Royale Lovestory Wahre Liebe? Queen Elizabeth und Prinz Philip mehr als 70 Jahre ein Paar

Seit über 70 Jahren waren sie ein Paar: Königin Elizabeth II. und Prinz Philip, Herzog von Edinburgh. Zunächst war es die Queen, die ein Auge auf den fünf Jahre älteren Philip geworfen hatte. Für die Ehe mit der künftigen Königin von Großbritannien musste der schmucke Kadett reichlich zurückstecken, wurde über die Jahre aber zu ihrer größten Stütze. Auch privat schienen sich die beiden stets auf Augenhöhe zu begegnen.

Die britische Königin Elizabeth II. und Prinz Philip
Mehr als 70 Jahre lang ein Paar: Königin Elizabeth II. und Prinz Philip. Bildrechte: dpa

Aller guten Dinge sind Drei - so zumindest war es bei Königin Elizabeth II. und Prinz Philip in Sachen Liebe. Denn auf den ersten Blick ist der Funke zwischen den beiden nicht übergesprungen. Und das ist nicht verwunderlich. Das erste Mal kreuzten sich ihre Wege anlässlich einer Hochzeit im Jahr 1934, das zweite Mal bei der Krönung von Elizabeths Vater im Jahr 1937. Mit acht und elf Jahren war Elizabeth für die Liebe eindeutig zu jung.

Am Freitag, den 8. April teilte der Buckingham-Palast mit, dass Philip im Alter von 99 Jahren gestorben ist.

Junge Elizabeth verliebt sich in schmucken Kadetten

Das sah zwei Jahre später, als sich die beiden anlässlich eines Besuchs der königlichen Familie am Royal Naval College in Dartmouth erneut begegneten, schon ganz anders aus.

Während König George VI. und Königin Elizabeth, die spätere Queen Mum, ihre Termine absolvierten, war es Prinz Philips Aufgabe, Elizabeth und ihre Schwester Margaret zu unterhalten. Dabei soll sich die damals dreizehnjährige Elizabeth Hals über Kopf in den schmucken, fünf Jahre älteren Kadetten Prinz Philip von Griechenland und Dänemark verguckt haben - übrigens ihr Cousin dritten Grades.

Seitdem standen die beiden in regem Briefkontakt. Gelegentlich soll Philip sogar auf Schloss Windsor zu Besuch gewesen sein.

Elizabeth II. und Prinz Philip
Die königliche Familie bei ihrem Besuch des Royal Naval College in Dartmouth. Die damals 13-jährige Elizabeth ist im Hintergrund links zu sehen, zweiter von rechts ist Prinz Philip neben Earl Mountbatten. Bildrechte: IMAGO / United Archives International

Familiäre Bedenken: Liebe mit Hindernissen

Bei Philip dauerte es länger, bis er für Elizabeth Gefühle entwickelte. Er machte Karriere bei der Marine und diente im Zweiten Weltkrieg. Als sich die beiden ihre Liebe gestanden, stieß das auf wenig Begeisterung.

König Georg VI. akzeptierte die Wahl seiner Tochter, Mutter Elizabeth hätte einen Mann aus ihrem Freundeskreis bevorzugt. Auch die königlichen Berater sahen Elizabeths Liaison eher kritisch. Zwar ist Philip von adliger Herkunft - doch ohne Heimat und Königreich. Zudem gehörte er der griechisch-orthodoxen Kirche an.

Philips deutsche Wurzeln kamen kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gut an. Seine vier Schwestern waren mit deutschen Adligen verheiratet, denen Verbindungen zu Nationalsozialisten nachgesagt wurden. Und was mindestens genauso schwer wog: Philip brachte keinerlei Vermögen mit.

Dennoch setzt sich Elizabeth durch. Am 9. Juli 1947 wird die Verlobung des Paares bekannt gegeben.

Elizabeth II. und Prinz Philip
Das frisch verlobte Paar mit Elizabeths Vater König Georg VI., ihrer Mutter Elizabeth und Schwester Margaret (re.). Bildrechte: IMAGO / United Archives International

Liebesheirat mit gegenseitigen Zugeständnissen

Um der Mann an Elizabeths Seite zu sein, machte Philip einige Zugeständnisse: Er legte seine ausländischen royalen Titel ab, konvertierte von der griechisch-orthodoxen zur anglikanischen Kirche und wurde britischer Staatsbürger. In Anlehnung an den Mädchennamen seiner Mutter, nannte er sich fortan Philip Mountbatten. Als Elizabeth zur Königin gekrönt wird, muss er sich auch von seiner Karriere bei der Royal Navy verabschieden.

