Der britische Prinz Andrew
Prinz Andrew zieht die Konsequenzen aus den gegen ihn erhobenen Sex-Vorwürfen und tritt bis auf weiteres von seinen öffentlichen Aufgaben zurück. Bildrechte: dpa

Royal zieht Konsequenzen Schuldeingeständnis? Prinz Andrew legt sämtliche Ämter nieder

Die gegen ihn erhobenen Vorwürfen im Missbrauchsskandal um den toten US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein wiegen schwer, immer mehr geriet Prinz Andrew unter Druck. Jetzt hat der zweitälteste Sohn der Queen die Konsequenzen gezogen - und lässt seine öffentlichen Aufgaben für die britischen Royals bis auf Weiteres ruhen.

Der britische Prinz Andrew
Prinz Andrew zieht die Konsequenzen aus den gegen ihn erhobenen Sex-Vorwürfen und tritt bis auf weiteres von seinen öffentlichen Aufgaben zurück. Bildrechte: dpa

Prinz Andrew zieht Konsequenzen

Nach seinem umstrittenen Fernsehinterview zu den gegen ihn erhobenen Missbrauchsvorwürfen in der Epstein-Affäre legt Prinz Andrew jetzt seine öffentlichen Aufgaben für die britische Königsfamilie bis auf Weiteres nieder. Er habe "Ihre Majestät gebeten, auf absehbare Zeit von öffentlichen Aufgaben zurücktreten zu dürfen", erklärte der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. am Mittwochabend (20. November) via Twitter. Die Queen habe dem Anliegen zugestimmt.

"Times" begrüßt die Entscheidung des Prinzen

Die Londoner "Times" kommentiert die Kehrtwende des britischen Prinzen am Donnerstag folgendermaßen:

Prinz Andrews Entscheidung, sich aus dem öffentlichen Leben zurückzuziehen, zeigt, dass die Monarchie wenigstens in der Lage ist, aus Fehlern zu lernen, wenn sie unter Druck gerät. Das ist eine der wenigen positiven Erkenntnisse, die man aus der unbedachten Freundschaft des Herzogs von York mit einem verurteilten Sexualstraftäter und seinen linkischen Versuchen gewinnen kann, Vorwürfe abzuwehren, wonach er Sex mit einer 17-Jährigen hatte. [...] Die Erklärung, die der Prinz nach einer Unterredung mit der Queen abgab, akzeptiert einige der kritischen Äußerungen nach seinem selbstgefälligen Interview am vergangenen Samstag. Zum ersten Mal äußert er nun Sympathie mit den Opfern des amerikanischen Pädophilen Jeffrey Epstein. Und er hat seine Bereitschaft erklärt, Strafverfolgungsbehörden bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Das war die richtige - wenngleich auch überfällige - Entscheidung.

Times | 21.11.2019

Umstrittenes TV-Interview zu Sex-Vorwürfen

Virginia Roberts Giuffre, ein mutmaßliches Sex-Opfer des verstorbenen Multimillionärs Jeffrey Epstein, hatte behauptet, zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden zu sein. In einem TV-Interview zu den Vorwürfen hatte der britische Royal eine Begegnung mit der damals 17-Jährigen abgestritten, jedoch eingeräumt, seinen Kontakt zu Epstein zu bereuen.

Quellen: AFP/dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 21. November 2019 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. November 2019, 20:03 Uhr

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