Folgeerkrankungen Spätfolgen: Was machen Corona und Covid-19 mit dem Körper?

Bislang gibt es nur wenige Erkenntnisse zu möglichen Folgeerkrankungen nach einer schweren Covid-19-Erkrankung. Doch Studien zufolge reichen diese von Herzinfarkt, Lungenkrankheiten und Schlaganfall bis hin zu leichten Hirnschäden.

Röntgenaufnahme Brust Lunge
Jeder Covid-19-Verlauf ist anders - aber die Spätfolgen zeigen Gemeinsamkeiten auf. Bildrechte: Colourbox.de

Bislang gibt es nur wenige Erkenntnisse zu möglichen Folgeerkrankungen nach einer schweren COVID-19-Erkrankung. Doch das Bundesgesundheitsministerium rechnet mit wochenlangen Rehabilitationszeiten und "möglicherweise bleibenden Beeinträchtigungen".

Corona schädigt das Gehirn

Das Robert-Koch-Institut weist auf erste wissenschaftliche Studien hin, die über neurologische Symptome berichten. Sie lassen darauf schließen, dass das Coronavirus das zentrale Nervensystem schädigen kann. Dadurch werde etwa bei zehn Prozent der Patienten der Geruchssinn längerfristig gestört. Das Risiko für epileptische Anfälle erhöhe sich ebenfalls.

Peter Berlit, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, hat eine weitere beunruhigende Beobachtung gemacht: Schädigungen im Gehirn. "Das drückt sich in Unruhe und Verwirrtheit aus, auch die Leistung des Gedächtnisses kann beeinträchtigt sein".

Gehirn, neuronales Netzwerk
Corona kann das Gehirn schädigen Bildrechte: IMAGO

Lungenfunktion dauerhaft vermindert

Auch die Lungenfunktion könnte dauerhaft vermindert sein, bei einer künstlichen Beatmung das sensible Lungengewebe irreparabel geschädigt werden kann. Denn die Lunge reagiert empfindlich auf Überdruck und den Sauerstoff, der der Beatmungsluft zugesetzt wird. Auch bakterielle Infektionen der Lunge haben Ärzte am Kölner Uniklinikum schon beobachtet.

Einige Infizierte scheinen an Veränderungen der Haut zu leiden. Dazu zählen u. a. juckende Ausschläge, Papeln, Rötungen und ein Nesselsucht-ähnliches Erscheinungsbild sowie Hautbläschen und Frostbeulen-ähnliche Bläschen. Diese tauchen entweder zu Beginn oder am Ende einer Covid-19-Erkrankung auf.

Entzündung in den Blutgefäßen

Das Coronavirus kann internationalen Studien zufolge auch Blutgefäße dauerhaft schädigen. Bei dieser Entzündung bilden sich kleine Gerinsel, die Thrombosen auslösen können. Die Folge sind Nierenversagen, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Beunruhigend dabei: Die Patienten haben oft keine Vorerkrankungen und waren mit 30 bis 50 Jahren vergleichsweise jung. 

Aufgrund der erhöhten Blutgerinnung sind zudem verschiedene Herz-Kreislauf-Komplikationen zu beobachten, wie Herzmuskelentzündungen oder eine verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens.

Während eines Herz-Kreislaufstillstand wird der Patient von Hand beatmet
Studien belegen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkte. Bildrechte: imago/Jochen Tack

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 11. Juli 2020 | 17:10 Uhr

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