Schlösser, Juwelen, Ländereien und Tiere Wer erbt das Vermögen der Queen?

Die verstorbene Queen Elizabeth II. hinterlässt ihren Kindern und Enkeln nicht nur Titel und Ämter, sondern auch ein ansehnliches Erbe. Immerhin zählte sie zu den reichsten Briten. Doch wer erbt nun was? Wir werfen einen Blick auf die royalen Finanzen.

Königin Elizabeth II.
Queen Elizabeth II.: Nicht nur unglaublich beliebt, sondern auch unglaublich reich. Bildrechte: dpa

70 Jahre war Queen Elizabeth II. im Amt und hat, wie Sohn und Neu-König Charles III. gesagt hat, "ein Beispiel selbstlosen Pflichtbewusstseins" abgegeben.

Ihr Dienst am Land wurde der Monarchin entsprechend vergütet: Elizabeth II. hinterlässt ihren Kindern und Enkeln nach Schätzungen des Wirtschaftsmagazins "Forbes" rund 410 Millionen Euro. Insgesamt wird das Vermögen der gesamten Monarchie sogar auf 28 Milliarden Euro geschätzt. Allerdings gehören diese Milliarden nicht komplett dem britischen Königshaus.

Die Privatschatulle der Queen: So reich war Elizabeth II.

Allein im letzten Jahrzehnt soll sich das Vermögen der Queen durch Erbschaften um 100 Millionen Euro erhöht haben. So erbte die Königin von ihrem Gatten Prinz Philip rund 14 Millionen Euro, von ihrer 2002 verstorbenen Mutter sogar mehr als 90 Millionen. Und auch an der Börse war die Queen laut "Forbes" aktiv: Der Wert ihrer Anteile an britischen Firmen wird auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. 

Da kommt ganz schön was zusammen, dabei wurde hierzu noch nicht einmal das Einkommen aus dem "Crown Estate" addiert. So wird der Besitz der Krone bezeichnet, auf den der Monarch aber keinen direkten Zugriff hat. Außerdem wären da noch Schmucksammlungen, Gestüte und Prachtbauten wie der Buckingham Palast, Schloss Windsor, Schloss Sandringham oder Schloss Balmoral. 

Ganz schön schwer, den Überblick zu behalten, oder? Keine Sorge, wir geben Nachhilfe in Sachen royale Finanzen.

Das Vermögen der Royals: Der "Crown Estate" und "Sovereign Grant"

Der "Crown Estate" - zu Deutsch: Kronbesitz - ist eine milliardenschwere Immobilienholding mit Sitz in London. Das Unternehmen verwaltet den Immobilien- und Landbesitz der Königsfamilie. Darüber hinaus besitzt die Gesellschaft die berühmte Pferderennbahn Ascot oder große Teile der Einkaufsmeile Regent Street. 

Allein 2020 kam die Gesellschaft auf einen Gewinn von 420 Millionen Euro. Die royale Familie erhielt davon etwa 100 Millionen Euro, die für offizielle Geschäfte verwendet werden.

Eine schwarze Flagge mit dem Apple-Logo und Trauerfloor hängt vor einem Apple Store in der Regent Street.
Zahlreiche Immobilien auf der Regent Street sind im Besitz der königlichen Familie. Bildrechte: dpa

Der "Crown Estate" überweist den Gewinn an die britische Regierung, welche ein Viertel davon zwei Jahre später als Apanage oder sogenannte "Sovereign Grant" an das Königshaus ausschüttet.

Das Vermögen der Queen: Wer erbt was?

Eins vorab: Man wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erst in einem Jahrhundert erfahren, was im Testament der Queen steht. Selbst der letzte Wille von Prinz Philip wird für die nächsten 90 Jahre geheim gehalten und bleibt mit den Testamenten von mehr als 30 anderen Royals in einem Tresor versiegelt. 

