Keine Anfragen mehr Harry und Meghan boykottieren britische Boulevardpresse

Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan wollen künftig jeglichen Kontakt mit einem Teil der britischen Presse meiden. Der Grund soll eine "verzerrte, falsche und übergriffige" Berichterstattung sein.

Prinz Harry und Herzogin Meghan
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Schon länger auf Kriegsfuß mit britischer Boulevardpresse

Wie unter anderem die BBC und der "Guardian" am Montag berichten, sei ein entsprechendes Schreiben an die Chefredakteure der "Sun", der "Daily Mail", des "Mirror" und des "Express" gegangen. Anfragen von Journalisten dieser Zeitungen werden demnach künftig ignoriert, heißt es in dem Brief.

Den Schritt begründeten die beiden mit "verzerrter, falscher und grundlos in die Privatsphäre eindringender" Berichterstattung. Es gehe ausdrücklich nicht darum, Debatten zu unterdrücken oder akkurate Berichte zu zensieren, so das Schreiben. Anfragen anderer Medien würden weiterhin beantwortet, besonders wenn es sich um kleine und neu gegründete Organisationen handle.

Harry und Meghan sind seit langem mit dem Boulevard auf dem Kriegsfuß. Meghan klagt derzeit gegen die "Mail on Sunday", weil das Blatt Auszüge eines persönlichen Briefs an ihren Vater veröffentlicht hatte. Eine Online-Anhörung vor Gericht dazu soll dem "Guardian" zufolge an diesem Freitag (24.04.) stattfinden. Meghans Vater hatte angekündigt, zugunsten der Zeitung auszusagen. Beobachter befürchten eine Schlammschlacht. Harry reichte im Herbst vergangenen Jahres Klage gegen die Verlage der "Sun" und des "Mirror" ein, weil sie angeblich seine Handy-Mailbox abgehört haben sollen. Die Vorwürfe beziehen sich auf eine länger zurückliegende Zeit.

Für Prinz Harry ist zudem die Tragödie um den frühen Tod seiner Mutter Diana eine lebenslange Warnung. Er will das Privatleben seiner jungen Familie geschützt wissen - vor allem vor der Boulevardpresse.

Neues Leben in Los Angeles

Das Paar hat sich seit diesem Monat aus dem engeren Kreis der britischen Königsfamilie zurückgezogen und bekommt nach eigenen Angaben keine finanzielle Unterstützung mehr aus öffentlicher Hand. Sie sollen inzwischen mit ihrem Sohn Archie in Meghans Heimat Kalifornien leben.

Und dort scheinen die beiden schon richtig angekommen zu sein. Diesen Eindruck konnte man zumindest bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt in Los Angeles gewinnen. Harry und Meghan verteilten in der vergangenen Woche Essen an chronisch Kranke. Zur neuen Lebenssituation äußerte sich Harry zudem in einem Videochat mit der Wohltätigkeitsorganisation WellChild: "Es gibt so viel Positives, was gleichzeitig passiert - Zeit mit der Familie zu haben, so viel Zeit mit der Familie zu haben, dass man sich fast denkt: 'Sollte ich mich schuldig fühlen, weil ich so viel Zeit mit der Familie habe?'", sagte Harry.

Insgesamt gehe es ihm und seiner Familie "nicht so schlecht", sagte Harry. "Es sind sicher merkwürdige Zeiten - jeder erlebt dasselbe auf seine eigene Art und Weise." Es gehe darum, die Moral hochzuhalten.

(ten/dpa/afp)

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 20. April 2020 | 17:15 Uhr

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