"London Bridge" Pläne enthüllt - Das passiert, wenn die Queen stirbt

Queen Elizabeth II. ist zwar schon 95 Jahre alt, erfreut sich aber guter Gesundheit und es sieht nicht danach aus, als würde sie bald das Zeitliche segnen. Doch längst liegen detaillierte Pläne in den Schubladen, was zu tun ist, wenn die englische Königin gestorben ist. Jetzt ist das Protokoll "London Bridge" durchgesickert.

Queen Elizabeth II
Queen Elizabeth II. erfreut sich bester Gesundheit. Dennoch liegen präzise Pläne für die Zeit nach ihrem Tod vor. Bildrechte: dpa

Sobald die englische Königin stirbt, setzt sich eine minutiös geplante Maschinerie in Gang. Der Code dieser gut durchdachten Operation lautet "London Bridge". Das Protokoll für den Tod von Prinz Philip im April hieß "Forth Bridge".

Bekannt ist der Code für den Tod der Königin seit 2017. Doch nun wurde der Onlineseite "Politico" der konkrete und komplette Ablauf zugespielt. Demnach sind die zehn Tage nach dem Tod der Queen akribisch geplant.

D-Day: Der Tag, an dem die Queen stirbt

Der Tag, an dem Elizabeth II. stirbt, heißt "D-Day". Der Privatsekretär der Queen informiert als erstes den Premierminister. Es fällt das Codewort "London Bridge is down" (=London Bridge ist eingestürzt). Dann läuft eine "Anrufkaskade" an.

Sobald die Regierung informiert ist, meldet die britische Nachrichtenagentur PA den Tod der Queen in einer Blitzmeldung. Das Königshaus veröffentlicht eine offizielle Mitteilung.

Innerhalb von zehn Minuten sollen an allen öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf halbmast gesenkt werden. Nach Salutschüssen und einer nationalen Schweigeminute wird sich der Premierminister zur Audienz mit dem neuen König treffen.

Das vom Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Kanonen die einen Salut zum Gedenken an Großbritanniens Prinz Philip, im Tower of London. Ein einzelner Schuss wurde um 1500 abgefeuert, gefolgt von einem einzelnen Schuss um 1501, um die nationale Schweigeminute unmittelbar vor der Trauerfeier für den Herzog von Edinburgh zu beginnen und zu beenden. Die Trauerfeier und Beisetzung von Queen-Ehemann Prinz Philip, Herzog von Edinburg, finden auf Schloss Windsor statt. Prinz Philip war am 9. April im Alter von 99 Jahren gestorben.
Salutschüsse werden zum Gedenken an die verstorbene Köngin durch London hallen. Bildrechte: dpa

Derzeit steht der 72 Jahre alte Charles als der älteste Sohn der Queen in der Thronfolge an erster Stelle. Er hält um 18 Uhr Ortszeit als neues Staatsoberhaupt eine Ansprache an sein Volk. In der Londoner St. Paul's Kathedrale findet ein Gedenkgottesdienst statt.

Auch an die Sozialen Netzwerke wurde gedacht. Offizielle Regierungsseiten tragen ein schwarzes Banner, auf der Webseite der Royal Family erscheint eine Traueranzeige auf schwarzem Hintergrund - vermutlich ähnlich wie beim Tod von Prinz Philip.

Bis zur Beerdigung der Königin, die 10 Tage nach ihrem Tod stattfinden soll, werden die Regierungsgeschäfte ruhen.

D-Day 1: Der neue König wird ausgerufen

Erst am Tag nach dem Tod der Königin wird der neue König offiziell proklamiert – und zwar um 10 Uhr morgens im St. James' Palast.

Um 15.30 Uhr findet eine Audienz des Premierministers und des Kabinetts mit dem neuen König statt. "Spring Tide" (= Springflut) ist übrigens der Name für Charles' Inthronsierung.

Prinz Charles
Charles, der älteste Sohn der englischen Königin, wird ihr voraussichtlich auf den Thron folgen. Bildrechte: dpa

D-Day 2: Der Sarg wird nach London gebracht

Am zweiten Tag nach dem Tod der Queen wird ihr Sarg in den Buckingham Palast nach London gebracht. Derzeit hält sie sich privat auf Schloss Windsor nahe der Hauptstadt auf.

Sollte Elizabeth woanders sterben, also z.B. auf Schloss Balmoral oder Schloss Sandringham oder gar im Ausland, wird der Sarg per Zug oder per Flugzeug zurück transportiert und in Empfang genommen.

D-Day 3 + 4: Der neue König bereist sein Land

Charles begibt sich auf eine Reise durch das Vereinigte Königreich, zuerst nach Schottland. Danach folgen Nordirland und am D-Day 7 Wales.

Gleichzeitig findet in London eine Probe der Operation "Lion" (= Löwe) statt - der Prozession des königlichen Sargs vom Buckingham Palast zum Westminster Palast, dem Regierungssitz.

D-Day 5: Prozession durch London

Der Sarg der verstorbenen Königin wird in einer Prozession durch London zum Westminster Palast überführt, mit anschließendem Gottesdienst.

Westminster Palace
In Westminster Palace wird die verstobene Königin aufgebahrt. Bildrechte: imago images/Jose Peral

D-Day 6 – 9: Die Queen wird aufgebahrt

Die Königin wird drei Tage lang im Westminster Palast aufgebahrt. Diese Operation heißt "Feather" (= Feder). 23 Stunden am Tag können sich Trauernde von ihr verabschieden. VIPS erhalten Zeittickets, um nicht in der Schlange warten zu müssen.

Der Ablauf des Statsbegräbnisses wird geprobt. Charles besucht Wales.

D-Day 10: Das Staatsbegräbnis

Der Staatsakt für die verstorbene Queen findet in Westminster Abbey statt. Um die Mittagszeit werden landesweit zwei Schweigeminuten eingelegt.

Dieser Tag ist nationaler Feiertag und "Tag des Trauerns". Sollte das Begräbnis auf einen Wochentag fallen, obliegt es dem Arbeitgeber, seinen Angestellten frei zu geben.

Der Sarg des verstorbenen Prinzen Philip wird gefolgt von Mitgliedern der königlichen Familie in die St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor getragen.
Auch Prinz Philip liegt in der St.-Georgs-Kapelle auf Schloss Windsor begraben. Bildrechte: dpa

Nach einer Prozession findet das Begräbnis mit einem Gottesdienst in der St. George’s Chapel auf Schloss Windsor seinen Abschluss. Der königliche Leichnam wird anschließend in der King George VI.-Gedächtnis-Kapelle des Schlosses beigesetzt. Im angrenzenden königlichen Gewölbe ruht derzeit ihr Ehemann, Prinz Philip. Beide werden dann Seite an Seite beigesetzt.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. September 2021 | 17:00 Uhr

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