Kinderzuschlag Nur halber Kinderbonus: Alleinerziehende benachteiligt?

Manche Eltern haben das Geld bereits auf dem Konto. Seit Anfang September wird von den Familienkassen die erste Rate des sogenannten Kinderbonus ausgezahlt. Insgesamt soll es 300 Euro pro Kind geben. Doch Alleinerziehende, die Unterhalt bekommen, müssen die Hälfte davon abgeben. Das sorgt für Unmut.

Eine verzweifelte alleinerziehende Mutter mit Baby auf dem Schoß vor dem Laptop,
Vor allem Alleinerziehende sind mit den Regelungen rund um den Kinderbonus unzufrieden. Bildrechte: Colourbox.de

Um die Wirtschaft zu stabilisieren und Familien zu entlasten, schüttet die Bundesregierung 4,3 Milliarden Euro als Kinderbonus aus. Einige Familien haben ihn bereits auf dem Konto, andere müssen sich für den ersten Abschlag über 200 Euro noch bis zum 22. September gedulden. Denn wann der Kinderzuschlag ausgezahlt wird, hängt jeweils von der Endziffer der Kindergeldnummer ab.

Wer bekommt den Kinderzuschlag?

Prinzipiell bekommen Eltern den Kinderbonus von 300 Euro für jedes Kind, das in diesem Jahr kindergeldberechtigt ist. Das gilt auch für Kinder, die bis Silvester geboren werden. Und ebenso für Kinder, für die es nur zu Beginn des Jahres noch Kindergeld gab.

Familien mit höheren Einkommen müssen sich allerdings darauf einstellen, einen Teil des Geldes - ggf. auch den gesamten Betrag - bei ihrer Steuererklärung wieder einzubüßen.

Ungerecht? Alleinerziehende müssen sich Kinderbonus teilen

Für Unmut hat der Kinderbonus vor allem bei Alleinerziehenden gesorgt. Leben Eltern getrennt, bekommt derjenige das zusätzliche Geld vom Staat, bei dem auch das monatliche Kindergeld auf dem Konto landet. Zahlt jedoch der andere Elternteil Unterhalt, darf er die Hälfte des Bonus davon abziehen. Sprich: Ebenso wie das Kindergeld wird nun auch der Kinderbonus mit dem Unterhalt verrechnet. Viele Alleinerziehende fühlen sich dadurch düpiert. Auch der Verband alleinerziehender Mütter und Väter kritisiert diese Verfahrensweise.

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Bekommen Alleinerziehende Unterhalt vom anderen Elternteil, darf der die Hälfte des Kinderbonus davon abziehen. Bildrechte: Apple

Ab 2021: Mehr Kindergeld und steuerliche Entlastung für Familien

Auf allgemeine Zustimmung dürfte dagegen stoßen, dass es in Sachen Kindergeld gute Neuigkeiten gibt. Denn Familien sollen auch im Jahr 2021 finanziell entlastet werden. Deshalb soll sich das monatliche Kindergeld ab dem 1. Januar 2021 für das erste und zweite Kind um 15 Euro auf 219 Euro pro Monat erhöhen. Für das dritte Kind steigt das Kindergeld auf 225 und für das vierte und jedes weitere Kind auf 250 Euro. Außerdem sind höhere Freibeträge zur steuerlichen Entlastung von Familien geplant.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. September 2020 | 17:15 Uhr

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