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Noch bis zum 19. März haben Eltern auch im Jahr 2022 Anspruch auf mehr Kinderkrankentage. Bildrechte: IMAGO / Steinach

KinderkrankengeldBis 19. März 2022: Auch in diesem Jahr mehr Kinderkrankentage

Stand: 01. Februar 2022, 17:46 Uhr

Die Omikron-Welle nimmt in Deutschland an Fahrt auf. Davon betroffen sind auch zahlreiche betreuungspflichtige Kinder. Aufgrund vieler Neuinfektionen schicken Tagesstätten und Grundschulen ganze Gruppen und Klassen in Quarantäne. Für berufstätige Eltern ein echtes Problem. Doch zum Glück wird die für 2021 beschlossene Sonderregelung für Kinderkrankengeld zunächst bis zum 19. März 2022 fortgesetzt. Was bedeutet das konkret?

Auf wie viele Kinderkrankentage haben Eltern Anspruch?

Gesetzlich krankenversicherte Eltern können auch im Jahr 2022 je gesetzlich krankenversichertem Kind für 30 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen. Alleinerziehende sogar für 60 Arbeitstage.

Hat eine Familie mehrere Kinder, kann pro Elternteil für 65 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragt werden, von Alleinerziehenden für maximal 130 Arbeitstage.

Diese Regelung gilt noch bis mindestens 19. März.

Wann gilt man als alleinerziehend?

Als alleinerziehend gilt, wer das alleinige Sorgerecht für das mit ihm im gemeinsamen Haushalt lebende Kind hat. Ebenso, wer als erziehender Elternteil faktisch alleinstehend ist.

Ob eine Erklärung des betroffenen Elternteils ausreichend ist oder weitere Nachweise einzureichen sind, entscheidet jeweils die Krankenkasse.

Alter des Kindes ist entscheidend

Kinderkrankengeld gibt es für jedes gesetzlich versicherte Kind bis zwölf Jahre. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gilt keine Altersgrenze.

Das Kinderkrankengeld kann für betreuungspflichtige Kinder bis 12 Jahre beantragt werden. Bildrechte: IMAGO / epd

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld - und wo wird es beantragt?

Das Kinderkrankengeld beträgt in der Regel 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts. Beantragt wird es bei der Krankenkasse.

Darf man trotz Arbeit im Homeoffice Kinderkrankentage geltend machen?

Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten (könnten), haben bei entsprechendem Kinderbetreuungsbedarf die Möglichkeit, stattdessen Kinderkrankengeld zu beantragen.

Können die Kinderkrankentage nach Bedarf genommen werden?

Die Kinderkrankentage können für einzelne Tage genommen werden - allerdings nur für ganze Tage. Das hilft Eltern, die an einigen Tagen der Woche eine alternative Kinderbetreuung in Anspruch nehmen können.

Auch für Elternteile, die sich tageweise mit dem anderen Elternteil bei der Kinderbetreuung zu Hause abwechseln, ist das eine gute Regelung.

Die Eltern können sich mit der Betreuung der Kinder abwechseln und nur einzelne Tage Kinderkrankengeld in Anspruch nehmen. Bildrechte: IMAGO / epd

Können Kinderkrankentage vom einen Elternteil auf den anderen übertragen werden?

Einen gesetzlichen Anspruch auf Übertragung noch "übriger" Kinderkrankentage von einem auf den anderen Elternteil gibt es nicht. Jedoch können Kinderkrankentage im Einverständnis mit dem Arbeitgeber des Elternteils, das seine Kinderkrankentage bereits ausgeschöpft hat, übertragen werden.

Überstunden abbauen statt Kinderkrankentage nehmen - darf der Arbeitgeber das verlangen?

Wenn Eltern Kinderkrankentage nehmen, haben sie einen Anspruch auf Freistellung. Das heißt, Arbeitgeber können nicht verlangen, dass sie vorher Überstunden und/oder Zeitguthaben aufbrauchen. Das kann auch nicht aufgrund von arbeits-/tarifvertraglichen Regelungen oder Betriebs-/Dienstvereinbarungen gefordert werden.

Elterngeld und Kinderkrankengeld - geht das?

Auch Eltern, die aktuell Elterngeld beziehen und in Teilzeit arbeiten, haben Anspruch auf Kinderkrankentage. Das Elterngeld reduziert sich dadurch nicht.

Welche Regelungen gelten für privat versicherte Eltern?

Anspruch auf Kinderkrankengeld haben privat versicherte Eltern nicht. Für privat Krankenversicherte gibt es aber die Möglichkeit einer Entschädigung für Verdienstausfall nach Paragraf 56 Absatz 1a im Infektionsschutzgesetz.

Die Entschädigung beträgt 67 Prozent des Nettoeinkommens (maximal 2.016 Euro pro Monat) und gilt für zehn Wochen je Elternteil, bei Alleinerziehenden 20 Wochen pro Jahr. Dieser Zeitraum kann ebenfalls tageweise aufgeteilt werden. Und: Auch diese Regelung gilt vorerst bis zum 19. März 2022.

Auch wer privat versichert ist, kann für den erhöhten Betreuungsaufwand mit Unterstützung rechnen. Bildrechte: imago images/photothek

Was tun, wenn die Kinderkrankentage aufgebraucht sind?

Unabhängig vom Anspruch auf Kinderkrankengeld haben alle Eltern zusätzlich einen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfall nach § 56 Absatz 1a des Infektionsschutzgesetzes. Und zwar für bis zu zehn Wochen pro Elternteil und Jahr und bis zu 20 Wochen bei Alleinerziehenden. Dieser Anspruch ruht allerdings, solange der Anspruch auf Kinderkrankengeld von einem Elternteil geltend gemacht wird.

bmfsfj.de/BRISANT

Dieses Thema im Programm:Das Erste | BRISANT | 01. Februar 2022 | 17:15 Uhr