Beuteltier als Familienmitglied? Kampf um "Sorgerecht" für Känguru Viggo

BRISANT | 13.03.2018 | 17:15 Uhr

Seit mehr als drei Jahren lebt eine Familie in Niedersachsen gemeinsam mit einem Känguru. Jetzt droht der Landkreis Celle aber damit, das Rotnackenwallaby Viggo wegzunehmen, sollten die Besitzer nicht bestimmte Unterlagen einreichen.

Rotnackenwallaby Viggo
Rotnackenwallaby Viggo Bildrechte: dpa

Rucksack als Ersatz-Beutel

Der Garten, in dem das Beuteltier herumhopst, ist laut Tierschutzbestimmungen rund 50 Quadratmeter zu klein für die Art. Darüber hinaus müssten die Halter einen Sachkundenachweis erbringen und das Känguru vergesellschaften - also an Artgenossen gewöhnen, argumentiert der Landkreis.

Viggo stamme aus einem Tierpark in der Nähe von Karlsruhe und sei mit der Hand aufgezogen worden, sagte Besitzer Benjamin Müller. Als das Tier wenige Monate alt war, sei seine Mutter gestorben. Daraufhin nahmen Müller und seine Lebensgefährtin das Tier zu sich - ein Rucksack wurde der Ersatz-Beutel. Sein siebenjähriger Sohn spiele mit Viggo Fangen und Verstecken, erzählt der Familienvater. "Die Kinder drehen durch, wenn er weg muss."

Benjamin Müller spielt mit dem Känguru Viggo im Garten.
Benjamin Müller spielt mit dem Känguru Viggo im Garten. Bildrechte: dpa

Kreisveterinäramt tritt auf den Plan

Im vergangenen Juli war das Känguru ausgebüxt und nach einem Tag mit Hilfe der Polizei wieder eingefangen worden. Danach startete das Kreisveterinäramt eine Überprüfung, ob das Tier auch artgerecht gehalten wird.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. März 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2018, 16:12 Uhr

Das könnte sie auch interessieren