Patenonkel von Prinz William Konstantin II. - letzter König von Griechenland gestorben

Zwar saß er nur drei Jahre auf dem Thron, doch bei großen royalen Events waren der ehemalige König Konstantin II. und seine Ehefrau Prinzessin Anne-Marie stets dabei. Jetzt ist der letzte König Griechenlands im Alter von 82 Jahren im Kreis seiner Familie in Athen gestorben.

Der ehemalige König Konstantin II. von Griechenland
Im Alter von 82 Jahren gestorben: Konstantin II., der letzte König von Griechenland. Bildrechte: dpa

Der frühere griechische König Konstantin II. ist tot. Dem staatlichen Fernsehsender ERT zufolge starb er am 10. Januar im Alter von 82 Jahren an einem Schlaganfall.

Bereits in der vergangenen Woche hatten griechische Medien berichtet, dass Konstantin II. mit Atemproblemen in ein Krankenhaus in Athen eingeliefert worden sei. In den letzten Jahren litt der einstige Monarch immer wieder unter starken gesundheitlichen Problemen.

Nach Informationen aus Regierungskreisen soll der letzte griechische König in einem Waldstück des ehemaligen Sommerpalastes seiner Familie im Norden Athens beerdigt werden.

Wer war Konstantin der II. von Griechenland?

Konstantin von Griechenland war mit mehreren europäischer Königshäusern verwandtschaftlich verbunden. Prinz Philip, der im Jahr 2021 gestorbene Ehemann der Queen, war ein Cousin seines Vaters - und damit Konstantins Onkel zweiten Grades. Im Jahr 1982 war Konstantin II. Taufpate des britischen Prinzen William, Sohn seines Cousins Charles, dem heutigen König Charles III.

Konstantins Schwester Sophia heiratete im Jahr 1962 den spanischen König Juan Carlos. Die amtierende Königin von Dänemark, Margrethe II., ist seine Schwägerin - und die Schwester seiner Frau Anne-Marie. Kein Wunder also, dass das dänische Königshaus dem verstorbenen Ex-Monarchen nun mit einem Post auf Instagram gedenkt.

Königin Sophia, König von Griechenland Konstantin II. und Anne-Marie von Dänemark, 2014
Der ehemalige König Konstantin II. mit seiner Schwester, der Königsmutter Sophia von Spanien. Bildrechte: IMAGO / PPE

Leidenschaft für Frauen und Sport, dann die große Liebe

In seiner Jugend sorgte Konstantin II. als "Playboy" für Schlagzeilen. Bis heute halten sich Gerüchte um heimliche Treffen mit einer bekannten Schauspielerin. Konstantins Mutter soll davon wenig begeistert gewesen sein.

Mit der Heirat der erst 18-jährigen dänischen Prinzessin Anne-Sophie war damit jedoch Schluss. Das Paar führte eine skandalfreie Ehe, meisterte gemeinsam Krisen - und wirkte bis zuletzt glücklich und zufrieden.

Die ehemalige Königin Anne-Marie von Griechenland und der ehemalige König Konstantin von Griechenland
Konstantin II. und seine Frau Anne-Sophie führten eine skandalfreie Ehe. Ihr Liebe krönten fünf gemeinsame Kinder. Bildrechte: dpa

Nicht nur durch sein wildes Leben, auch durch seine sportlichen Erfolge sorgte Konstantin II. in seinen jungen Jahren für Aufsehen. 1960 gewann er gemeinsam mit zwei anderen griechischen Seglern die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rom in der Drachen-Klasse. Seine Begeisterung für verschiedene Sportarten pflegte er bis zuletzt.

Königin Frederika gratuliert 1960 ihrem Sohn, Kronprinz Kostantin von Griechenland
Olympiasieger im Segeln: Königin Frederika gratuliert ihrem Sohn, Kronprinz Konstantin von Griechenland. Bildrechte: IMAGO / United Archives

Abschaffung der griechischen Monarchie - nur drei Jahre auf dem Thron

Auf dem griechischen Thron saß Konstantin II. - einer der jüngsten Monarchen der europäischen Geschichte - lediglich drei Jahre. 1967 wurde er durch einen Militärputsch abgesetzt, weil er - angeblich, um ein Blutvergießen abzuwenden - mit den rechtsgerichteten Militärs paktiert hatte.

Nach dem Putsch flüchtete Konstantin II. mit seiner Familie nach Rom. Später zog es sie gemeinsam nach London. 1973 wurde die Monarchie in Griechenland per Referendum abgeschafft. Knapp 70 Prozent der Wähler hatten gegen Konstantin gestimmt.

Kostantin II. von Griechenland geht 1962 mit Königin Anne-Marie von Griechenland spazieren.
Sie waren eines der jüngsten Königspaare der europäischen Geschichte: Konstantin III. und Anne-Sophie im Jahr 1962 - noch vor ihrer Ehe. Bildrechte: IMAGO / ZUMA/Keystone

Lebensabend in Griechenland

Es folgten schmerzhafte Jahre des Streits mit seinem Heimatland. Er wurde enteignet und erst nach einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte aus dem Jahr 2000 mit einer Summe von rund 12 Millionen Euro entschädigt.

Danach normalisierte sich das Verhältnis sowohl mit den Regierungen als auch mit den Griechen. Konstantin kaufte sich eine Villa auf der Halbinsel Peloponnes und verbrachte mehrere Monate des Jahres in der Heimat. Im Jahr 2013 zog er sich komplett nach Griechenland zurück.

BRISANT/AFP/dpa/munzinger.de

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Januar 2023 | 17:15 Uhr

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