Doch eines ist klar: König Charles III. wird den Großteil des 410-Millionen-Euro-Vermögens der Queen erben. Der Zuschuss vom Sovereign Grant und auch die Zuschüsse der Einnahmen aus dem sogenannten privaten Geldbeutel gehören nun ihm. Und auch andere Details aus dem Testament sind bereits durchgesickert.

Windsor, Balmoral oder Buckingham: Welcher Royal bezieht welches Schloss?

So will die britische "Sun" wissen, dass Charles und Camilla nach dem Tod der Queen von Clarence House in den Buckingham Palast umziehen werden. Den beiden Royals stünde als amtierendes Königspaar eigentlich auch Schloss Windsor zu, doch laut der "Sun" überlassen sie es Prinz William und seiner Familie. Harry und Meghan sollen Frogmore Cottage vermacht bekommen. Dort lebte das Paar bis zu seinem royalen Rücktritt.

Unklar ist, was mit Schloss Balmoral, der Lieblingsresidenz der Queen, passieren wird. Royal-Expertin Angela Levin hält es der "New York Post" zufolge für wahrscheinlich, dass das Anwesen in ein Museum umgewandelt wird. Denn weder Charles noch William haben je ihre "Liebe gegenüber dem Schloss kundgetan".

Das erbt jetzt Prinz William

Als Thronfolger und Kronprinz erfbt Prinz William automatisch das Herzogtum Cornwall, denn das gehört immer dem ältesten Kind des Monarchen. Zum Herzogtum gehören Ländereien mit einer Gesamtgröße von mehr als 54.000 Hektar. Das soll im Jahr zwischen 18 und 22 Millionen Euro erwirtschaften. Wie bislang sein Vater, wird nun William einen Anteil von diesem Gewinn erhalten.

Was passiert mit den Juwelen der Queen?

Mehrere Hundert Millionen Euro soll allein die Schmucksammlung der Queen wert sein. Royal-Experte Josh Rom vermutet gegenüber der "New York Post", dass die privaten Schmuckstücke unter den engsten Angehörigen der Queen aufgeteilt werden.

Sicher wird auch Herzogin Kate einige Juwelen erhalten. Schon zu Lebzeiten lieh die Queen ihr regelmäßig Schmuckstücke für öffentliche Auftritte.

Kate, Herzogin von Cambridge
Herzogin Kate trug während ihrer diesjährigen Jamaika-Reise immer wieder Schmuckstücke der Queen. Bildrechte: dpa

Gehen Prinz Andrew und Prinz Harry leer aus?

Fraglich ist, ob Prinz Andrew, der angebliche Lieblingssohn der Queen, etwas erben wird. Immerhin war er 2022 aufgrund seiner Verwicklungen in den Epstein-Skandal von allen Schirmherrschaften entbunden worden. Immerhin ein Dach über dem Kopf ist ihm sicher: Nach dem Tod seiner Großmutter Queen Mum übernahm er im Jahr 2004 die Royal Lodge in Windsor. Für die fällt allerdings Miete an.

Prinzessin Anne hat ihren Landsitz Gatecombe Park, etwa 170 km westlich von London, bereits zu Lebzeiten von der Queen geschenkt bekommen.

Prinz Edward, der jüngste Sohn der Queen, wohnt im Residenzschloss in Bagshot Park, 18 Kilometer südlich von Windsor, das zum Crown Estate gehört. Queen Elizabeth überließ es ihrem Sohn anlässlich seiner Hochzeit mit Sophie Rhys-Jones im Jahr 1999.

Ein Geheimnis wird bleiben, inwiefern die Queen Sorgen-Enkel Harry in ihrem Testament bedacht hat. Abgesichert ist er in jedem Fall. Denn auch er soll bereits beim Erbe der Königinmutter großzügig bedacht worden sein.

Brisant/The Sun/New York Post/Manager-Magazin/Forbes

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. September 2022 | 17:15 Uhr

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