Royals Queen-Ehemann Prinz Philip ist tot

Er wurde zuletzt immer gebrechlicher, benötigte immer wieder medizinische Hilfe - in der Öffentlichkeit sah man ihn nur noch selten. Am Freitag, den 9. April, ist Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, im Alter von 99 Jahren gestorben. Das meldete der Palast in London. 73 Jahre lang war Philip der Mann an der Seite von Queen Elizabeth II.

Prinz Philip im Krankenhaus
Prinz Philip - mehr als 70 Jahre lang der Partner an der Seite der englischen Königin - ist gestorben. Bildrechte: IMAGO / PA Images

Am Freitagmorgen sei Philip "friedlich auf Schloss Windsor eingeschlafen", hieß es in der Erklärung des Buckingham-Palasts. Der 99 Jahre alte Prinzgemahl war erst vor kurzem in einer Londoner Spezialklinik am Herzen operiert worden. Nach einem Monat im Krankenhaus war er Mitte März wieder nach Hause entlassen worden.

Prinz Philip war der dienstälteste Prinzgemahl in der Geschichte des Königreichs. Er galt als entfant terrible unter den britischen Royals, kantig und unverwechselbar. Vor seiner spitzen Zunge war kaum jemand gefeit. Nicht einmal seine Gattin, Königin Elizabeth. Er nannte sie Kohlkopf oder Würstchen!

Bundeskanzler Helmut Kohl betitelte er mit "Reichskanzler" und zu englischen Studenten, die ein Auslandsjahr in China absolvieren, meinte er: "Wenn ihr noch länger hier bleibt, kriegt ihr alle Schlitzaugen". Ein Graus für das Hofprotokoll, doch die Briten liebten ihn für seine politisch unkorrekten Sprüche. Sie nannten ihn "Duke of Hazard" - den "Gefahrenherzog".

Als Prinz von Griechenland und Dänemark 1921 auf der griechischen Insel Korfu geboren, musste Philip schon in frühen Jahren seine Heimat verlassen und mit Mutter und vier Schwestern bei Verwandten unterkommen. Seine lebenslustige Mutter litt zeitweise an Schizophrenie und zum Vater, der die Familie verließ, hatte er nur über Briefe Kontakt.

1939 hatten sich Philip und die Thronfolgerin Elizabeth, die zugleich seine Cousine dritten Grades war, bei einem Besuch seiner Marineschule kennengelernt. Elizabeth war 13, Philip 18. Aus einer Brieffreundschaft wurde die Liebe ihres Lebens.

Seit 1947 mit Elizabeth verheiratet

Dass sich die beiden im November 1947 das Ja-Wort gaben, stimmte Elizabeths Familie nicht gerade glücklich. Philip galt als mittellos und seine Schwestern waren mit deutschen Adligen verheiratet, die Verbindungen zu Nationalsozialisten hatten. Doch Elizabeth wollte genau diesen Ehemann, der laut Protokoll stets zwei Schritte hinter ihr gehen musste. Philip legte vor der Ehe seinen Hausnamen Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg ab und nannte sich nach seiner Mutter "Battenberg". Daraus wurde das englische "Mountbatten". Er erhielt den Titel Herzog von Edinburgh.

Anlässlich ihres 50. Hochzeitstages fand die Queen ausschließlich lobende Worte für ihren Mann.

Philip ist ganz einfach meine Stärke und mein Fels in all den Jahren. Ich selber, meine Familie und viele Länder schulden ihm eine größere Dankesschuld, als er je für sich reklamieren würde oder wir je begreifen können.

Queen Elizabeth II.

In schweren Zeiten war Philip seiner Elizabeth immer eine wichtige Stütze, auch wenn es Ende der 1960er-Jahre Klatsch um eine Affäre gab. Die beiden schliefen in ihrem Zuhause, dem Buckingham Palace, in getrennten Schlafzimmern - vielleicht das Geheimnis für die lange Ehe der beiden? Offiziell war Prinz Philip seit dem 2. August 2017 Rentner. Mit 97 gab er freiwillig seinen Führerschein ab. Philip hinterlässt vier Kinder: Charles, Anne, Andrew und Edward.

Ab dem 12. April gelten in Großbritannien acht Tage Staatstrauer.

Der britische Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, verlässt in einem Auto die private Londoner King Edward VII-Klinik, wo er behandelt wurde.
Zuletzt wurde Philip im Krankenhaus behandelt. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 09. April 2021 | 17:15 Uhr

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