Queen Elizabeth II. Seit 65 Jahren auf dem Thron

BRISANT | 06.03.2017 | 17:15 Uhr

Der König ist tot, lang lebe die Königin! Vor 65 Jahren starb König George VI. und seine älteste Tochter Elizabeth übernahm den Thron. Seit 65 Jahren hat sie den nun inne. Damit begeht die dienstälteste Monarchin der Welt ihr Saphir-Jubiläum!

Queen Elizabeth II.
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Kein großer öffentlicher Auftritt geplant

Den Jahrestag will die 90-jährige Monarchin auf ihrem Landsitz im ostenglischen Sandringham verbringen. Ein großer öffentlicher Auftritt steht nicht auf dem Programm. Am Sonntag hatte die Queen nach dem Kirchgang lächelnd Blumen von Gratulanten entgegengenommen. Am Tower in London und an vielen anderen Orten des Vereinigten Königreichs sollten am Montag zu Ehren der Monarchin Salutschüsse abgefeuert werden. Zur Feier des Jubiläums wurde auch eine Serie Sondermünzen geprägt. Die wertvollste, eine 1.000-Pfund-Münze aus Gold, wurde für 50.000 Pfund gehandelt. Die britische Post veröffentlichte eine saphirblaue Sonderbriefmarke zu Ehren der Queen.

Seit mehr als 60 Jahren in Amt und Würden

Die Monarchin liebt Kleider in leuchtenden Farben, sperrige Handtaschen und geht nie ohne Hut außer Haus. In die Politik mischt sich die Königin nicht ein. Ihre Reden sind wenig mitreißend. Doch im Palast heißt es über das britische Staatsoberhaupt: "She Is Very Much At The Helm", zu Deutsch: "Sie hat das Steuer fest in der Hand." Mit Herz und Disziplin übt die Queen ihr Amt aus, hat ihr Leben ganz in den Dienst ihres Volkes gestellt. Königin Elizabeth II. ist die britische Monarchin mit der bislang längsten Amtszeit. Seit mehr als 60 Jahren ist sie die Königin von England. Dabei ist sie kein bisschen amtsmüde. Noch immer arbeitet sie jeden Tag ihre Post durch, nimmt im Jahr mehr als 300 Termine wahr. Ihre Disziplin ist legendär, ihre Amtsführung zurückhaltend: Selbst Kritiker der Monarchie hat sie mit ihrer diplomatischen Art besänftigt. Sie sei noch immer "der Boss", sagt Enkel Harry über seine Oma. Enkelsohn William formuliert es gewählter: "Ich bin unglaublich glücklich, meine Großmutter zu haben. Auch mit 90 ist sie die außergewöhnlich aktive und engagierte Lenkerin unserer Familie."

Die Königin ist ungeheuer populär, wird als Mensch gemocht und die Leute finden, dass sie ihre Sache hervorragend macht.

Professor Roger Mortimore

Staatsfrau und Familienoberhaupt 

Queen Elisabeth bei ihrer Krönung am 02.06.1953.
Den Thron bestieg Elizabeth II. am 6. Februar 1952. Am 2. Juni 1953 fand die Krönung in der Westminster Abbey statt, die erste Krönung, die im Fernsehen übertragen wurde. Bildrechte: IMAGO

Sie war ein blutjunges Mädchen, als sie "ihren Prinzen" kennenlernte und ins Schwärmen geriet. Seit sage und schreibe 69 Jahren ist sie mit Prinz Philip verheiratet, einem Spross aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg. "Wie toll er ist, wie hoch er springen kann", schwärmte sie, als der junge Bursche auf dem Tennisplatz über das Netz hüpfte. Sie sagt, er sei ihr immer eine Stütze. Er beklagte sich mitunter über seine Rolle als "Mann an ihrer Seite". Wenn im Juni in London die ganz große Queen-Feier steigt, wird Philip 95. 

Elizabeth war 23, als ihr Vater starb. Als sie 1953 gekrönt wurde, kauften sich auch viele Deutsche eigens einen Fernseher, um mit dabei zu sein. Ein Dutzend Premierminister hat sie erlebt, von Winston Churchill bis David Cameron. Alle haben allwöchentlich bei ihr auf dem Sofa gesessen und von ihren Amtsgeschäften geplaudert. Es heißt, am schlechtesten habe sie sich mit Margaret Thatcher vertragen. Doch trotz aller Sympathie und Liebe der Untertanen: Macht die Queen auch nur den kleinsten Fehltritt, sind die Briten unerbittlich mit ihrer Kritik.

Weicher und zugänglicher als früher

Was den Umgang mit der Öffentlichkeit angeht, so hat die Queen dazugelernt. Im Spätsommer 1997 kam ihre geschiedene Schwiegertochter Diana bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Zu wenig Trauer und Gefühl soll sie damals an den Tag gelegt haben. Die Untertanen reagierten mit Unverständnis und Kopfschütteln, die Medien mit beißender Kritik. Kurzzeitig schien die Monarchie ins Wanken zu geraten. Seitdem gibt sich die Queen - so Insider - weicher, zugänglicher, wendet sich bei öffentlichen Auftritten dem Volk zu, winkt mehr als früher, lächelt mehr als früher. 

Als Urgroßmutter und 90-Jährige lebt sie ein viel freieres Leben als vorher. Sie hat ganz andere Gesten, macht Witzchen, ist im Grunde so wie man sich eine Urgroßmutter vorstellt. Sie muss sich nicht mehr am Riemen reißen, das ganze Handwerkszeug beherrscht sie ohnehin wie kein Zweiter auf der Welt. Nun kann sie sich auf eine ganz andere Art und Weise geben, persönlicher sein.

Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert

Die ewige Monarchin

Für viele Briten ist sie eine Institution. Die meisten ihrer Landsleute kennen kein anderes Staatsoberhaupt als Elizabeth II.. Die königliche Familie hat einen Rückhalt in der Bevölkerung wie lange nicht. Dass sich das Bild des Königshauses innerhalb von knapp 20 Jahren wieder so gewandelt hat, das sei der Queen selbst zu verdanken, sagt Ex-Premierminister Tony Blair. "Sie ist tatsächlich schlau", begründet er das. Und Königsexperte Arthur Edwards sagt: "Sie ist ein Fels in der Brandung." Dazu kommt die Begeisterung von Millionen für den Queen-Enkel William, seine Frau Kate und ihre niedlichen Kinder George und Charlotte.

Seit ihrem Diamantenen Thronjubiläum im Jahr 2012 tritt Elizabeth II. ein klein wenig kürzer. Lange Auslandsreisen, etwa nach Australien, nach Kanada oder in die Karibik, lässt sie von Thronfolger Prinz Charles oder der jungen Generation um Prinz William und seinen Bruder Harry erledigen. Doch auch auch mit ihren 90 Jahren ist die Queen kein bisschen amtsmüde. Und Langlebigkeit liegt ihr vermutlich in den Genen: Ihre Mutter wurde 101.

Prinz Charles, Queen Elizabeth II., Prinz George und Prinz William
Für Entzückung sorgt ein Foto, das als Vorlage für eine neue Briefmarkenserie zum 90. Geburtstag dient. Es zeigt die Queen mit ihrem Sohn Charles, Enkel William und Urenkel George. Der kleine Prinz grinst so spitzbübisch auf dem Foto, dass einige Medien "Prinz George stiehlt Queen die Show" titelten. Bildrechte: dpa

Zuletzt aktualisiert: 21. April 2016, 22:13 Uhr

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