Geldsorgen Corona-Krise: Mehr Kurzarbeitergeld ab 1. Mai!

Millionen Arbeitnehmer werden im Zuge der Corona-Krise in Kurzarbeit geschickt. Freie Zeit, die man genießen kann? Von wegen! Für viele Menschen ist der Umstand existenzbedrohend. Denn in Sachen Kurzarbeitergeld hinkt Deutschland hinter den meisten europäischen Ländern weit hinterher. Das soll sich künftig ändern. Die Große Koalition hat nämlich eine deutliche Anhebung beschlossen. Auch beim Arbeitslosengeld hat sich jetzt etwas getan. Die neuen Regelungen gelten ab dem 1. Mai.

Demonstration mit Gummienten für mehr Kurzarbeitergeld
Gummienten-Demonstration für mehr Kurzarbeitergeld: Die Aktion von Hamburger Köchen und Gastro-Angestellten scheint Gehör gefunden zu haben. Bildrechte: dpa

Kurzabeitergeld: Diese Regelungen galten bisher

Bislang war es so: Wird ein Arbeitnehmer in Kurzarbeit geschickt, zahlt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des Nettolohns, bei Beschäftigten mit Kindern 67 Prozent. Und das für einen Zeitraum von maximal zwölf Monaten. Beantragt wird das sogenannte Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber.

Damit gehörte Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in Sachen Kurzarbeitergeld zu den Schlusslichtern. Für viele Menschen, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen, eine traurige Perspektive. Denn wann die Corona-Krise endlich vorbei sein wird, das weiß bislang niemand.

Symbolbild - Eine Ein-Euro Münze vor Schriftzug Covid-19.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern fällt das Kurzarbeitergeld in Deutschland eher schmal aus. Bildrechte: imago images/MiS

Noch immer weniger als in anderen europäischen Ländern

Jetzt gibt es einen ersten Lichtblick. Über 100 Prozent des Nettolohns, der Kurzarbeitern in Irland zusteht, oder ein 100-prozentiges Bruttogehalt, wie es kurzarbeitende Dänen oder Niederländer erhalten, können wir uns auch künftig nicht freuen. Dennoch wird die Anhebung die privaten Haushaltskassen deutlich entlasten.

Stufenweise Anhebung: Mehr Kurzarbeitergeld ab 1. Mai

Ab dem ersten Mai soll sich das Kurzarbeitergeld für deutsche Kurzarbeiter von 60 auf bis zu 80 Prozent und für Beschäftigte mit Kindern von 67 auf bis zu 87 Prozent des Nettolohns erhöhen - und das in mehreren Stufen.

Für die ersten drei Monate der Kurzarbeit sollen die bisherigen Kurzarbeitergeld-Sätze gelten. Ab dem vierten Monat würden 70 bzw. 77 Prozent, ab dem siebenten Monat dann 80 bzw. 87 Prozent des Lohnausfalls gezahlt. Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes wird jedoch davon abhängig gemacht, dass mindestens 50 Prozent der regulären Arbeitszeit ausfällt. Gelten soll diese Neuregelung längstens bis zum Jahresende.

Karteireiter mit der Aufschrift Kurzarbeitergeld.
In der Corona-Krise soll das Kurzarbeitergeld stufenweise angehoben werden. Bildrechte: imago images / Jens Schicke

Nebenverdienst ohne Abzüge möglich

Desweiteren hat der Koalitionsausschuss vereinbart, dass ab dem 1. Mai bis zum Jahresende Kurzarbeiter aller Branchen bis zur vollen Höhe des bisherigen Monatseinkommens abzugsfrei hinzuverdienen dürfen. Bislang galt dies lediglich für Nebentätigkeiten, die man bereits vor Beginn der Kurzarbeit inne hatte oder Nebentätigkeiten in systemrelevanten Bereichen.

Eingangsbereich einer Agentur für Arbeit
Entlastung in der Corona-Krise gibt's auch für Arbeitslose. Bildrechte: dpa

Arbeitslosengeld gibt's drei Monate länger

Entlastung gibt's außerdem für Arbeitslose. Betroffene, bei denen der Bezug von Arbeitslosengeld zwischen dem 1. Mai und 31. Dezember auslaufen würde, erhalten die Leistung drei Monate länger.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 24. April 2020 | 17:15 Uhr

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