wein gefeiert.

Frankreich, Arès: Jean-Jacques Savin, früher Fallschirmjäger und Pilot, sitzt in seiner Sperrholztonne, mit der er den Atlantik überqueren will. Das orangefarbene Fass ist drei Meter lang und rund zwei Meter breit und soll nur mithilfe günstiger Winde und der Strömung bis in die Karibik treiben.
Jean-Jacques Savin im Inneren der Sperrholz-Tonne. Bildrechte: dpa

Französische Karibikinseln als Ziel

Der ehemalige Fallschirmspringer hatte sich monatelang auf die Fahrt vorbereitet. Bis Mai will er in der Karibik ankommen. Seine kunstharzbeschichtete Sperrholz-Tonne soll ihn nur mit Hilfe der Strömung und dem Wind ans Ziel bringen. Wo genau er an Land gehen wird, weiß Savin noch nicht: "Vielleicht Barbados, aber ich fände eine französische Insel gut, wie Martinique oder Guadeloupe, das wäre einfacher für die Papiere, um die Tonne zurückzuführen", sagte er beim Ablegen in El Hierro.

Urlauberinnen entspannen an einer Bucht auf Martinique.
Strand auf Martinique: Hier würde Jean-Jacques Savin gern anlanden. (Archiv) Bildrechte: imago/imagebroker/begsteiger

Im Dienste der Wissenschaft

Während der langen Überfahrt will Savin auch der Wissenschaft dienen: Der Franzose nimmt für ein Forschungsinstitut eine Boje zur Messung der Strömungen mit und wird selbst Versuchsobjekt in einer Studie über Einsamkeit auf kleinem Raum sein. Wenn Sie Savins Route verfolgen wollen, können Sie das hier tun.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 23. Januar 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2019, 18:23 Uhr

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