"Megxit" Vor einem Jahr: Harry und Meghan steigen als Royals aus

Ein Jahr ist es mittlerweile her, dass Prinz Harry und Herzogin Meghan sich aus dem britischen Königshaus zurückgezogen haben. Seitdem ist viel passiert. Aus dem teilweisen Rückzug ist ein kompletter "Megxit" geworden - und anstatt in Kanada leben die Ex-Royals mittlerweile in den USA. Was ist seitdem passiert - und wie wird es nach Ablauf der "Bewährungszeit" weitergehen?

Prince Harry und Meghan Markle
Vor einem Jahr haben Prinz Harry und Herzogin Meghan via Instagram verkündet, künftig abwechselnd in Kanada und Großbritannien leben zu wollen und nur noch vereinzelt royale Termine wahrzunehmen - der Beginn des "Megxits". Bildrechte: imago images/i-Images

Es war wie ein Paukenschlag, als sich der britische Prinz Harry und seine Ehefrau Meghan vor einem Jahr via Instagram von ihrem royalen Leben mit all seinen Zwängen und Verpflichtungen verabschiedet haben.

Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden.

Queen Elizabeth und Prinz Charles von "Megxit" überrascht

Nach einer mehrwöchigen "Auszeit" in Kanada, für die sie selbst das traditionelle Weihnachtsfest von Elizabeth II. auf ihrem Landsitz in Sandringham sausen ließen, kehrte das junge Paar nach Großbritannien zurück - und ließ prompt die Katze aus dem Sack.

Für die britischen Royals und ihre Fans ein Schock. Selbst die Queen und Vater Prinz Charles sollen im Vorfeld nicht informiert worden sein. Entsprechend groß war die Verärgerung - und Herzogin Meghan von der Presse schnell aus Schuldige ausgemacht.

Auch von einem Zerwürfnis zwischen den Brüdern William und Harry war die Rede, nachdem letzterer in einem Interwiew eingeräumt hatte, dass sie "derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden" seien.

Titelverlust für "ein glückliches und friedliches neues Leben"

Nachdem Königin Elizabeth II. dem Paar zunächst mit einem endgültigen Bruch gedroht hatte, einigte man sich bei einem Krisentreffen auf Sandringham auf einen Kompromiss, der zunächst für ein Jahr gelten soll. Meghan und Harry durften ziehen - und wollten künftig zwischen Großbritannien und Kanada pendeln.

Doch alles hat seinen Preis: Den Titel "Königliche Hoheit" dürfen sie seit dem Frühjahr letzten Jahres nicht mehr tragen, keinerlei öffentliche Termine für die Queen wahrnehmen, das Wort "royal" nicht mehr nutzen - und Gelder aus der britischen Steuerkasse gibt's auch nicht mehr. Im Gegenzug wünscht ihnen Elizabeth II. auf ihrer Website "ein glückliches und friedliches neues Leben".

Queen Elizabeth II
Für Queen Elizabeth II. war der "Megxit" der Beginn eines schwierigen Jahres. Bildrechte: imago images/i Images

Privatleben in Santa Barbara in Kalifornien

Seitdem ist viel passiert. Kanada ist schon lange nicht mehr der Lebensmittelpunkt des Paares, auch zum Pendeln blieb (Corona sei Dank) wenig Gelegenheit. Bereits Ende März bezogen Prinz Harry und Herzogin Meghan ein schickes Anwesen in Los Angeles, wo Sohn Archie fernab der Heimat seinen ersten Geburtstag feierte. Im Juli ging es weiter ins kalifornische Santa Barbara.

Ein Umzug, der selbst von der Presse erst spät bemerkt worden ist. Denn Meghans und Harrys Plan scheint zumindest in dieser Hinsicht aufgegangen zu sein: Es ist ruhig um sie geworden. Nur vereinzelt dringen Informationen über ihr neues Leben an die Öffentlichkeit - und erregen die Gemüter. Etwa, wenn Meghan bei der US-Wahl ihren Stimmzettel in die Wahlurne wirft.

Soziales Engagement weiterhin geplant

Ihr soziales Engagement wollen Prinz Harry und Ehefrau Meghan auch in den USA fortsetzen. Unter dem Dach ihrer gemeinnützigen Organisation Archewell sollen Bildungsprogramme und Initiativen mit Fokus auf Themen zu Gesundheit und allgemeinem Wohlbefinden gebündelt werden. Viel passiert ist an dieser Front allerdings noch nicht.

Finanzielle Unabhängigkeit dank lukrativer Deals

Dafür ist es den Ex-Royals gelungen, den ein oder anderen millionenschweren Deal an Land zu ziehen. Mit einer eigenen Produktionsfirma wollen Harry und Meghan für Netflix Dokumentationen, Spielfilme und Angebote für Kinder produzieren. Ein Vertrag, der über 100 Millionen Pfund schwer ist - und ihnen ermöglichte, die Renovierungskosten für Frogmore Cottage zurückzuzahlen.

Kurz vor dem Jahreswechsel gab das Paar sein Podcast-Debüt. Mit Gästen wie Elton John plauderten Herzogin Meghan und Prinz Harry über das zurückliegende Corona-Jahr. Selbst Sohn Archie durfte mitmachen.

Die Presse nutzen statt fürchten

Der alte Ärger mit der britischen Boulevardpresse hat Meghan und Harry in ihre neue Welt begleitet. Mehrfach hatten sie in der Vergangenheit gegen einzelne Medien geklagt. Einige der Verfahren laufen noch immer.

Daraus haben die einstigen Royals gelernt. In ihrem bürgerlichen Leben entscheiden sie selbst, wie und was die Welt von ihnen wahrnimmt - per Video-Statement, Zeitungsbeitrag oder professionellem Streaming-Content.

Zu einer kleinen Zeremonie am Volkstrauertag hatte das Paar nur eine kleine Schar ausgewählter Fotografen geladen - und musste dafür reichlich Kritik einstecken.

In der New York Times ließ Meghan einen emotionalen Bericht über ihre im Sommer erlittene Fehlgeburt veröffentlichen - und bestimmte damit selbst den Zeitpunkt, die Öffentlichkeit über diesen Schicksalsschlag zu informieren.

Herzogin Meghan beim Remembrance Sundy
Zu einer Zeremonie am Volkstrauertag luden Meghan und Harry in den USA nur eine kleine Schar ausgewählter Fotografen. (Archivbild) Bildrechte: imago images / i Images

Wie geht's mit dem "Megxit" weiter?

Das Britische Königshaus hält sich bislang bedeckt, was es vom bürgerlichen Auftreten seines ex-royalen Nachwuchses hält. Ende März läuft die einjährige Bewährungszeit ab und es muss final entschieden werden, wie es in Sachen "Megxit" weitergeht.

Quelle: BRISANT, dpa

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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