Labor-Panne LKA räumt Fehler ein: Krankenschwester des Uniklinikums Ulm aus U-Haft entlassen

Eine Krankenschwester des Ulmer Uniklinikums stand unter Verdacht, fünf Neugeborenen ohne medizinische Notwendigkeit Morphium verabreicht zu haben. Jetzt ist die Frau aus der U-Haft entlassen worden. Die Kinderkrankenschwester ist aufgrund einer Panne im Landeskriminalamt verdächtigt worden.

Die Zufahrt zur Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Ul
Uni-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Ulm Bildrechte: dpa

Morphium im Zuge der Untersuchungen in Spritze gekommen

Eine Krankenschwester des Ulmer Uniklinikums stand unter Verdacht, fünf Neugeborenen ohne jede medizinische Notwendigkeit Morphium verabreicht zu haben. Die Kinderkrankenschwester war wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen festgenommen worden. In ihrem Spind hatte man eine Spritze mit Muttermilch und - wie man zunächst annahm - Morphium gefunden.

Jetzt ist die Frau nach fünf Tagen aus der U-Haft entlassen worden. Denn wie sich jetzt herausgestellt hat, ist das in der Spritze nachgewiesene Morphium erst im Zuge der Untersuchungen durch ein Lösungsmittel eingebracht worden.

Krankenschwester und fünf weitere Mitarbeiter verdächtig

Das baden-württembergische Landeskriminalamt räumte den Fehler ein und entschuldigte sich bei der Frau. Es habe vor Abschluss der Laboruntersuchungen ein Zwischenergebnis gegeben, das an die Polizei in Ulm übermittelt worden sei und zur Verhaftung der Frau geführt habe.

Diese rasche mündliche Vorabinformation über das Zwischenergebnis war im Nachhinein betrachtet ein Fehler.

Ralf Michelfelder, LKA-Präsident AFP

Laut Staatsanwaltschaft ist die betroffene Krankenschwester nach wie vor verdächtig, womöglich für die Vergiftung der Säuglinge verantwortlich zu sein. Dieser Verdacht gilt gleichermaßen für fünf weitere Mitarbeiter des Klinikums, die am besagten Abend Nachtschicht hatten. Die mit Muttermilch gefüllte Spritze soll die jetzt aus der Haft entlassene Schwester nach der Fütterung in ihrem Schwesternkittel deponiert und dann dort vergessen haben.

Fünf Säuglinge mit Morphin vergiftet

In der Nacht auf den 20. Dezember waren fünf Säuglinge am Ulmer Klinikum in lebensbedrohlichem Zustand auf die Intensivstation gekommen. Rechtsmediziner wiesen in Urinproben der Babys Morphium nach, das schwere Atemnot verursachen kann.

Quelle: AFP/NDR.DE

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 05. Februar 2020 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Februar 2020, 12:05 Uhr

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