Neues Skandal-Interview Prinz Harry will eigenen Kindern "Schmerz und Leid" seiner Familie ersparen

"Immer Ärger mit Harry" - nicht nur Titel einer Filmkomödie von Großmeister Alfred Hitchcock, sondern auch eine passende Beschreibung des Verhältnisses zwischen der britischen Königsfamilie und dem seit gut einem Jahr in den USA lebenden Prinz Harry. Der hat nun in einem Interview für den Podcast "Armchair Expert" erneut gegen seine royale Familie und Vater Prinz Charles ausgeholt.

Ein Videostandbild aus einem Video von der Rugby League World Cup 2021 zeigt Prinz Harry, Herzog von Sussex und Schirmherr der Rugby Football League, wie er zum Start des Rugby League World Cup 2021 über psychische Gesundheit und eine Kampagne zur Sensibilisierung der psychischen Gesundheit spricht.
Das Verhältnis zwischen Prinz Harry und der britischen Königsfamilie bleibt kompliziert. Bildrechte: dpa

Mit ihrem Interview mit Star-Moderatorin Oprah Winfrey haben Prinz Harry und Herzogin Meghan für ordentlich Aufregung im britischen Königshaus gesorgt. Dass sich die Wogen zeitnah glätten, ist eher unwahrscheinlich. Denn in einem Interview für den Podcast "Armchair Expert" legt Prinz Harry jetzt noch einmal nach.

Kreislauf aus "Schmerz und Leid" durchbrochen

Nach seinen eigenen Worten sind Prinz Harry und Ehefrau Meghan mit ihrem Sohn Archie in die USA gezogen, um den Kreislauf aus "Schmerz und Leid" in seiner Familie zu durchbrechen. Die schmerzhaften Erfahrungen als Mitglied der britischen Königsfamilie habe sein Vater Charles wahrscheinlich auch schon erlebt, sagte Harry im Interview. Deshalb habe er sich entschieden, es anders zu machen.

Es sei nicht leicht im Königshaus aufzuwachsen, sagte Harry. Ihm sei aufgegangen, dass es auch sein Vater in seiner Kindheit und Jugend nicht einfach hatte. Und dann habe der britische Thronfolger ihn "so behandelt, wie er auch behandelt wurde", so der 36-Jährige. Das aber wolle er für seine eigenen Kinder nicht mehr. Schon mit Anfang Zwanzig sei ihm klar geworden, dass er die königlichen Pflichten nicht wolle.

Den gesamten Podcast zum Nachhören gibt's hier:

Der britische Prinz Harry (r) und sein Vater, Prinz Charles, applaudieren einem Redner.
Einer der letzten gemeinsamen Schnappschüsse: Harry und Papa Charles. Bildrechte: dpa

Royales Leben zwischen "Truman Show" und Zoo

Auch was seine Beziehung zu Ehefrau Meghan angeht, ist Harry froh, seit dem Umzug in die USA wieder ein weitgehend normales Leben führen zu können. Sein Leben als Mitglied der Royal Family in Großbritannien sei "wie eine Mischung aus 'Die Truman Show' und einem Zoo" gewesen, sagte der Enkel von Queen Elizabeth II. in der neuen Podcast-Folge.

Mit Meghan Markle habe er anfangs im Supermarkt so getan, als würden sie sich nicht kennen. Einkäufe hätten sie, in unterschiedlichen Gängen stehend, per SMS diskutiert. Er sei oft mit gesenktem Kopf und Mütze unterwegs gewesen, um möglichst unerkannt zu bleiben.

In seiner neuen Heimat Kalifornien könne er nun freier leben, er sei nicht mehr so angespannt - und er könne Söhnchen Archie auf dem Fahrrad herumfahren. In Großbritannien hätte er dazu nie die Chance gehabt.

Der britische Prinz Harry (r) begrüߟt seinen Vater, Prinz Charles, mit einem Kuss auf die Wange.
Derzeit dürfte Eiszeit herrschen. Bildrechte: dpa

Umzug in USA war nicht geplant

Von langer Hand geplant soll der gemeinsame Umzug in die USA dennoch nicht gewesen sein.

Aber manchmal muss man Entscheidungen treffen und seine Familie (...) und seine geistige Gesundheit an die erste Stelle setzen.

Prinz Harry Podcast "Armchair Expert"

Prinz Harry im Kreuzfeuer der Boulevard-Medien

Durch die neuerliche Kritik am Britischen Königshaus und an seinem Vater Prinz Charles ist Harry einmal mehr ins Kreuzfeuer der britischen Boulevard-Presse geraten. "Just How Low Can Harry Go?" titelte die Daily Mail einen Tag nach der Veröffentlichung besagter Podcast-Folge. In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Rechtsstreits zwischen dem Paar und einzelnen Zeitungen.

AFP/dpa/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 14. Mai 2021 | 17:15 Uhr

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