Verschärfte Maskenpflicht Kostenlose FFP2-Masken für Hartz IV-Empfänger

Seit dem 28. Januar sind sie in den meisten Bundesländern zumindest beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht: OP- bzw. FFP2-Masken. Letztere bieten einen besonders großen Schutz vor dem Coronavirus, sind aber nicht für jeden erschwinglich. Menschen, die von Grundsicherung leben müssen, wird deshalb ein Kontingent von zehn FFP2-Masken kostenlos zur Verfügung gestellt.

Eine Frau mit FFP2-Maske kauft im Supermarkt ein.
Beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln sind medizinische oder FFP2-Masken derzeit Pflicht. Bildrechte: imago images / Manfred Segerer

Außer in Bayern, sind sie in den meisten Bundesländern lediglich beim Besuch in einem Pflegeheim Pflicht: Viren filternde FFP2-Masken. Dennoch soll es künftig allen Menschen ermöglicht werden, sich so gut wie möglich vor dem Coronavirus zu schützen, wenn sich Begegnungen mit anderen Menschen nicht vermeiden lassen.

Die Bundesregierung hat deshalb zugesichert, Empfängerinnen und Empfänger von Sozialhilfe oder Grundsicherung mit FFP2-Masken zum Schutz gegen das Coronavirus zu versorgen. Fünf Millionen Menschen sollen je zehn dieser Masken kostenlos erhalten, kündigten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundessozialminister Hubertus Heil an.

Wie kommen Hartz IV-Empfänger an die kostenlosen FFP2-Masken?

Wer Anspruch auf kostenlose FFP2-Masken hat, soll von der Krankenkasse einen Brief bekommen, mit dem die Masken dann - gegen Vorlage des Personalausweises - in einer Apotheke abgeholt werden können. Wann genau die Schreiben versendet werden, ist bislang nicht bekannt.

Auch an Behinderteneinrichtungen und Stellen für die Obdachlosenhilfe sollen Pakete mit FFP2-Masken verschickt werden. Insgesamt stehen dafür 50 Millionen Masken zur Verfügung.

FFP2-Masken für Senioren und Risikogruppen gegen geringe Eigenbeteiligung

Ganz ähnlich war das Procedere zum Schutz besonders gefährdeter Personengruppen im vergangenen Jahr geregelt worden. Bis Anfang Januar konnten sich Senioren ab 60 Jahren und Angehörige sogenannter Risikogruppen die ersten drei FFP2-Masken kostenlos in einer Apotheke ihrer Wahl abholen.

Im Anschluss wurden ihnen von ihrer Krankenkasse zwei Gutscheine über jeweils sechs FFP2-Masken zugestellt. Die können gegen eine Zuzahlung von jeweils zwei Euro pro sechs Masken bis zum 28. Februar bzw. 15. April 2021 eingelöst werden.

Eine Apothekerin zeigt eine FFP2 Maske
Bildrechte: imago images / Markus van Offern

Schutzmittel sollen keine Frage des Geldbeutels sein

Bei ihrem Treffen am 19. Januar hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder eine Pflicht zum Tragen medizinischer Masken (OP-Masken) oder FFP-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften beschlossen.

Grund war die Sorge über die mögliche Ausbreitung von Virusmutationen in Deutschland. Damit auch Menschen, die von Sozialhilfe oder Grundsicherung leben, dieser Pflicht nachkommen können, erhalten sie nun Unterstützung.

Droht der nächste FFP2-Masken-Engpass?

Allein im Gesundheitsbereich werden in Deutschland bis zum Frühjahr mehr als eine Milliarde FFP2-Masken benötigt. Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Ein FFP2-Masken-Engpass wie im Frühjahr 2020 ist laut Christian Splett, Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, trotzdem nicht zu befürchten. Zwar könnten die Viren filternden FFP2-Masken hier und da für einen Tag ausverkauft sein, doch die bundesweite Versorgung sei gesichert.

Quellen: AFP, dpa

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. Januar 2021 | 17:15 Uhr

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