In guter Verfassung Achtjährige Julia nach Rettung wohlauf

Die Erleichterung nach der erfolgreichen Rettungsaktion für die achtjährige Julia ist groß. Mehr als zwei Tage war das Mädchen im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet verschwunden. Inzwischen ist sie wieder wohlauf.

Zwei Tage und zwei Nächte verbrachte die achtjährige Julia aus Deutschland ganz allein im tschechischen Böhmerwald. Das Glück, sie lebend gefunden zu haben, ist für den Förster Martin Semecky noch immer überwältigend: "Das war ein unglaubliches Gefühl, diese Emotionen kann man gar nicht mit Worten beschreiben", sagte der Tscheche am Mittwoch (13.10.). Dem Mädchen geht es nach Angaben der Polizei mittlerweile wieder gut.

Was nur ein Ausflug sein sollte, wurde zu einem Martyrium: Das Mädchen aus Berlin war am späten Sonntagnachmittag (10.10.) beim Wandern mit ihrer Familie im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet spurlos verschwunden. Semecky und seine Kollegen suchten in Absprache mit der Einsatzleitung ein Waldstück ab, das knapp außerhalb des offiziellen Suchradius lag.

Julia war am Sonntag im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet verschwunden.
Julia war am Sonntag im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet verschwunden. (Archiv) Bildrechte: dpa/Polizei

Julia bei guter Gesundheit

"Auf einmal stand die kleine Julia vor uns, sie saß etwa zehn Meter weit weg im hohen Gras", so der Förster. Als er ihren Namen gesagt habe, habe das Kind nur mit dem Kopf genickt. Er habe gesagt: "Alles ist gut, super!" Dann wickelte er sie in seine grüne Jacke, alarmierte die Einsatzzentrale. Semecky würdigte nun die Ausdauer des Mädchens in der Natur: "Um das zu schaffen, muss sie sehr geschickt gewesen sein."

Nach Angaben der bayerischen Polizei ist Julia in gesundheitlich guter Verfassung. "Es geht ihr eigentlich relativ gut", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Josef Weindl. Die erste Nacht habe sie in einem Krankenhaus in einem Wärmebett verbracht, weil sie nach den zwei kalten Nächten im Wald unterkühlt gewesen sei. "Sie zeigt äußerlich keine Verletzungen", erklärte Weindl. "Sie spricht und ist so weit unauffällig."

Die Quelle Česká Studánka
In der Nähe dieser Frischwasser-Quelle wurde Julia gefunden. Bildrechte: dpa

Unklar, was Julia genau gemacht hat

Selbst auf direktem Wege muss das Kind mehr als zwei Stunden gewandert sein, um zu der Stelle zu gelangen, wo es gefunden wurde. Dann habe sie möglicherweise entschieden, auszuharren und auf Hilfe zu warten. Doch sie könnte auch längere Zeit im Kreis gelaufen sein. "Hauptsache, es ist gut ausgegangen", meint Semecky.

An der nervenaufreibenden Suche im Gebiet zwischen den Städten Waldmünchen, Furth im Wald und Domazlice (Taus) hatten sich rund 1.400 Rettungskräfte aus Bayern und Tschechien beteiligt. Über dem Wald kreisten Hubschrauber mit Wärmebildkameras. Auch mehr als 100 Suchhunde waren an der Aktion beteiligt.

(BRISANT/dpa)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Oktober 2021 | 17:15 Uhr

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