Keine Anfragen mehr Harry und Meghan boykottieren britische Boulevardpresse

Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan wollen künftig jeglichen Kontakt mit einem Teil der britischen Presse meiden. Der Grund soll eine "verzerrte, falsche und übergriffige" Berichterstattung sein.

Prinz Harry und Herzogin Meghan
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Schon länger auf Kriegsfuß mit britischer Boulevardpresse

Wie unter anderem die BBC und der "Guardian" am Montag berichten, sei ein entsprechendes Schreiben an die Chefredakteure der "Sun", der "Daily Mail", des "Mirror" und des "Express" gegangen. Anfragen von Journalisten dieser Zeitungen werden demnach künftig ignoriert, heißt es in dem Brief.

Den Schritt begründeten die beiden mit "verzerrter, falscher und grundlos in die Privatsphäre eindringender" Berichterstattung. Es gehe ausdrücklich nicht darum, Debatten zu unterdrücken oder akkurate Berichte zu zensieren, so das Schreiben. Anfragen anderer Medien würden weiterhin beantwortet, besonders wenn es sich um kleine und neu gegründete Organisationen handle.

Harry und Meghan sind seit langem mit dem Boulevard auf dem Kriegsfuß. Meghan klagt derzeit gegen die "Mail on Sunday", weil das Blatt Auszüge eines persönlichen Briefs an ihren Vater veröffentlicht hatte. Eine Online-Anhörung vor Gericht dazu soll dem "Guardian" zufolge an diesem Freitag (24.04.) stattfinden. Meghans Vater hatte angekündigt, zugunsten der Zeitung auszusagen. Beobachter befürchten eine Schlammschlacht. Harry reichte im Herbst vergangenen Jahres Klage gegen die Verlage der "Sun" und des "Mirror" ein, weil sie angeblich seine Handy-Mailbox abgehört haben sollen. Die Vorwürfe beziehen sich auf eine länger zurückliegende Zeit.

Für Prinz Harry ist zudem die Tragödie um den frühen Tod seiner Mutter Diana eine lebenslange Warnung. Er will das Privatleben seiner jungen Familie geschützt wissen - vor allem vor der Boulevardpresse.

Harrys Lehren aus dem frühen Tod seiner Mutter Diana

Harry und Lady Diana
Es sind Schock-Bilder, die Harrys Leben bis heute prägen. In diesem Wagen starb seine Mutter - Lady Diana - Ende August 1997 in Paris. Sie und ihr damaliger Begleiter Dodi Al Fayed waren auf der Flucht vor Paparazzi. Meghan fühle sich nun auch verfolgt, sagt Harry. Bildrechte: imago/E-PRESS PHOTO.com
Harry und Lady Diana
Es sind Schock-Bilder, die Harrys Leben bis heute prägen. In diesem Wagen starb seine Mutter - Lady Diana - Ende August 1997 in Paris. Sie und ihr damaliger Begleiter Dodi Al Fayed waren auf der Flucht vor Paparazzi. Meghan fühle sich nun auch verfolgt, sagt Harry. Bildrechte: imago/E-PRESS PHOTO.com
Harry und Lady Diana
Über Monate trauerte nicht nur ein ganzes Land, sondern die halbe Welt. Harry (m.), sein Bruder William (r.) und Prinz Charles laufen in London durch ein Meer von Blumen und Kondolenzschreiben am Buckingham Palace. "Meine größte Angst ist, dass die Geschichte sich wiederholt", schrieb der Herzog von Sussex in bewegenden Worten über seine Situation mit Meghan. Ein Alarmsignal! Bildrechte: imago/ZUMA Press
Harry und Lady Diana
Die enge Beziehung zu seiner Mutter prägte Harry. Sie war es, die ihn 1992 zum Schuleingang in Ludgrove begleitete. Bildrechte: imago/ZUMA Press
Harry und Lady Diana
Royales Familienglück bestand für Harry und William oft aus Momenten mit ihrer Mutter. Bildrechte: imago/ZUMA Press
Harry und Lady Diana
Auch die Königliche Geschenke-Ausstellung im Kensington-Palast zeigt, wie Lady Diana ihre Familie sah. Die Fotos, die 2017 Teil einer Ausstellung waren, sind einst als Geschenke an die Queen adressiert gewesen. Bildrechte: Getty Images
Harry und Lady Diana
Sie sind auf einem Schreibtisch drapiert, der einst Lady Diana gehörte. Es sind Momente, die bei Harry bis heute im Herzen verhaftet sind. Er will seine Familie besser vor ungewollten Einblicken schützen. Bildrechte: Getty Images
Prinz Harry und Meghan und ihr Sohn Archie Mountbatten-Windsor
Lange zierten sich die Sussex-Royals mit der Veröffentlichung von Bildern ihres Nachwuchses. Auf ihrem Social-Media-Kanal wurden schließlich doch erste Aufnahmen von Archie veröffentlicht. Hier können die Royals steuern, was an die Öffentlichkeit soll und was nicht. Erst auf ihrer jüngsten Afrikareise gewährten beide diese privaten Einblicke vor laufenden Kameras - fernab der aggressiven britischen Boulevardpresse. Bildrechte: Getty Images
Prinz Harry und Meghan Markle
Damit diese Familienidylle lange erhalten bleibt, stellt sich Harry vor seine Frau Meghan. Die will die "Mail on Sunday" nun verklagen. Die Zeitung habe Inhalte eines privaten Briefes seiner Frau rechtswidrig und "absichtlich zerstörerisch" veröffentlicht. Die "unbarmherzige Kampagne" gegen seine Frau sei während Meghans Schwangerschaft und nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes "eskaliert", erklärte der 35-Jährige. "Schmerzhaft" für das junge Glück, erklärte Harry. Bildrechte: Getty Images
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Neues Leben in Los Angeles

Das Paar hat sich seit diesem Monat aus dem engeren Kreis der britischen Königsfamilie zurückgezogen und bekommt nach eigenen Angaben keine finanzielle Unterstützung mehr aus öffentlicher Hand. Sie sollen inzwischen mit ihrem Sohn Archie in Meghans Heimat Kalifornien leben.

Und dort scheinen die beiden schon richtig angekommen zu sein. Diesen Eindruck konnte man zumindest bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in Los Angeles gewinnen. Harry und Meghan verteilten in der vergangenen Woche Essen an chronisch Kranke. Zur neuen Lebenssituation äußerte sich Harry zudem in einem Videochat mit der Wohltätigkeitsorganisation WellChild: "Es gibt so viel Positives, was gleichzeitig passiert - Zeit mit der Familie zu haben, so viel Zeit mit der Familie zu haben, dass man sich fast denkt: 'Sollte ich mich schuldig fühlen, weil ich so viel Zeit mit der Familie habe?'", sagte Harry.

Insgesamt gehe es ihm und seiner Familie "nicht so schlecht", sagte Harry. "Es sind sicher merkwürdige Zeiten - jeder erlebt dasselbe auf seine eigene Art und Weise." Es gehe darum, die Moral hochzuhalten.

(ten/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. April 2020 | 17:15 Uhr

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