Obst und Gemüse Wegen Corona - Diese Lebensmittel werden jetzt teurer

Haben Sie das Gefühl, für frische Lebensmittel gerade jetzt mehr zu bezahlen als früher? Das stimmt! Bis zu 92 Prozent teurer sind einige Obst- und Gemüsesorten geworden - im Vergleich zu 2019.

Gemüse im Supermarkt
Gemüse im Supermarkt - gesund, aber derzeit auch teurer als sonst. Bildrechte: imago/Panthermedia

Beim Einkaufen müssen Sie jetzt tiefer in die Tasche greifen. Entsprechende Zahlen für den April ermittelte die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Fast zehn Prozent mehr mussten Verbraucher nun durchschnittlich für frische Lebensmittel bezahlen - im Vergleich zu 2019. Sie kauften aber auch elf Prozent mehr Obst und Gemüse, vor allem lagerfähigen Kohl, Zwiebeln und Möhren.

Welche Waren sind teurer geworden?

Innerhalb eines Jahres hat sich den Berechnungen von AMI zufolge Gemüse um rund 26 Prozent verteuert, Obst um rund 14 Prozent. Auch Wurst und Schweinefleisch kosten bis zu 17 Prozent mehr. Butter zog im Schnitt um 11,7 Prozent an. Der Preis für einen Liter Milch wurde um sechs Cent angehoben. Das dürfte immerhin die Milchbauern freuen.

  • Zucchini plus 92 Prozent
  • Brokkoli plus 69 Prozent
  • Blumenkohl plus 63 Prozent
  • Paprika plus 56 Prozent

Noch gravierender werden die Auswirkungen, wenn man den Halbjahreswert vergleicht. Tafelbirnen haben sich seit Mitte Februar um 20 Prozent verteuert.

Birnen der Sorte Kaiserkrone
Saftige Birnen - saftige Preise Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Erntehelfer fehlen auf den Feldern

Ausbleibende osteuropäische Erntehelfer waren (und sind) ein Grund für den Preisanstieg zahlreicher Agrarprodukte. Das dürfte bislang vor allem heimischen Spargel betreffen. Die Spargelpreise lagen Mitte April 38 Prozent höher als im Vorjahr. Erdbeeren und Himbeeren im April sogar ein klein wenig günstiger als im Vorjahr. Das hat AMI errechnet.

Das Wetter spielt dieses Jahr auch (noch) nicht mit - es ist viel zu trocken. Auch das Abreißen internationaler Lieferketten infolge der Corona-Krise spielt eine Rolle für kletternde Verbraucherpreise. So seien etwa bei Äpfeln im laufenden Jahr die "eingeführten Mengen aus Übersee deutlich hinter den Vorjahren" zurückgeblieben, ermittelte AMI.

Günstiger: Zwiebeln, Kartoffeln und Kohl

Bei Zwiebeln und Weißkohl kullerten die Preise sogar in den Keller - bis zu 18 Prozent weniger kosteten sie im Vergleich zum Vorjahr. Auch Kartoffeln kosteten im April 2020 rund zwölf Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Der Grund: Diese Produkte stammen aus Lagerbeständen vom letzten Herbst und müssen nun abverkauft werden. Für Kartoffeln wird noch ein weiterer Grund angeführt: Das Geschäft mit Pommes Frites ist quasi abgestürzt - durch den Wegfall des Außerhaus-Verkaufs an Imbiss-Buden.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 13. Mai 2020 | 17:15 Uhr

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