Das Grab von Heike Wunderlich in Altensalz (Sachsen)
Heike Wunderlich wurde am 08. April 1987 in einem Waldstück in der Nähe von Plauen ermordet. 30 Jahre später fiel nun das Urteil gegen den Angeklagten. Bildrechte: dpa

Urteil 30 Jahre nach der Tat Lebenslang für Mörder von Heike Wunderlich

BRISANT | 30.08.2017 | 17:15 Uhr

Das Grab von Heike Wunderlich in Altensalz (Sachsen)
Heike Wunderlich wurde am 08. April 1987 in einem Waldstück in der Nähe von Plauen ermordet. 30 Jahre später fiel nun das Urteil gegen den Angeklagten. Bildrechte: dpa

Am Landgericht Zwickau ist das Urteil im Mordfall Wunderlich gefallen. Der 62 Jahre alte Angeklagte Helmut S. muss lebenslang in Haft. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Frührentner am 8. April 1987 in einem Waldstück in der Nähe von Plauen Heike Wunderlich vergewaltigt und erdrosselt hat.

DNA-Proben führten auf die Spur des Täters - Schwere Vorwürfe im Prozessverlauf

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Die Anwälte des Angeklagten forderten aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes Freispruch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Helmut S. wurde im April 2016 in Gera verhaftet, nachdem moderne DNA-Analysen die Ermittler auf die Spur des Täters geführt hatten. An dem BH des Opfers war die genetische Spur des Beschuldigten gefunden worden.

Im Prozessverlauf belasteten sowohl die Halbschwester von Helmut S. als auch ein Mithäftling den Angeklagten schwer. Die Halbschwester warf ihm vor, sie als Kind sexuell genötigt zu haben. Der Mithäftling behauptete, Helmut S. habe im Gefängnis die Tat gestanden. Zudem geht aus dem Vorstrafenregister des Angeklagten hervor, dass er wegen sexueller Nötigung eine mehrjährige Freiheitsstrafe verbüßte.

Der Angeklagte bestritt bis zuletzt seine Schuld. Helmut S. ließ über seine Anwälte erklären, das Opfer nicht gekannt zu haben. Auch auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters bestätigte er die Richtigkeit der Angaben.

Verteidigung forderte Freispruch

Die Verteidigung hatte für den Angeklagten Freispruch beantragt, da begründete Zweifeln an den vorgelegten Beweisen bestünden. Am vorletzten Prozesstag erklärte der Anwalt von Helmut S., sein Mandant sei nach einem Schlaganfall in seinem Erinnerungsvermögen stark beeinträchtigt. Für die Verteidigung stelle sich die Frage, ob sein Hirn durch den Schlaganfall beziehungsweise starken Alkoholgenuss in der Vergangenheit soweit geschädigt sei, dass er gar nicht verstünde, worüber im Prozess gesprochen würde. "Die Verständigung mit dem Angeklagten ist durch die fehlende Sprachproduktion und sein fehlendes Erinnerungsvermögen sehr schwierig", erklärte der Anwalt. Die Nebenklage bezweifelte dies. In Verhandlungspausen habe Helmut S. mit seinen Verteidigern gescherzt und verständlich gesprochen, erklärte der Anwalt der Nebenklage.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 30. August 2017 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. August 2017, 20:41 Uhr