Royal-Fans Schlangestehen für die Queen: Strenge Regeln für den letzten Besuch am Sarg

Wer am Sarg der Queen Abschied nehmen möchte, muss nicht nur Geduld, sondern auch eine gute Kondition haben. Die Behörden rechnen mit kilometerlangen Schlangen und Wartezeiten über viele Stunden. Außerdem gelten für den Besuch strenge Vorschriften.

Die schottische Krone sitzt auf dem Sarg von Königin Elizabeth II. während eines Gebets- und Gedenkgottesdienstes für ihr Leben in der St. Giles Cathedral.
Wer am Sarg der Queen Abschied nehmen möchte, muss strenge Regeln beachten und viel Zeit und Geduld mitbringen. Bildrechte: dpa

Seit Mittwochabend (18:00 Uhr MESZ) bis zum frühen Montagmorgen (07:30 Uhr MESZ) haben die Britinnen und Briten die Gelegenheit, der verstorbenen Königin in der Westminster Hall des Parlaments in London die letzte Ehre zu erweisen.

2 Millionen Besucher?


Schätzungen gehen von bis zu 2 Millionen Menschen aus! Von Queen Mum hatten im Jahr 2002 etwa 200.000 Menschen am Sarg Abschied genommen. Am Donnerstagmorgen erweiterte Westminster Hall die gleichzeitige Besucheranzahl. Nun dürfen vier statt nur zwei Reihen am Sarg vorbeigehen. Damit sollen möglichst viele Menschen die Gelegenheit bekommen, von ihrer Königin Abschied zu nehmen.

Die BBC überträgt das Ereignis live bei Youtube:

Auch Prominente wollen einen Blick auf den Sarg von Queen Elizabeth II. erhaschen. Am Freitag reihte sich Ex-Fußballstar David Beckham in die kilometerlange Warteschlange ein. Er habe sich um 2 Uhr nachts angestellt und rund zwölf Stunden gewartet, sagte der 47-Jährige dem Sender Sky News. Er sei da, um die "besondere" Queen zu ehren.

Am Freitagvormittag wurde die Schlange für mehrere Stunden sogar geschlossen - der Anstrum war einfach zu groß. Bis Freitagmorgen wuchs die Warteschlange auf rund acht Kilometer an. Die Wartezeit betrug damit etwa 14 Stunden.

Blick über die Themse auf den Westminster-Palast mit dem Parlament und Big Ben(r)
Fast 2 Millionen Menschen werden erwartet, die am Sarg der Queen Abschied nehmen möchten. Bildrechte: dpa

Strenge Regeln und Sicherheitskontrolle

Die Regierung rät den Menschen Folgendes:

  • Warme und wetterfeste Kleidung
  • Ausreichend Getränke und Essen - Reste dürfen aber nicht in Westminster Hall mitgenommen werden
  • Wichtige Medikamente
  • Tragbarer Akku fürs Handy
  • Nur eine kleine Tasche ist erlaubt: kleiner als 40cm x 30cm x 20cm
  • Verboten sind: Zelten, Grillen und Feuermachen
  • Verboten ist auch Fotografieren oder Filmen am Sarg
  • Nicht mitgenommen werden dürfen: Messer, Farbsprays, Feuerwerk, Plakate und gefährliche Gegenstände, die als Waffe benutzt werden können oder Gegenstände, die die Totenruhe stören könnten (Megafon)
  • Verboten sind Tiere außer Blinden- oder Assistenzhunde

Wer zur Toilette muss, bekommt ein Armbändchen und darf damit die Schlange kurz verlassen. Wer randaliert oder sich betrinkt, wird rigoros aus der Warteschlange entfernt.

Vor der Westminster Hall müssen die Besucher einen "flughafenähnlichen Sicherheitskontrollpunkt" passieren. Vor dem Betreten des Gebäudes gibt es wieder ein Armband, das nach dem Verlassen abgegeben werden muss. Wer größere Gepäckstücke abgeben muss, hat keine Garantie, dass die auch in der Aufbewahrungsstelle Platz finden. Kühlboxen, Körbe, Schlafsäcke, Decken, Klappstühle, Campingausrüstung oder Kinderwagen müssen draußen bleiben.

Hunderte Menschen stehen am Eingang zu einer Wiese im Green Park
Zehntausende reihen sich in die Schlage ein. Bildrechte: dpa

Blumen und Plüschtiere müssen draußen bleiben

Die Trauernden sollten sich dem Anlass entsprechend kleiden und "die Würde dieser Veranstaltung respektieren", heißt es in den Leitlinien. "Tragen Sie keine Kleidung mit politischen oder anstößigen Slogans." Blumen, Kerzen, Plüschtiere und andere Gaben wie Marmeladenbrote dürfen nicht in das Gebäude gebracht werden - dafür gibt es einen eigenen Bereich im Green Park in der Nähe des Buckingham Palace.


BRISANT/AFP

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. September 2022 | 17:15 Uhr

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