Nach König Felipes Offenbarung Wie reich sind die europäischen Royals?

König Felipe von Spanien hat die Hosen heruntergelassen. Natürlich nur im übertragenen Sinne - und sein privates Vermögen offen gelegt. Das Ergebnis ist erstaunlich. Viele Menschen hätten bei dem Royal sicher mehr erwartet als 2,6 Millionen Euro. Wie sieht die Finanzlage in den anderen europäischen Königshäusern aus? Und was ist über die Finanzlage des Adels jenseits der europäischen Grenzen bekannt?

Königin Elizabeth, Fürst Albert und König Felipe
Wie vermögend sind die europäischen Königshäuser? Bildrechte: Collage: Colourbox.de / imago/PA Images / imago/PanoramiC / IMAGO/Future Image International

Über Geld spricht man nicht? König Felipe von Spanien blieb keine Wahl. Der Zarzuela-Palast ist einem für Dienstag (26. April) erwarteten Dekret von Regierungschef Pedro Sánchez zuvorgekommen, das die "Transparenz, Rechenschaftspflicht und Effizienz" des spanischen Königshauses erhöhen will.

Felipe von Spanien unter Druck: König macht privates Vermögen öffentlich

König Felipe, aufgrund der Eskapaden seines Vaters unter Druck, hat also vorsorglich blank gezogen und freiwillig offenbart, dass er über ein persönliches Vermögen von 2,6 Millionen Euro verfügt.

Dabei soll es sich Palast-Angaben zufolge hauptsächlich um Sparkonten handeln. Außerdem besitze der König Kunstwerke und Schmuck. Das Geld soll aus der Entlohnung für seine Tätigkeiten als Kronprinz und Staatsoberhaupt in den vergangenen 25 Jahren stammen.

Viel mehr wird künftig wohl nicht dazukommen. Denn auf das Erbe seines Vaters hat der spanische König bereits verzichtet. Das wird einst der spanische Staat bekommen.

Welches Königshaus ist das reichste in Europa?

Im europäischen Ranking der reichsten Königshäuser nimmt König Felipe damit einen bescheidenen zehnten Platz ein. Die anderen europäischen Royals haben ihr Privatvermögen bis dato nicht öffentlich gemacht - das ist bislang nur geschätzt worden.

Luxemburg und Liechtenstein machen das Rennen

Diesen Schätzungen zufolge macht Großherzog Henri von Luxemburg in Sachen Finanzen das Rennen. Sein Privatvermögen soll Berichten zufolge bei rund 3,3 Milliarden Euro liegen. Ihm dicht auf den Fersen ist ein weiterer Royal, über den man hierzulande nur selten in der Presse stolpert. Liechtensteins Oberhaupt Fürst Hans Adam II. soll mit geschätzten 2,89 Milliarden Euro den zweiten Platz im royalen Vermögens-Ranking einnehmen.

Auch Platz drei geht an ein Fürstentum - und zwar nach Monaco. "Business Insider" zufolge soll Fürst Alberts Privatvermögen rund 830 Millionen Euro schwer sein.

Henri von Luxemburg
Der milliardenschwere Adel bei einem gemeinsamen Konzertbesuch in Wien: Großherzog Henri von Luxemburg (rechts), seine Frau (Mitte) und Fürst Hans Adam II. von Liechtenstein (links). Bildrechte: imago/SKATA

Im Mittelfeld: die britische Königin Elizabeth II.

Wer im Ranking Queen Elizabeth II. vermisst hat, wird auf Platz vier fündig. Dort reiht sich die britische Königin mit einem von "Forbes" auf 410 Millionen Euro geschätzten Vermögen ein. Die "Times" sieht es sogar bei 500 Millionen Euro. Darin enthalten sein sollen auch Immobilien wie Balmoral Castle in Schottland oder der Sandringham Palace sowie zahlreiche Ländereien.

Uneinigkeit über Reichtum der niederländischen Königsfamilie

König Willem-Alexander der Niederlande soll "Royal Central" zufolge zwischen 128 und 190 Millionen Euro schwer sein - und würde damit den 5. Platz einnehmen. Das sehen das niederländische Magazin "Quote" und "Forbes" allerdings anders: Beide Blätter schreiben dem König einen Besitz von rund 1,2 Milliarden Euro zu.

Der Grund für diese unterschiedlichen Schätzungen: Die niederländische Regierung soll nicht transparent machen, welche royalen Besitztümer dem König privat zuzuschreiben sind.

Der niederländische König Willem-Alexander und seine Frau Königin Maxima posieren mit ihren drei Kindern (L-R) Ariane, Amalia und Alexia während eines Fototermins am Strand in Wassenaar, Niederlande
Wie es um die Finanzen der niederländischen Royals bestellt ist, darüber herrscht Uneinigkeit. Bildrechte: dpa

Skandinavien auf den hinteren Rängen

"Business Insider" zufolge käme König Carl Gustaf von Schweden mit einem Vermögen von 58 Millionen Euro auf Platz sechs, Nachbarin Margrethe von Dänemark mit rund 33 Millionen Euro auf Platz sieben.

Ihnen folgen mit 24,8 Millionen Harald V. von Norwegen, König Philippe von Belgien (12,5 Millionen Euro) - und als Schlusslicht König Felipe von Spanien.

Wieviel Glauben darf man den Zahlen schenken?

Wieviel Glauben man den von den Medien und Instituten geschätzten Zahlen schenken kann, ist fraglich. Das macht ein von "El Pais" zitiertes Beispiel deutlich. Denn auch König Albert II. von Belgien machte sein Vermögen im Jahr 2001 öffentlich und bezifferte es damals auf rund 12,5 Millionen Euro.

Der Grund für die Offenherzigkeit des damaligen Monarchen: Medien hatten spekuliert, dass sein Vermögen zwischen 250 Millionen und 625 Millionen betragen könnte. Das wollte der belgische Royal wohl nicht auf sich sitzen lassen. Mittlerweile hat er abgedankt und das Zepter an Sohn Philippe weitergegeben.

König Philippe von Belgien in Uniform.
Machte sein Vermögen im Jahr 2001 öffentlich, um mit Gerüchten aufzuräumen: König Philippe von Belgien. Bildrechte: IMAGO / Belga

Welche Royals sind weltweit am reichsten?

Wirft man einen Blick über die Grenzen Europas hinaus, sucht man auf den ersten fünf Plätzen der reichsten Royals die uns bekannten Gesichter vergeblich. Mit einem Vermögen von gut 30 Milliarden US-Dollar führte im Jahr 2009 "Statista" zufolge der mittlerweile verstorbene thailändische König Bhumibol das Ranking der reichsten Royals weltweit an. Wieviel von seinem Erbe an seinen mittlerweile das Amt inne habenden Sohn Maha Vajiralongkorn übergegangen ist, weiß man nicht. Ebenso wenig, wieviel bei seinem aufwändigen Lebensstil davon noch übrig sein kann.

Die Plätze zwei bis fünf der Statista-Analye entfallen auf Scheiche, Sultane und einen König aus dem arabischen Raum.

AFP/dpa/elpais.com/de.statista.com/merkur.de/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 26. April 2022 | 17:15 Uhr

Royales