Bundes-Notbremse Bis zu 130 bezahlte Kinderkrankentage für Eltern

Eltern sollen in der Corona-Pandemie weiter entlastet werden. Denn für viele ist der Spagat zwischen Berufstätigkeit, Homeschooling und Kinderbetreuung kaum mehr zu stemmen. Abhilfe schaffen soll eine erneute Aufstockung der bezahlten Kinderkrankentage, die auch für die Betreuung des Nachwuchses in Anspruch genommen werden können. Bei mehr als zwei Kindern sind dafür jetzt bis zu 130 Tage drin.

geöffnetes Portmonee und ein Kind schaut auf
Mit einer Aufstockung der bezahlten Kinderkrankentage sollen Eltern in der Corona-Pandemie weiter entlastet werden. Bildrechte: imago images/photothek

Eine gute Nachricht für alle gestressten Eltern: Mit der sogenannten Bundes-Notbremse geht eine weitere Aufstockung des Rechtsanspruchs auf Kinderkrankentage einher. Denn für viele Familien ist die Doppelbelastung aus Homeoffice und Homeschooling auf Dauer kaum zu stemmen.

30 Tage Kinderkrankengeld pro Elternteil und Kind

Jetzt ist der Anspruch auf Kinderkrankengeld noch einmal angehoben worden. Statt der zuletzt 20 Kinderkrankentage pro Elternteil und Kind können Eltern jetzt 30 Tage für die Betreuung eines kranken Kindes geltend machen. Für Alleinerziehende wird der Anspruch von 40 auf 60 Tage erhöht. Bei zwei Kindern besteht sogar Anspruch auf insgesamt 120 Tage, bei mehr als zwei Kindern auf maximal 130.

Die Regelung gilt für Kinder bis zwölf Jahre. Der Anspruch erlischt mit dem zwölften Geburtstag. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze.

Wegen coronabedingter Einschränkungen an Kitas und Schulen war die Anzahl der Krankentage bereits Anfang des Jahres pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt worden, für Alleinerziehende von 20 auf 40 Tage.

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In der Corona-Pandemie darf das Kinderkrankengeld auch für die Betreuung von Kindern genutzt werden. Bildrechte: imago images / Shotshop

Kinderkrankentage auch für pandemiebedingte Betreuung nutzbar

Eltern dürfen die bezahlten Krankentage nicht nur für die Betreuung eines erkrankten Kindes nutzen, sondern auch dann, wenn sie sich für die Kinder von der Arbeit freistellen lassen müssen, weil sie in Kita oder Schule nicht betreut werden.

Ob die Eltern im Homeoffice oder an ihrer gewohnten Arbeitsstätte ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen, spielt dabei keine Rolle. Eltern sind auch nicht dazu verpflichtet, eine Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen, wenn diese angeboten wird. Bietet eine Schule Wechselunterricht an, kann das Kinderkrankengeld für jeden zweiten Tag beantragt werden. Eine Auszahlung für halbe Tage ist allerdings nicht möglich.

Eine Lehrerin sitzt mit ihren drei Kindern im Wohnzimmer, unterrichtet ihre Schüler einer Berufsschule im Distanzunterricht und hilft ihren Kindern bei ihren Aufgaben für die Schule.
Beantragt werden darf das Kinderkrankengeld auch dann, wenn man im Homeoffice arbeiten kann. Bildrechte: dpa

Wo beantragt man das Kinderkrankengeld - und wem steht es zu?

Beantragt und ausgezahlt wird das Kinderkrankengeld bei und von der Krankenkasse. In der Regel beträgt es 90 Prozent des Nettoverdienstes. Kam man in den vorangegangenen zwölf Monaten in den Genuss von Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, kann das Kinderkrankengeld sogar zwischen 90 und 100 Prozent des Nettogehalts betragen.

Eltern mit geringfügig entlohnter Beschäftigung auf 450-Euro-Basis haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Der Grund: Sie sind nicht krankenversicherungspflichtig. Dafür haben sie einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit.

Gesetzlich Versicherten steht das Kinderkrankengeld hingegen auch dann zu, wenn sie in Kurzarbeit sind. Allerdings dürfen Kurzarbeitergeld und Kinderkrankengeld nicht gleichzeitig bezogen werden.

Was gilt für privat versicherte Eltern und Kinder?

Ist ein Kind über einen privat versicherten Elternteil krankenversichert, haben beide Elternteile keinen Anspruch auf das Kinderkrankengeld - auch wenn einer der Partner gesetzlich krankenversichert ist. Privat Krankenversicherte können nach dem Infektionsschutzgesetz eine Entschädigung für Verdienstausfall beantragen. Die ist allerdings bei 2016 Euro pro Monat gedeckelt.

Wer selbstständig und (freiwillig) gesetzlich krankenversichert ist, hat nur dann Anspruch auf Kinderkrankengeld, wenn der Versicherungsschutz einen Anspruch auf Krankengeld beinhaltet.

Können ungenutzte Kinderkrankentage auf den Partner übertragen werden?

Haben Eltern mehr als zwei Kinder, stehen ihnen insgesamt bis zu 130 Kinderkrankentage zu - 65 pro Elternteil. Können die von einem Elternteil nicht genutzt werden, können sie theoretisch auf den Partner übertragen werden. Allerdings nur, wenn der Arbeitgeber mitspielt. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht.

dpa/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. April 2021 | 17:15 Uhr

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