Korruptionsaffäre um Spaniens Ex-König Juan Carlos offenbar in die Karibik geflüchtet

Der frühere spanische König Juan Carlos steht in seiner Heimat schon länger unter Korruptionsverdacht. Nun ist er offenbar aus Spanien geflüchtet. Nach der Veröffentlichung eines Abschiedsbriefes soll sich der 82-Jährige in die Dominikanischen Republik abgesetzt haben.

Ex-König Juna Carlos von Spanien
Spaniens Ex-König Juan Carlos soll aus Spanien geflohen sein. (Archiv) Bildrechte: Getty Images

Wie spanische Medien berichten, hat Juan Carlos das Land bereits am Montag (03. August) verlassen. Demnach soll sich der Vater von König Felipe VI. inzwischen in der Dominikanischen Republik aufhalten und dort zunächst bei Freunden untergekommen sein.

Ermittlungen seit Anfang Juni

Am Montagabend hatte das Königshaus in Madrid einen Brief von Juan Carlos veröffentlicht, in dem er Felipe seine Absicht mitteilt, wegen der Korruptionsaffäre ins Ausland ziehen zu wollen. Damit gibt der "rey emérito", der emeritierte König, erstmals nach 58 Jahren seine Residenz im königlichen Zarzuela-Palast nordwestlich von Madrid auf. "Angesichts der öffentlichen Auswirkungen, die gewisse vergangene Ereignisse derzeit verursachen", wolle er mit seiner Entscheidung die Arbeit seines Sohnes als Staatschef erleichtern, schrieb Juan Carlos in deutlicher Anspielung auf die vom Obersten Gericht Anfang Juni gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen.

Juan Carlos und König Felipe VI.
Juan Carlos will seinem Sohn Felipe (r.) die Arbeit als Staatschef erleichten. (Archiv) Bildrechte: Getty Images

Gattin Sofía bleibt in Spanien

Gattin Sofía wird ihrem Mann nach Medienangaben nicht ins Ausland folgen. Die 81-Jährige hatte bereits vor einigen Tagen ihren Sommerurlaub auf Mallorca begonnen. Dort werden am Freitag auch ihr Sohn Felipe, Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor und Infantin Sofía erwartet. Die "Familia real" wird wieder in ihrer Sommerresidenz unterkommen, dem Marivent-Palast bei Palma.

Das Spanisches Königspaar Juan Carlos und Sofia, 2011
Das spanisches Königspaar Juan Carlos und Sofia. (Archiv) Bildrechte: imago/CordonPress

Schmiergeldzahlung in neunstelliger Höhe?

Im Skandal geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Schnellbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar kassiert haben. Damals genoss er als Monarch noch Immunität. In Zusammenhang mit dieser Zahlung wird Juan Carlos aber der Geldwäsche und der Steuerhinterziehung nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt.

ten/afp/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 04. August 2020 | 17:15 Uhr

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