Flüchtlinge auf einem Schlauchboot werden vom Rettungsschiff Lifeline der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline aufgenommen.
Das Rettungsschiff "Lifeline" darf in Malta anlegen Bildrechte: dpa

Mehr als 230 Flüchtlinge an Bord "Lifeline" darf auf Malta anlegen - unter Bedingungen

BRISANT | 27.06.2018 | 17:15 Uhr

Das Rettungsschiff "Lifeline" darf nach einer Absprache zwischen Rom und Valetta auf Malta anlegen. Da noch nicht alle Bedingungen erfüllt sind, wartet das deutsche Schiff aber immer noch auf "grünes Licht". Der deutschen Besatzung der "Lifeline" droht zudem ein juristisches Nachspiel.

Flüchtlinge auf einem Schlauchboot werden vom Rettungsschiff Lifeline der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline aufgenommen.
Das Rettungsschiff "Lifeline" darf in Malta anlegen Bildrechte: dpa

Das Rettungsschiff "Lifeline" darf nach fünf Tagen der Ungewissheit grundsätzlich auf Malta anlegen. Das teilte der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte nach einem Telefonat mit seinem maltesischen Amtskollegen Joseph Muscat mit. Wie Conte sagte, habe Muscat zur Bedingung gemacht, dass die Migranten auf europäische Länder verteilt werden. Conte zufolge ist Italien bereit, auch einige von ihnen aufzunehmen. Er hoffe, dass andere EU-Staaten dem Beispiel folgten.

"Grünes Licht" steht noch aus

Die Regierung in Valletta erklärte später, dass sich vier Mitgliedsstaaten bereiterklärt hätten. Zwei weitere würden eine Beteiligung prüfen. Italien, Frankreich und das deutsche Bundesland Berlin hatten bereits ihre Hilfe in Aussicht gestellt. Allerdings kann Berlin nicht alleine darüber entscheiden.

Solange allerdings nicht abschließend geklärt ist, wer die mehr als 230 afrikanischen Migranten der "Lifeline" aufnimmt, wartet das deutsche Rettungsschiff auf das endgültige "grüne Licht", um einen maltesischen Hafen anzulaufen.

Ermittlungen gegen "Lifeline"-Kapitän

Malta erwägt unterdessen, Ermittlungen gegen den Kapitän des Rettungsschiffes der deutschen Nichtregierungsorganisation "Mission Lifeline" aus Dresden aufzunehmen. Laut der Regierung in Valetta hatte er Anweisungen der italienischen Behörden ignoriert. Rom hatte erklärt, das Schiff sei aufgefordert worden, die am Donnerstag vergangener Woche erfolgte Bergung der 230 Migranten aus libyschen Hoheitsgewässern der libyschen Küstenwache zu überlassen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 27. Juni 2018 | 17:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 18:14 Uhr

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