Als Elizabeth und Philip am 20. November 1947 in der Londoner Westminster Abbey getraut wurden, kam auch die zukünftige Königin ihrem Liebsten einen entscheidenden Schritt entgegen. Ihrem Eheversprechen fügte sie bei, Philip als Ehefrau "zu gehorchen". Ein Bekenntnis, das unter Frauenrechtlerinnen für Empörung sorgte.

Von der Offiziersgattin zur Königin

Nach der Hochzeit lebte das junge Paar zunächst auch auf Malta. In dieser Zeit beschränkten sich Elizabeths Pflichten weitgehend auf die einer Offiziersgattin. Im Nachhinein soll es die glücklichste ihres Lebens gewesen sein. Mit dem Tod ihres Vaters George VI. und Elizabeths Thronbesteigung im Jahr 1952 ist die allerdings vorbei. Fortan fand das Familienleben unter den Augen der Öffentlichkeit statt und Prinz Philip wurde - zumindest offiziell - zur Nebenperson, immer zwei Schritte hinter der Königin.

Im Jahr 1948 kam mit Prinz Charles ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt. Prinzessin Anne folgte im August 1950. Zehn Jahre später wurde Prinz Andrew geboren, im Jahr 1964 Prinz Edward.

Königin Elizabeth II. (r) und Prinz Philip schauen sich die extra für sie aufgeführte "Stampede"- Rodeoshow an während ihrer Kanadareise 1951.
Lässiges Paar: Die Zeit bis zu Elizabeths Krönung bezeichnete die Queen später als die glücklichste ihres Lebens. Hier mit Prinz Philip bei einer Rodeo-Show im Jahr 1951. Bildrechte: dpa

Prinz Philip - Stärke und Fels der Queen

Königin Elizabeth II. und der Herzog von Edinburgh waren seit 73 Jahren verheiratet. Klar, dass es in einer so langen Ehe nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen gab. Bereits 1954 berichtete die Boulevard-Presse von einem Vorfall, bei dem die Königin einen Tennisschläger und Schuhe nach ihrem Mann geworfen haben soll. Einige Jahre soll Philip allein in Australien gelebt haben. Auch Affären mit anderen Frauen werden ihm nachgesagt.

Alles Humbug? Anlässlich ihres 50. Hochzeitstages fand die Queen ausschließlich lobende Worte für ihren Mann.

Philip ist ganz einfach meine Stärke und mein Fels in all den Jahren. Ich selber, meine Familie und viele Länder schulden ihm eine größere Dankesschuld, als er je für sich reklamieren würde oder wir je begreifen können.

Queen Elizabeth II.

Er selbst sagte einst, er habe seine wichtigste Aufgabe als Ehemann der Königin stets darin gesehen, "ihr zu dienen, so gut ich konnte".

Königin Elizabeth II. und Prinz Philip am 21.4.1965 mit ihren vier Kindern: l-r Prinz Andrew, Prinzessin Anne, Prinz Charles, Prinz Edward auf dem Arm der Queen.
Mit Elizabeths Krönung ist es mit einem privaten Familienleben vorbei. Das Paar mit seinen vier gemeinsamen Kindern im Jahr 1965. Bildrechte: dpa

Disziplin und Verpflichtung dem anderen gegenüber

Wie es dem Paar gelingt, eine solch lange und skandalfreie Ehe zu führen? Prinz Andrew glaubt darauf eine Antwort zu wissen. Um die vielen gemeinsamen Jahre zu meistern, gab es ihm zufolge ein Rezept: "Es geht mit Partnerschaft, Disziplin und einer Verpflichtung dem anderen gegenüber", behauptete er in einem Fernsehinterview. "Dieses Unternehmen hatte als einziges Ziel, ein Leben lang zusammenzubleiben", so der Prinz weiter. Deshalb sei die Vorstellung von echter Romantik in einem königlichen Leben überzogen.

Gemeinsamer Humor als verbindendes Element

Enkel William sieht das Erfolgsrezept seiner Großeltern in etwas anderem begründet: nämlich ihrem gemeinsamen Sinn für Humor. "Er bringt die Queen zum Lachen mit einigen der Dinge, die er sagt, und wie er sie sagt und auf das Leben schaut", verriet William im Jahr 2012 - und könnte damit Recht haben. Denn niemand anderem als Prinz Philip ist es gestattet, die Queen mit Spitznamen wie "Kohlkopf" oder "Würstchen" zu necken.

Innige Küsse sah man die Queen und ihren Gatten in der Öffentlichkeit noch nie tauschen - der Etikette wegen. Ein verschwörerisches Lächeln hingegen oft.

Elizabeth II. und Prinz Philip auf einer Briefmarke
Gemeinsamer Humor verbindet: Elizabeth II. und der Herzog von Edinburgh auf einer Briefmarke, die anlässlich ihres 50. Hochzeitstages herausgegeben wurde. Bildrechte: dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. März 2021 | 17:15 Uhr

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